Viele Freunde und Bekannte haben mich gefragt, wie es zu schaffen sei, praktisch heimlich und ohne großes Aufheben darum zu machen über zwanzig Kilo abzunehmen. Der Vorwurf, es gebe einen heimlichen Trick, ein Wundermittel, eine Transchel-Diät, wiegt ebenso schwer wie die Bewunderung und Anerkennung, die ich erfahren durfte. Dieser Artikel soll weder irgendjemanden von der verwendeten Methode überzeugen (das ist nicht nur unmöglich, sondern mir auch völlig gleichgültig), noch selbstverherrlichende Beweihräucherung sein. Dies sind die Zehn Dinge, die ich als wesentliche Aspekte meiner Entwicklung verstehe. Nicht mehr, und auch nicht weniger.
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Ich meiner neuen Wohnung wird demnächst ein Sinnspruch von Descartes zu lesen sein: "Glück ist ein Entschluss". So wenig wie es ein Traum oder ein Wunsch vermag uns wirklich und wahrhaftig zu verändern, so ist das, was den Anfang dieser Geschichte markiert ein Entschluss. Nicht der Entschluss, schlank und attraktiv und erfolgreich zu sein. Der Entschluss hieß (und heißt!) Glücklichsein. Man neigt gemeinhin dazu, seinem eigenen Glück Bedingungen aufzuzwingen: "Wenn ich so und so viel Geld und Ruhm habe, werde ich glücklich sein", "Wenn ich mein Diplom in der Tasche habe, werde ich glücklich sein", "Wenn ich schlank bin, werde ich glücklich sein"... und so weiter. Nichts davon führt dazu, dass sich etwas ändert, weil man ja genau das erwartet. Man erwartet das Glück an Stellen, die man ohne Glücklich zu sein nicht erreicht. Ich kann den Grund für diesen Entschluss nicht benennen, ebenso wenig, wie ich es mir nicht so einfach machen will gescheiterte Beziehungen oder allgemeine körperliche Unzufriedenheit als Gründe zu nennen, denn die Beobachtung mit eineinhalb jahren Abstand ist tatsächlich nur: Ich war zu dem Zeitpunkt nicht glücklich und entschied mich, es zu sein. (Und nicht etwa zu werden.) Jetzt kann man einwenden, wie kann man von jetzt auf gleich scheinbar grundlos einen so bedeutsamen Sinnwandel vollführen. Ich weiß es nicht, und das ist auch der Grund warum ich für mich nicht in Anspruch nehme irgend jemandem mit diesen Zeilen auch nur ein Gramm Fett von den Hüften schreiben zu können. Im Gegenteil: Was ich im Folgenden erkläre klingt sicher furchtbar ungerecht, selbstgerecht und bisweilen unglaubhaft. Das kann ich natürlich nicht ändern. Aber, und das sollte euch klar werden, das will ich ja auch garnicht.
Ich unterteile meine Entwicklung im Moment in drei Phasen:
- Erste Phase: Beginn der körperlichen Aktivität, Ausdauertraining, Gewichtsreduktion (Dauer: 3-5 Monate)
- Zweite Phase: Leistungaufbauendes Fitnesstraining, inkl. Krafttraining bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion (Dauer 5-8 Monate)
- Letzte Phase: Leistungserhaltendes Fitnesstraining, Gewichtsstabilisierung
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Der erste Hauptsatz der Thermodynamik macht eine Aussage über die Energiebilanz von geschlossenen Systemen. Eine treffende heuristische Beschreibung von Professor Luis Santos lautet: "Was kommt, ist, was geht."
Das bedeutet: Ein System, das mehr Energie aufnimmt als es verbraucht behält freie (innere) Energie zurück. Ein menschlicher Körper macht daraus entweder mechanische und kognitive Arbeit, oder er speichert es für später. Für später speichern heißt, in Fettgewebe umwandeln. Mit anderem Vorzeichen bedeutet das, dass, wer mehr verbraucht, als er an Energie zu sich nimmt, Energie abgibt. Der Körper belohnt das durch die Rückwandlung von Fett in Energie.
