W

Durchschnittlich.

in Lyrik, Philosophisches, Zehntel , by Fabian Transchel

Durchschnittlich.
Druchschnittlich.
Durchschittlnich.
Dchurschnittlich.
Durchschnittlich.
Dinittchlurschch.
Dttchlurschniich.
Dirchlschnttuich.
Durchschnittlich.
Dirccchsittlunhh.
Dccuiitrntchlshh.
Dccchhiilnsttruh.
Durchschnittlich.

Ganz und gar. Nicht
durchschnittlich.

 
W

Zehn Dinge über meine Lieblingsfarbe

in Psychosoziale Fallstudien , by Fabian Transchel

Neulich bin ich ganz unvermittelt gefragt worden, was meine Lieblingsfarbe sei. Noch vor einiger Zeit hätte ich ohne zu zögern gesagt, es sei gelb. Einige von euch, die sich an bisweilen knallgelb gefärbte Haare erinnern leuchtet das sicher sofort ein. Da es immer heißt, ich würde hier viel zu selten etwas persönliches schreiben teile ich nun zumindest schon einmal diese Einsicht mit euch. Meine Lieblingsfarbe, eine Untersuchung.

  1. Schwarz. Nein, es gibt Menschen, deren tiefstes Wesen dunkler ist. Selbst meine schmutzigsten Gedanken sind eher... bunt als schwarz. Ohne Frage zeitlos elegant und schlankmachend, doch Schwarz ist nicht meine Farbe. (Abgesehen davon, dass jetzt natürlich wieder einige einwenden, Schwarz sei ja auch keine Farbe. Zum Zwecke dieser Auszählung ist sie es.)

  2. Weiß. Auch keine Farbe und schon garnicht meine Farbe. Meine Küche und meine Wände sind weiß, aber nicht unbedingt aus freien Stücken. Da ich grundsätzlich keine Pastelltöne mag sind bunte Wände einfach zu grell und die Küche war zu großen teilen schon in der Wohnung drin. Was weiße Kleidung angeht. so stelle ich fest, dass es mit der Zeit immer weniger geworden ist, abgesehen von Handtüchern. Und mal ehrlich, die Farbe der Unschuld? Nein, Weiß ist nicht meine Farbe.

  3. Blau. Blau ist eine schöne Farbe. Voller Energie und Strahlkraft. Zwar kalt, aber in gewisser Weise auch beruhigend. Trotzdem, wenn ich überlege, was ich alles in blau habe fällt mir außer zwei Geschirrhandtüchern, einer Rührschüssel und einem Werkzeugkoffer nicht viel ein. Blau ist es auch nicht.

  4. Rosa. Wie kommt denn das hier in die Liste? Lass mich kurz überl... nein. Rosa ist es nicht.

  5. Braun. Nein, nein, nein. Braun ist kein Gedanke, keine Meinung und keine Farbe. Das meiste Holz das ich habe ist auch eher beige als braun, bevor jemand auf die Idee kommt.

  6. Beige. Beige - oder neudeutsch Eierschale - ist für Leute, die sich weiß nicht trauen, deren Welt aber auch nicht aus vollem Herzen bunt ist. Taxis sind beige, wie könnte ich es dann sein?

  7. Grün. Ah, jetzt werden die Sachen hier wieder besser. Grün ist die Farbe der Natur, bisweilen auch verpönt als "öko", aber tatsächlich begibt es sich, dass ich gerne grün trage. Und: Ich habe sogar einige (echte!) Pflanzen zu Hause, von denen seit dem letzten Umzug trotz beharrlicher Versuche meinerseits keine gestoben ist. (Und Leute, die mit mir GuildWars gespielt haben wissen, dass das womöglich auch mit einer gewissen Affinität zu Waldläufern zu tun hat.)

  8. Orange. Oh, range. Man verzeihe mir das schlechte Wortspiel, aber Range ist auch schon nicht schlecht. Vor allem in Neon-Farbe auf schwarzen T-Shirts macht es sich gut. MaPhy-Shirts sind auch orange, und meine neuen Fußballschuhe ohnehin. Apfelschorle ist meist orange-transparent. Orange mag ich, aber so richtig drauf ab fahre ich dann auch wieder nicht. Was kommt denn jetzt überhaupt noch in Frage?