Ein kleines Beispiel: Ein Kilo Fett ist das Energieäquivalent von ~8000 kcal. Je nach Gewicht entspricht das etwa einer Leistung von 2,4 kWh. Das bedeutet, dass ich um 8000 kcal zu verbrennen 12 Stunden lang 200 Watt im Schnitt leisten muss. Auf 20 Kilo hochgerechnet sind das 240 Stunden, also auf ein Jahr gerechnet garnicht einmal so viel.
Ich bin weit davon entfernt, dogmatisch Kalorien zu zählen. In der Regel schätze ich meinen Verbrauch und meine Aufnahme nur großzügig ab. (Und zwar beides: 824 kcal im Fitnessstudio sind ~900 kcal, 657 kcal laut Pizza-Verpackung sind auch 700 kcal.) Im Mittel stimmen die Abschätzungen, und ich muss nicht entnervt auf die Waage rennen, wenn ich 20 kcal zu viel gegessen haben sollte. Ohnehin ist mein Tagesziel während dieser Phase 700 kcal pro Tag mehr zu verbrauchen als aufzunehmen. Wie man das dauerhaft sicherstellen kann, siehe unten.
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Es gibt drei Aspekte, die für einen gesunden Lebenswandel aus meiner Sicht unerlässlich sind. Erstens, wie genannt, die positive Grundeinstellung. Das Wissen um den eigenen Erfolg führt dazu, dass mir egal ist, welche kurzfristigen Ergebnisse ich erziele, weil mir klar ist, dass ich daran nichts, wirklich rein garnicht ablesen kann. Zweitens, die sportliche Betätigung (siehe unten). Drittens, eine ausgewogene Ernährung. Damit, weniger Energie aufzunehmen als zu verbrauchen ist es nur am Anfang getan. Sofern man denn Ausdauersport betreibt (und das ist die einzige Möglichkeit zuverlässig und berechenbar signifikant viele Kalorien zu verbrauchen) reicht es nicht aus, einfach irgendetwas zu essen. Veränderungen, die ich bewusst an meiner Ernährung vorgenommen habe (und zwar lange, bevor ich im Fitnesstudio über "die richtige Ernährung" belehrt wurde), umfassen folgende Aspekte:
- Anzahl und Zeit der Mahlzeiten
- Art und Umfang der Mahleiten
Hier gilt es die drei o.g. Phasen grundsätzlich zu unterscheiden. Es gilt allgemein, dass man drei Hauptmahlzeiten einnehmen sollte, die zeitlich jeweils etwa fünf Stunden auseinander liegen. In Phase eins ist man noch weitgehend untrainiert und der Körper verbraucht während dieser Zeit seine Glukosereserven nicht vollständig, sodass bei Nahrung, die hinreichend sättigend wirkt, kein Heißhunger aufkommen wird. In Phase zwei ist es angemessen das Frühstück etwas zu erweitern, sodass man insgesamt mehr Reserven für den Tag hat. Auch sind einzelne Obstzwischenmahlzeiten erlaubt. Ab dieser Phase gilt auch, dass man unbedingt eine Stunde vor dem Sport Nahrung zu sich nimmt. Die Erklärung hierfür ist, dass die zugeführte Nahrung die Glukosereserven auffüllt, sodass man wenigstens eineinhalb Stunden trainieren kann. Wer den Tag über hungert hat keine Reserven mehr, abends Kalorien zu verbrauchen, und es lohnt sich mehr 90 Minuten zu schwitzen, wenn man vorher mäßig gegessen hat, als nach einer halben Stunde mit brennenden Beinen zusammenzubrechen, weil man sich den Tag über alle Energie versagt hat. In der dritten Phase als trainierter Sportler machen die Muskeln bis zu 60% des Körpergewichts aus und die verbrennen auch im Leerlauf (also Bürotätigkeit etc.) ordentlich Energie, was bedeutet, dass man im prinzip alle zwei Stunden ein wenig Energie nachlegen muss um keinen Hunger zu bekommen. Aber auch hier gilt, dass in der Regel ein Stück Obst zwischen den Hauptmahlzeiten ausreicht.
Kleiner Einschub: Hunger ist der schlimmste Feind des Sportlers: Der Körper reagiert sofort darauf, indem er den Verbrauch senkt (man wird müde), was dazu führt dass Reserven nicht ab- sondern aufgebaut werden. Wer dauerhaft abnehmen will muss seine Ernährung so abstimmen, dass er immer schon Energie zu sich nimmt, bevor er Hunger verspürt, aber natürlich nicht so viel, sie nicht vollständig verbraucht wird.
Abgesehen von der generellen Herangehensweise (für die mir Sportwissenschaftler sicher den Kopf abreißen würden, aber wenn es nach denen geht hätte ich nichtmal zwei kilo abgenommen) ist es natürlich auch wichtig, was man isst. Das bedeutet, morgens und mittags Kohlenhydrate und Fette, und abends und nach dem Training möglichst keine Kohlenhydrate, sondern viel Eiweiß. Abgesehen davon wird, wer viel Eiweiß aufnimmt schnell feststellen, dass Ballaststoffe sehr viel wertvollere Nahrungsbestandteile sind, als der Name vermuten lässt, denn sie sorgen für einen angenehmen Stuhlgang und binden Flüssigkeit. Das stabilisiert den Wasserhaushalt, der durch viel Ausdauersport und dem dadurch bedingten Schwitzen oftmals durcheinander gerät.
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Im Folgenden werde ich meinen persönlichen Speiseplan darlegen, wie er für mich funktioniert hat. An dieser Stelle weise ich ausdrücklich darauf hin, dass jeder andere Vorlieben hat und nur, weil die Energiebilanz stimmt sollte man nicht auf Geschmack verzichten.
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Frühstück: Eine Scheibe dunkles Schwarzbrot. (Bei mir: Sonnenblumenkernbrot.) Darauf eine Scheibe Käse, Frischkäse oder Honig. Aus meiner Sicht ist Schwarzbrot zum Frühstück abgesehen von Müslis (die ich nicht mag) ziemlich alternativlos beim Frühstück: Die mehrfach wertigen Kohlenhydrate sättigen länger als Weißbrot und geben die morgens so dringend benötigten Glukolnachschübe. Außerdem sind ungemahlene Vollkörner reich an Ballaststoffen. Zum Belag: Sicher kann man hier darüber streiten, was angemessen ist, aber hier gilt wie schon gesagt, dass der Belag auch schmecken muss, Harzer Käse kommt also nicht in Frage. Ich bevorzutage tatsächlich mittelalten Gouda, der im globalen Käsevergleich nicht gerade die Fitnessbombe ist, aber der Geschmack entschädigt dafür, dass es eben nur eine Scheibe davon gibt, die bis mittags reichen muss und auch reicht. Dazu trinke ich eine Tasse fettarme Milch um Eiweiß und Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem komplettiert ab Phase zwei 100g Joghurt das Frühstück. Der Joghurt ist nicht immer der selbe, empfehlen kann ich jedoch Heidelbeeren, die viel Ballaststoffe enthalten.
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Mittagessen: Normalerweise esse ich Mittags zwei Scheiben Schwarzbrot nach Art des Frühstücks. Wenn ich mit den Kollegen jedoch in die Uni-Mensa gehe achte ich darauf möglichst Geflügelfleisch zu essen und als Beilage keine stark-kalorischen Weißkohlehydrate wie Nudeln oder Reis, sondern lieber Kartoffeln zu essen. Außerdem auch hier wieder der Tipp möglichst viele Ballaststoffe, zum Beispiel als Salatbeilage aufzunehmen. Nachtisch ist mittags ein No-Go.