  9. Gelb. Gelb, natürlich. Für viele Jahre war es meine feste Überzeugung, dass Gelb meine Farbe ist. (Auch wenn manche an dieser Stelle ungenannten Freunde nicht müde werden zu erwähnen, dass "Gelb [...] die Farbe der Geschlechtskranken" sei, so habe ich stets die Helligkeit und Wärme als inspirierend empfunden.) Die Sonne zum Beispiel wird meist als gelb dargestellt, obwohl sie tatsächlich eher grün leuchtet. Wie bereits erwähnt habe ich bisweilen gelb gefärbte Haare getragen und ich kan n nicht sagen, dass mir das nicht gefallen hat. Ich würde sie auch am ehesten wieder gelb färben. Trotzdem fahre ich irgendwie nicht mehr so drauf ab. Gelb ist toll, aber was ich in letzter Zeit manchmal gedacht habe ist, dass gelbe Farbe auch Unruhe zum Ausdruck bringt. Rastlosigkeit und Unausgeglichenheit. Womöglich ist meine aktuelle Wahl da nicht minder dynamisch besetzt, trotzdem fühlt es sich für mich ruhiger an. Lange Rede kurzer Sinn, kommen wir also zum Fazit dieser Untersuchung:

  10. Rot. Genau. Es ist rot. Ich weiß nicht, wann oder wieso, aber im Moment ist meine Farbe eindeutig Rot. Als ich meine neue Wohnung ohne Möbel und in einem hässlichen braunlila gestrichen gesehen habe hatte ich eine Vision davon in weiß und rot. Vielleicht ist das nicht der Beginn dieser Veränderung, aber sicher der im Moment stärkste Ausdruck. Mein Wohnzimmer rot einzurichten hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich finde den warmen, ruhigen aber dennoch dynamischen Eindruck äußerst wohltuend. Viele rote Klamotten habe ich zwar nicht, aber das rote T-Shirt war das erste in Größe S das ich gekauft habe, allein schon deswegen ist es etwas Besonderes. Ob mein Leben aber deswegen leidenschaftlicher oder wärmer wäre, da bin ich mir nicht sicher. Sicher bin ich mir nur, dass es noch mehr Leidenschaft und Wärme vertragen könnte ;-)

 
W

Linie 7

in Literatur, Philosophisches , by Fabian Transchel

Die 7 war spät dran heute und Stefan fror auf dem Bahnsteig, bis sie endlich ankam. Dennoch stieg er langsam und entspannt ein, immerhin war bald Wochenende. Er suchte sich seinen Lieblingsplatz ganz am Ende des Wagens, wo die breite Bank vor der Rückbank stand. Ein Vorteil der alten Wagen ohne Durchgang: Die Rückwand. Wenn er hier saß hatte er immer das Gefühl, Herr über das ganze Abteil zu sein. Er konnte, wenn nicht zu viel los war, bis nach vorne durchgucken und die anderen Fahrgäste beobachten. Das machte er am liebsten. Es war früh am Nachmittag und der Zug war nicht voll. Nicht viele Menschen hatten so früh Feierabend, wie Stefan heute. Außer ihm saß noch eine ältere Dame in dem Abteil, die eine grün karierte Jacke trug, die vielleicht im Schottland des letzten Jahrhunderts irgendwann modisch war. Außerdem saß ein Mann am anderen Ende des Abteils.

Der Mann fiel ihm schon früh auf. Er hatte eine entsetzlich geschmacklose Baseballkappe auf dem kahlrasierten Schädel, die ein ihm unbekanntes Muster zierte und kam vom anderen Ende des Abteils auf Stefan zu. Er setzte sich drei Plätze entfernt von ihm auf einen der Sitze die an der Seitenwand angebracht waren und stierte aus dem Fenster. Stefan dachte, er sähe irgendwie nervös aus. Er zuppelte bisweilen in den Taschen seines knallroten Pullovers, hielt den Blick jedoch starr nach draußen.