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Abendessen: Sicherlich etwas dogmatisch behaftet ist das Abendessen, das sich streng nach dem Grundsatz "abends keine Kohlehydrate" richtet. Stattdessen sind eiweißhaltige Tierprodukte angesagt, also Eiergerichte, Fisch, Geflügelfleisch, ohne Beilage, sondern maximal mit Salat.
Die einzige Ausnahme ist, wenn das abendliche Training sehr intensiv geführt wurde, also mehr als eineinhalb Stunden große Belastungen ausgeführt wurden. Dann sind die Glukosespeicher des Körpers leer und es muss unbedingt frische Energie zusätzlich zum Eiweiß zugeführt werden um den Körper nicht in eine Mangelsituation zu bringen, in der er Energie lieber einspeichert statt zum Ausbau der Muskeln und Ausdauer zu verwenden -> Muskelkater wäre die Folge. Während viele Sportler - und auch Sportphysiologen - auf Dehnübungen schwören (die zum Schutz vor Verletzungen auch ohne Frage unerlässlich sind!) legen viele Studien nahe, dass Dehnung eine vernachlässigbar kleine Wirkung hat und tatsächlich die rechtzeitige Nährstoffzufuhr von Mineralien und vor allem Eiweiß eine wesentlich größere Wirkung hat.
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Als nächstes folgt eine Argumentation, warum es falsch sein kann, sich im ersten Überschwang von Motivation schon in Phase eins in einem Fitnessstudio anzumelden. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass man zunächst durch die genannte Ernährungsumstellung (≠ Diät!) und mäßiges Ausdauertraining, also Radfahren, Schwimmen oder Joggen einen ersten Eindruck gewinnen soll, dass man tatsächlich Gewicht verlieren kann. (Wobei Joggen den meisten stark Übergewichtigen sehr unangenehm sein wird und die Motivation und Überwindung, regelmäßig Sport zu treiben nicht unbedingt fördert.) Wenn man dann 3-4 Kilo auf diese Weise verloren hat ist es Zeit, die ganze Aktion professioneller zu gestalten. Der psychologische Aspekt ist nicht zu verachten: Kommt man gänzlich unvorbereitet das erste Mal ins Studio, wird man erschlagen von Leuten, die gut aussehen und das augenscheinlich ganz ohne großen Aufwand, denn angestrengt sehen die an den Geräten ja nicht aus, oder? Weiß man aber, dass man auch ohne Fitnessstudio schon abnehmen kann sind die kritische Fragen der Trainer beim Erstellen des Trainingsplans im festen Wissen, dass man es auch ohne schafft gleich viel lustiger. (Als ich mich angemeldet habe hatte ich schon sieben Kilo abgenommen, das dem Trainer natürlich nicht gesagt und auf seine Frage, wie viel ich abnehmen wollte geantwortet, dass ich innerhalb eines halben Jahres meine Bikinifigur erreichen will. Das hat er mir nicht an dem Tag geglaubt, sondern ein halbes Jahr später...)
Noch ein wichtiger Tipp: Nutzt ein Probetraining ruhig aus um alle Kardiogeräte des Studios auszuprobieren. Dass das Krafttraining anstrengend wird und jedesmal wieder weh tut ist völlig klar, aber bei den Kardiogeräten kann und sollte man sich sicher sein, dass sie ergonomisch sind und man einen guten Rythmus finden kann. Denn wenn man mehrmals in der Woche 60-90 Minuten auf ein und demselben Gerät verbringt, dann kommt es nicht darauf an, dass man immer die Maximalzahl von Kalorien verbraucht, sondern dass man sich dabei gut und rythmisch fühlt und nicht nach fünf Minuten aufhören will. Abwechslung ist natürlich auch wichtig, immer nur Rudern oder Radfahren macht eben auch keinen Spaß.