An der nächsten Station stieg die Frau, die nicht weit von Stefan entfernt gesessen hatte, aus. Sie schleppte schwere Einkäufe und war sicher froh, bald zu Hause zu sein. Stefan war nun mit dem Pullover-Mann allein im Abteil und überlegte, dass er selbst noch vier Stationen fahren musste. Dennoch, der Gedanke an das Wochenende heiterte ihn auf und Freitags genoss er die Heimfahrt noch mehr als an allen anderen Tagen.

Der Pullover-Mann mit der hässlichen Mütze sah zu ihm herüber. Er sah nicht gefährlich, aber irgendwie berechnend aus. Stefan nickte mit dem Kopf. Der andere Mann schaute wieder aus dem Fenster. Dann stand er auf.

"Geld oder Leben!" sagte er mit zitternder Stimme und holte etwas ungeschickt eine Pistole aus seiner Pullovertasche hervor. Stefan erstarrte, wollte sich aber nicht der Situation hingeben. "Hallo, ich bin Stefan. Schön dich kennen zu lernen", sagte Stefan. "Wie heißt du?"
"Halt die Fresse! Gib mir dein Portemonaie und ich verschwinde wieder!", schrie er. Stefans gespielte Lockerheit schien ihn nicht zu beruhigen. Stefan fragte sich, was in dieser Situation schlimmer war: Nichts tun in der Hoffnung, darüber hinweg zu kommen oder sich der Situation zu stellen. Wie entschlossen ist jemand, der die Pistole mit zwei schwitzigen Händen umklammert? Oder: Wie verzweifelt?

Es wurde dunkel. Stefan erkannte erschreckt, dass sie in den langen Tunnel vor der Station Kantplatz eingefahren waren. Mindestens fünf Minuten würde es dauern, bis sie sie erreichten. Als die Innenbeleuchtung anging stand der Fremde noch ein Stück näher bei ihm und hielt die Pistole direkt auf Stefan gerichtet.

"Bist du taub oder dumm? Geld oder Leben", sagte er wieder. "Das ist nicht gerade der modernste Spruch oder?" Stefan schüttelte theatralisch den Kopf. "Immerhin, er erfüllt seinen Zweck. Ich werde dir mein Geld aber nicht geben, denn du bist ein Räuber und verdienst es nicht." "Was weißt du schon, dann halt Leben", sagte der Räuber betont gleichgültig und zog die Sicherung der Pistole zurück.

"Du willst mich erschießen? Tja, vermutlich bleibt dir garnichts anderes übrig. Wir stecken bei in einer Zwickmühle. Entweder ich gebe dir mein Geld oder ich gebe es dir nicht. Wenn du mich erschießt bekommst du es auf jeden Fall. Es wäre also klüger, wenn ich es dir einfach so gäbe, richtig? Ich sag dir was: jemanden ausrauben ist eine Sache, aber erschießen? Das heißt schon was. Willst du dich so schuldig machen?" Der Fremde wurde unruhig. "Schnauze halten, habe ich gesagt! Schwing hier keine Reden, sondern her mit der Geldbörse. Na los!" Immer heftiger fuchtelte er mit der Waffe vor Stefans Gesicht herum.

Der aber gab sich nicht geschlagen. "Weißt du, mir fällt da noch etwas ein. Vielleicht ist es dir nicht klar, oder es kümmert dich nicht, aber du hast auf jeden Fall ein Problem. Wenn du mich ausraubst werde ich dich anzeigen, ermitteln, identifizieren und deiner Strafe zuführen. Wenn du mich tötest wird das jemand anders tun, weil Mord allgemeine Aufmerksamkeit erzeugt, besonders aus niedrigen Beweggründen. Du siehst also, wenn du jetzt nicht deine Knarre einsteckst und abziehst wirst du bestraft. Ob dir da meine 20 Euro die ich im Portemonaie habe so viel weiterhelfen, bezweifle ich."

"Ich werde doch wegen dir Dummschwätzer nicht in den Knast gehen! Klappe halten habe ich gesagt. Ich zähle jetzt bis drei, dann gibst du mir deine Geldbörse oder ich blas dich weg, ob du's glaubst oder nicht. Na, was ist?"

Die Bahn fuhr mit queitschenden Bremsen in der Station ein. Hastig drehte sich der Räuber zum Bahnsteig um, um sich zu versichern, dass niemand seine Waffe sah. Er steckte sie wieder in seine Pullovertasche. Stefan gestattete sich, zu atmen, stand auf und ging auf die Tür zu. "Du hast gewonnen, meinst du?", sagte der Mann. Er wirkte erleichtert. Dann fuhr er fort: "Nein, mein Lieber. Wir alle verlieren. Immer." "Auf Wiedersehen", sagte Stefan, drehte sich um, die Aufmerksamkeit der am Bahnsteig wartenden Fahrgäste wie den süßen Duft der Freiheit umarmend.

Dann wurde es dunkel.

 
W

Zehn Dinge über Zwanzig Kilo

in Sport und Fitness , by Fabian Transchel

Viele Freunde und Bekannte haben mich gefragt, wie es zu schaffen sei, praktisch heimlich und ohne großes Aufheben darum zu machen über zwanzig Kilo abzunehmen. Der Vorwurf, es gebe einen heimlichen Trick, ein Wundermittel, eine Transchel-Diät, wiegt ebenso schwer wie die Bewunderung und Anerkennung, die ich erfahren durfte. Dieser Artikel soll weder irgendjemanden von der verwendeten Methode überzeugen (das ist nicht nur unmöglich, sondern mir auch völlig gleichgültig), noch selbstverherrlichende Beweihräucherung sein. Dies sind die Zehn Dinge, die ich als wesentliche Aspekte meiner Entwicklung verstehe. Nicht mehr, und auch nicht weniger.

  1. Ich meiner neuen Wohnung wird demnächst ein Sinnspruch von Descartes zu lesen sein: "Glück ist ein Entschluss". So wenig wie es ein Traum oder ein Wunsch vermag uns wirklich und wahrhaftig zu verändern, so ist das, was den Anfang dieser Geschichte markiert ein Entschluss. Nicht der Entschluss, schlank und attraktiv und erfolgreich zu sein. Der Entschluss hieß (und heißt!) Glücklichsein. Man neigt gemeinhin dazu, seinem eigenen Glück Bedingungen aufzuzwingen: "Wenn ich so und so viel Geld und Ruhm habe, werde ich glücklich sein", "Wenn ich mein Diplom in der Tasche habe, werde ich glücklich sein", "Wenn ich schlank bin, werde ich glücklich sein"... und so weiter. Nichts davon führt dazu, dass sich etwas ändert, weil man ja genau das erwartet. Man erwartet das Glück an Stellen, die man ohne Glücklich zu sein nicht erreicht. Ich kann den Grund für diesen Entschluss nicht benennen, ebenso wenig, wie ich es mir nicht so einfach machen will gescheiterte Beziehungen oder allgemeine körperliche Unzufriedenheit als Gründe zu nennen, denn die Beobachtung mit eineinhalb jahren Abstand ist tatsächlich nur: Ich war zu dem Zeitpunkt nicht glücklich und entschied mich, es zu sein. (Und nicht etwa zu werden.) Jetzt kann man einwenden, wie kann man von jetzt auf gleich scheinbar grundlos einen so bedeutsamen Sinnwandel vollführen. Ich weiß es nicht, und das ist auch der Grund warum ich für mich nicht in Anspruch nehme irgend jemandem mit diesen Zeilen auch nur ein Gramm Fett von den Hüften schreiben zu können. Im Gegenteil: Was ich im Folgenden erkläre klingt sicher furchtbar ungerecht, selbstgerecht und bisweilen unglaubhaft. Das kann ich natürlich nicht ändern. Aber, und das sollte euch klar werden, das will ich ja auch garnicht.