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Bei einer so großen Aufgabe ist ein wesentlicher Aspekt, dass man in regelmäßigen Abständen Fortschritte feststellen möchte. Ich habe schon erklärt, dass die ersten Monate lieber kein Krafttraining gemaht werden sollte. Die Gründe dafür sind vielfältiger, als oben angedeutet. Zum einen ist wie gesagt wichtig, das man ein Gefühl dafür bekommt, dass regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung tatsächlich zu einer langfristigen Gewichtsreduzierung führt. Natürlich will man aber nicht nur leichter werden, sondern auch leichter aussehen. An dieser Stelle argumentieren Fitnesstrainer gerne damit, dass zusätzliche Muskeln zusätzliche Energie verbrauchen. Das stimmt zwar, bedeutet aber etwas anderes, nämlich, dass Gewicht nicht unbedingt reduziert wird, denn zumindest wenn man genügend Proteine zuführt wird Fettgewebe in Muskeln umgewandelt und die tatsächliche Gewichtsabnahme ist viel geringer. (Anmerkung: Natürlich kann man auch Krafttraining machen, kalorienreduziert essen und viel abnehmen. Aber der Nebeneffekt wird unausweichlich fürchterlicher Muskelkater nach jedem Training sein, da der Körper seine ganze Energie dafür aufwenden muss funktionsfähig zu bleiben. Für Reparaturen am Muskelapparat werden aber zusätzliche Proteine und Kohlehydrate benötigt. Die Folge: Man fühlt sich müde und kraftlos, da der Körper Energie zu sparen versucht. Ein kleiner Trost: Wer mehr wiegt, verbraucht trotzdem mehr Energie, da der unnötige Balast ja trotzdem in Bewegung gesetzt werden will und nach dem Gesetz der Trägheit auch das Energie kostet. Meine Empfehlung ist daher ganz klar nach einige Monaten langsam (und unter Aufsicht!) mit dem Krafttraining zu beginnen. Macht euch klar, dass das bedeutet, dass ihr erstmal 6-8 Wochen nicht abnehmen werdet, da euer Muskelanteil sich der neuen Belastung anpasst. Hier geht es nicht nach dem Motto "viel hilft viel", sondern die besten Ergebnisse erreicht man gerade, wenn man sich langsam an die eigene Belastungsgrenze herantastet. Eine Faustregel ist, dass einmal Muskelkater nach dem Training den Sportler drei-vier Trainingseinheiten zurückwirft. (Immerhin: Zunehmen wird man von Muskelkater auch nicht.)
Ist man erst einmal 2-3 Monate im Training und stellt fest, dass die Muskeln kräftiger und Arme und Beine straffer werden gilt es, vor allem am Ausdauerpart dran zu bleiben. Immer wieder sieht man Leute, die riesige Oberarme haben, weil sie fleißig Hanteln stemmen und trotzdem einen stattlichen Bauch vor sich herschieben. Deswegen: Wer daran denkt, Muskeln "definieren" zu wollen wie es immer so schön heißt: Das Primärziel muss heißen zunächst das Idealgewicht zu erreichen, denn nur so ist sichergestellt, dass die Hüfte wirklich schmal und die Schenkel wirklich straff werden. In Phase drei gilt, dass vor und nach dem Krafttraining eine halbe Stunde Ausdauertraining angemessen ist um die Muskeln gleichmäßig zu belasten und den Stoffwechsel anzukurbeln. Trotzdem ist meine Empfehlung, wenigstens alle zwei Wochen 90 Minuten am Stück die Ausdauer zu trainieren, um wirklich die Energiereserven aufzubrauchen um den Körper daran zu erinnern, dass er sich für schwerere Aufgaben gerüstet zeigen soll, auch wenn man die Leistungsfähigkeit garnicht steigern will. (Auf diese Weise wird die Ausdauer ohne Frage trotzdem steigen.) Mein Tipp zum Testen ist das Laufband: Vor dem Krafttraining 12-15 Minuten laufen und die Geschwindigkeit jede Minute um 0,1-0,3 km/h steigern. Die Schwierigkeit dabei ist natürlich nicht in den anaeroben Bereich zu kommen, vorher aufhören ist also nicht drin. Auf diese Weise kann man durch eine stetig steigende Einstiegsgeschwindigkeit den eigenen Metabolismus in kurzer Zeit deutlich leistungsfähiger machen. Für diejenigen, die jetzt einwenden, dass man sich vor dem Krafttraining nur aufwärmen und keineswegs verausgaben soll: Wenn man erstmal eine Weile in Phase zwei verbracht hat, dann sollte sich der Körper in 1-2 Minuten von 12 Minuten Laufen erholen können, egal wie schnell man läuft. Wenn das nicht geht, dann ist statt Krafttraining ohnehin mehr Ausdauer notwendig.