    Ich unterteile meine Entwicklung im Moment in drei Phasen:

    • Erste Phase: Beginn der körperlichen Aktivität, Ausdauertraining, Gewichtsreduktion (Dauer: 3-5 Monate)
    • Zweite Phase: Leistungaufbauendes Fitnesstraining, inkl. Krafttraining bei gleichzeitiger Gewichtsreduktion (Dauer 5-8 Monate)
    • Letzte Phase: Leistungserhaltendes Fitnesstraining, Gewichtsstabilisierung
  2. Der erste Hauptsatz der Thermodynamik macht eine Aussage über die Energiebilanz von geschlossenen Systemen. Eine treffende heuristische Beschreibung von Professor Luis Santos lautet: "Was kommt, ist, was geht."
    Das bedeutet: Ein System, das mehr Energie aufnimmt als es verbraucht behält freie (innere) Energie zurück. Ein menschlicher Körper macht daraus entweder mechanische und kognitive Arbeit, oder er speichert es für später. Für später speichern heißt, in Fettgewebe umwandeln. Mit anderem Vorzeichen bedeutet das, dass, wer mehr verbraucht, als er an Energie zu sich nimmt, Energie abgibt. Der Körper belohnt das durch die Rückwandlung von Fett in Energie.

    Ein kleines Beispiel: Ein Kilo Fett ist das Energieäquivalent von ~8000 kcal. Je nach Gewicht entspricht das etwa einer Leistung von 2,4 kWh. Das bedeutet, dass ich um 8000 kcal zu verbrennen 12 Stunden lang 200 Watt im Schnitt leisten muss. Auf 20 Kilo hochgerechnet sind das 240 Stunden, also auf ein Jahr gerechnet garnicht einmal so viel.
    Ich bin weit davon entfernt, dogmatisch Kalorien zu zählen. In der Regel schätze ich meinen Verbrauch und meine Aufnahme nur großzügig ab. (Und zwar beides: 824 kcal im Fitnessstudio sind ~900 kcal, 657 kcal laut Pizza-Verpackung sind auch 700 kcal.) Im Mittel stimmen die Abschätzungen, und ich muss nicht entnervt auf die Waage rennen, wenn ich 20 kcal zu viel gegessen haben sollte. Ohnehin ist mein Tagesziel während dieser Phase 700 kcal pro Tag mehr zu verbrauchen als aufzunehmen. Wie man das dauerhaft sicherstellen kann, siehe unten.

  3. Es gibt drei Aspekte, die für einen gesunden Lebenswandel aus meiner Sicht unerlässlich sind. Erstens, wie genannt, die positive Grundeinstellung. Das Wissen um den eigenen Erfolg führt dazu, dass mir egal ist, welche kurzfristigen Ergebnisse ich erziele, weil mir klar ist, dass ich daran nichts, wirklich rein garnicht ablesen kann. Zweitens, die sportliche Betätigung (siehe unten). Drittens, eine ausgewogene Ernährung. Damit, weniger Energie aufzunehmen als zu verbrauchen ist es nur am Anfang getan. Sofern man denn Ausdauersport betreibt (und das ist die einzige Möglichkeit zuverlässig und berechenbar signifikant viele Kalorien zu verbrauchen) reicht es nicht aus, einfach irgendetwas zu essen. Veränderungen, die ich bewusst an meiner Ernährung vorgenommen habe (und zwar lange, bevor ich im Fitnesstudio über "die richtige Ernährung" belehrt wurde), umfassen folgende Aspekte:

    • Anzahl und Zeit der Mahlzeiten
    • Art und Umfang der Mahleiten

    Hier gilt es die drei o.g. Phasen grundsätzlich zu unterscheiden. Es gilt allgemein, dass man drei Hauptmahlzeiten einnehmen sollte, die zeitlich jeweils etwa fünf Stunden auseinander liegen. In Phase eins ist man noch weitgehend untrainiert und der Körper verbraucht während dieser Zeit seine Glukosereserven nicht vollständig, sodass bei Nahrung, die hinreichend sättigend wirkt, kein Heißhunger aufkommen wird. In Phase zwei ist es angemessen das Frühstück etwas zu erweitern, sodass man insgesamt mehr Reserven für den Tag hat. Auch sind einzelne Obstzwischenmahlzeiten erlaubt. Ab dieser Phase gilt auch, dass man unbedingt eine Stunde vor dem Sport Nahrung zu sich nimmt. Die Erklärung hierfür ist, dass die zugeführte Nahrung die Glukosereserven auffüllt, sodass man wenigstens eineinhalb Stunden trainieren kann. Wer den Tag über hungert hat keine Reserven mehr, abends Kalorien zu verbrauchen, und es lohnt sich mehr 90 Minuten zu schwitzen, wenn man vorher mäßig gegessen hat, als nach einer halben Stunde mit brennenden Beinen zusammenzubrechen, weil man sich den Tag über alle Energie versagt hat. In der dritten Phase als trainierter Sportler machen die Muskeln bis zu 60% des Körpergewichts aus und die verbrennen auch im Leerlauf (also Bürotätigkeit etc.) ordentlich Energie, was bedeutet, dass man im prinzip alle zwei Stunden ein wenig Energie nachlegen muss um keinen Hunger zu bekommen. Aber auch hier gilt, dass in der Regel ein Stück Obst zwischen den Hauptmahlzeiten ausreicht.

    Kleiner Einschub: Hunger ist der schlimmste Feind des Sportlers: Der Körper reagiert sofort darauf, indem er den Verbrauch senkt (man wird müde), was dazu führt dass Reserven nicht ab- sondern aufgebaut werden. Wer dauerhaft abnehmen will muss seine Ernährung so abstimmen, dass er immer schon Energie zu sich nimmt, bevor er Hunger verspürt, aber natürlich nicht so viel, sie nicht vollständig verbraucht wird.

    Abgesehen von der generellen Herangehensweise (für die mir Sportwissenschaftler sicher den Kopf abreißen würden, aber wenn es nach denen geht hätte ich nichtmal zwei kilo abgenommen) ist es natürlich auch wichtig, was man isst. Das bedeutet, morgens und mittags Kohlenhydrate und Fette, und abends und nach dem Training möglichst keine Kohlenhydrate, sondern viel Eiweiß. Abgesehen davon wird, wer viel Eiweiß aufnimmt schnell feststellen, dass Ballaststoffe sehr viel wertvollere Nahrungsbestandteile sind, als der Name vermuten lässt, denn sie sorgen für einen angenehmen Stuhlgang und binden Flüssigkeit. Das stabilisiert den Wasserhaushalt, der durch viel Ausdauersport und dem dadurch bedingten Schwitzen oftmals durcheinander gerät.

  4. Im Folgenden werde ich meinen persönlichen Speiseplan darlegen, wie er für mich funktioniert hat. An dieser Stelle weise ich ausdrücklich darauf hin, dass jeder andere Vorlieben hat und nur, weil die Energiebilanz stimmt sollte man nicht auf Geschmack verzichten.

    • Frühstück: Eine Scheibe dunkles Schwarzbrot. (Bei mir: Sonnenblumenkernbrot.) Darauf eine Scheibe Käse, Frischkäse oder Honig. Aus meiner Sicht ist Schwarzbrot zum Frühstück abgesehen von Müslis (die ich nicht mag) ziemlich alternativlos beim Frühstück: Die mehrfach wertigen Kohlenhydrate sättigen länger als Weißbrot und geben die morgens so dringend benötigten Glukolnachschübe. Außerdem sind ungemahlene Vollkörner reich an Ballaststoffen. Zum Belag: Sicher kann man hier darüber streiten, was angemessen ist, aber hier gilt wie schon gesagt, dass der Belag auch schmecken muss, Harzer Käse kommt also nicht in Frage. Ich bevorzutage tatsächlich mittelalten Gouda, der im globalen Käsevergleich nicht gerade die Fitnessbombe ist, aber der Geschmack entschädigt dafür, dass es eben nur eine Scheibe davon gibt, die bis mittags reichen muss und auch reicht. Dazu trinke ich eine Tasse fettarme Milch um Eiweiß und Flüssigkeit zur Verfügung zu stellen. Außerdem komplettiert ab Phase zwei 100g Joghurt das Frühstück. Der Joghurt ist nicht immer der selbe, empfehlen kann ich jedoch Heidelbeeren, die viel Ballaststoffe enthalten.