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Ein weiteres Thema, das bisweilen etwas dogmatisch behandelt wird sind Nahrungsergänzungen. Ich rede hier keineswegs von Dingen die professionelle Bodybuilder, deren Schwester Anna Bolika manchmal meint ihnen einreden zu müssen, sondern von profanen Dingen wie Eiweißshakes oder isotonischen Flüssigkeiten. Meine Meinung dazu ist eher postitiv, auch, weil man zumindest bei Eiweißshakes Produkete finden kann, die gut schmecken.
Warum sollte man nach dem Training Eiweißshakes trinken? Ganz einfach, weil bei regelmäßigem Krafttraining die direkt nach dem Training benötigte Eiweißmenge so groß ist, dass man sie mit normaler Nahrung nur schwer decken kann. (Ja, hab ich versucht. Aber 700g Putenfilet ist irgendwann einfach nicht mehr lecker...). Ein weit verbreitetes Gegenargument ist, dass Eiweißshakes Süßstoffe enthalten, die den Appetit anregen und so bisweilen dazu führen könnten, dass man zu viel Energie aufnimmt. Dagegen ist zu sagen, dass Eiweißaufnahme üblicherweise sehr sättigend wirkt und man sich angewöhnen sollte nach dem Training ohnehin keine unnötigen Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Abgesehen davon sind Heißhungeratacken ein sicheres Zeichen dafür, dass entweder tatsächlich eine physiologische oder psychologische Esstörung vorliegt oder einfach das Essverhalten über den Tag nicht konsequent genug eingehalten wird.
Warum sollte man bei extensivem Ausdauertraining isotonische Flüssigkeitsergänzungen zu sich nehmen? Mit Mineralienmangel ist nicht zu spaßen. Wer viel schwitzt muss nicht nur viel trinken, sondern auch viel Mineralien aufnehmen. Das geht am einfachsten schon beim Training, weil dadurch aktiv eine Übersäuerung der Muskeln vermieden werden kann. Denn auch hier gilt, dass, wenn man einmal nicht aufpasst und in die Übersäuerung hineinkommt, das viel schlimmer ist, als wenn man unter den eigenen Möglichkeiten Trainiert, weil der Körper zur Reparatur der Schäden nicht auf Fettreserver zurückgreift, sondern Muskelmasse verwendet, was natürlich nicht in unserem Sinne ist.
Zusammengefasst muss sicherlich jeder für sich entscheiden ob er sein Training so einrichten will, dass diese zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind (und damit u.U. auch langsamere Erfolge in Kauf nimmt).
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Die Frage, ob man lieber allein oder mit Freunden trainiert ist sicherlich schwer zu beantworten und wenn, dann abendfüllend. Zunächst ist klar festzuhalten, dass die allermeisten körperlichen Aktivitäten in Gesellschaft mehr Spaß machen. Man kann sich anspornen, sei es aus komparativen oder kooperativen Motiven. Man muss sich allerdings auch klarmachen, dass Trainingspartner im gegensatz zu anderen Menschen, die man seltener sieht nicht dazu neigen die eigenen Erfolge zu bemerken oder zu kommentieren, weil man langsame Veränderungen nicht so explizit wahrnimmt, wenn man oft genug nachschaut. Als Orientierung jedoch ist es nützlich, denn an Kraftgeräten kann man ja unmittelbar an der Last ablesen, ob der oder die Partnerin die Gewichte steigern kann.
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es als Mann unheimlich hilfreich ist mit Mädels zu trainieren, denn Männer bauen gemeinhin schneller Muskeln auf und Fett ab, sodass der Erfolg stets auf meiner Seite war. Nachteilig dabei ist natürlich, wenn immer einer das Fortschrittstempo diktiert, dass der/die anderen Partner durch den Umstand, dass es so aussieht, als ob sie keine Fortschritte machten, demotiviert werden können. (Vor allem, wenn das Level an Konsequenz und Disziplin nicht vergleichbar hoch ist.)
Außerdem, und das sollte man nicht unterschätzen, gibt es sowohl im Fitnesstudio als auch an der frischen Luft ja immer Fremde gibt, die ähnliche Aktivitäten ausführen. Der Vergleich ist für mich stets motivierend (vor allem, weil es beim Radfahren draußen nur an Feiertagen jemand schafft mich zu überholen. Ich gehe da noch einen Schritt weiter und postuliere, dass man erst einen annehmbaren Fitnesslevel erreicht hat, wenn man Samstags nachmittags auf dem Radweg vom Königsworther Platz zum Großen Garten bei zehn Runden nicht überholt wird.) Ich genieße es stets, wenn sich ein Zwei-Meter-Schrank neben mir aufs Laufband wuchtet, abschätzig auf meine Tempoanzeige schielt, 2km/h mehr einstellt, mit breiter Brust losrennt und dann nach zwei Minuten triumphierend, hyperventilierend und schwitzend wieder absteigt
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Ihr seid also mit Eifer dabei, merkt wie die Pfunde purzeln und die Schenkel sich straffen? Prima! Zeit, sich andere Beschäftigungen zu suchen. Nein, natürlich sollt ihr um Gottes Willen nicht aufhören zu trainieren. Mein Argument hier ist, dass genau in dem Moment wo ihr merkt, es tut sich was, ich fühle mich vital und kräftig, eine neue Sportart anfangen solltet (und zwar nicht als Ersatz, sondern zusätzlich). Das hat zwei Gründe: Erstens sorgt das dafür, dass die unweigerlich abflachende Motivationskurve durch die immer gleichen Übungen und Geräte im Studio hochgehalten wird. Zweitens sorgt Gesellschaft von anderen Sportlern, die euch nicht als Moppelchen kennen auch für eine ganze andere Anwerkennung als von euren Freundin, für die sich das Bild vom ernährungstechnischen Loser nur ganz langsam wandeln wird, was eurem Selbstbewusstsein nicht unerheblich zu Gute kommt. Nicht genug Zeit für noch mehr Sport? Na gut, aber dann versprecht immerhin nicht zweimal hintereinander das gleiche Kardiogerät zu benutzen. Das sorgt auch dafür, einseitige Muskelgruppenbelastungen zu vermeiden. Auch werdet ihr vielleicht feststellen, dass das eine oder andere Gerät mit der Zeit an Attraktivität verliert oder gewinnt, zum Beispiel weil einige Muskeln besser geeignet für die jeweiligen Bewegungsabläufe sind oder weil verbesserte Körperbalance und Gewichtsverteilung andere Rhythmen bei Crosstrainer oder Rudermaschine ermöglichen.
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Wow, du hast tatsächlich bis hier gelesen. (Falls du die Mitte übersprugen hast: Der Mörder ist der Gärtner und das erfährt man schon unter 7.) Wenn du mich kennst, dann kannst du vielleicht jetzt besser die Veränderungen des letzten jahres verstehen, die ich unternommen habe und die mir widerfahren sind. Wenn du auch abnehmen willst, vielleicht ist dieser Artikel dir ja eine Hilfe oder Motivation. Aber wie eingangs erwähnt: nichts auf der Welt wird helfen, wenn du nicht die Entscheidung triffst, es zu ändern, denn der Entschluss ändert alles. Zögere nicht, Freunde, Trainer, Mitstreiter (und zur Not sogar mich) um Rat zu fragen. Viel Erfolg!
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