    • Mittagessen: Normalerweise esse ich Mittags zwei Scheiben Schwarzbrot nach Art des Frühstücks. Wenn ich mit den Kollegen jedoch in die Uni-Mensa gehe achte ich darauf möglichst Geflügelfleisch zu essen und als Beilage keine stark-kalorischen Weißkohlehydrate wie Nudeln oder Reis, sondern lieber Kartoffeln zu essen. Außerdem auch hier wieder der Tipp möglichst viele Ballaststoffe, zum Beispiel als Salatbeilage aufzunehmen. Nachtisch ist mittags ein No-Go.

    • Abendessen: Sicherlich etwas dogmatisch behaftet ist das Abendessen, das sich streng nach dem Grundsatz "abends keine Kohlehydrate" richtet. Stattdessen sind eiweißhaltige Tierprodukte angesagt, also Eiergerichte, Fisch, Geflügelfleisch, ohne Beilage, sondern maximal mit Salat.

    Die einzige Ausnahme ist, wenn das abendliche Training sehr intensiv geführt wurde, also mehr als eineinhalb Stunden große Belastungen ausgeführt wurden. Dann sind die Glukosespeicher des Körpers leer und es muss unbedingt frische Energie zusätzlich zum Eiweiß zugeführt werden um den Körper nicht in eine Mangelsituation zu bringen, in der er Energie lieber einspeichert statt zum Ausbau der Muskeln und Ausdauer zu verwenden -> Muskelkater wäre die Folge. Während viele Sportler - und auch Sportphysiologen - auf Dehnübungen schwören (die zum Schutz vor Verletzungen auch ohne Frage unerlässlich sind!) legen viele Studien nahe, dass Dehnung eine vernachlässigbar kleine Wirkung hat und tatsächlich die rechtzeitige Nährstoffzufuhr von Mineralien und vor allem Eiweiß eine wesentlich größere Wirkung hat.

  5. Als nächstes folgt eine Argumentation, warum es falsch sein kann, sich im ersten Überschwang von Motivation schon in Phase eins in einem Fitnessstudio anzumelden. Ich bin zu der Einsicht gekommen, dass man zunächst durch die genannte Ernährungsumstellung (≠ Diät!) und mäßiges Ausdauertraining, also Radfahren, Schwimmen oder Joggen einen ersten Eindruck gewinnen soll, dass man tatsächlich Gewicht verlieren kann. (Wobei Joggen den meisten stark Übergewichtigen sehr unangenehm sein wird und die Motivation und Überwindung, regelmäßig Sport zu treiben nicht unbedingt fördert.) Wenn man dann 3-4 Kilo auf diese Weise verloren hat ist es Zeit, die ganze Aktion professioneller zu gestalten. Der psychologische Aspekt ist nicht zu verachten: Kommt man gänzlich unvorbereitet das erste Mal ins Studio, wird man erschlagen von Leuten, die gut aussehen und das augenscheinlich ganz ohne großen Aufwand, denn angestrengt sehen die an den Geräten ja nicht aus, oder? Weiß man aber, dass man auch ohne Fitnessstudio schon abnehmen kann sind die kritische Fragen der Trainer beim Erstellen des Trainingsplans im festen Wissen, dass man es auch ohne schafft gleich viel lustiger. (Als ich mich angemeldet habe hatte ich schon sieben Kilo abgenommen, das dem Trainer natürlich nicht gesagt und auf seine Frage, wie viel ich abnehmen wollte geantwortet, dass ich innerhalb eines halben Jahres meine Bikinifigur erreichen will. Das hat er mir nicht an dem Tag geglaubt, sondern ein halbes Jahr später...)

    Noch ein wichtiger Tipp: Nutzt ein Probetraining ruhig aus um alle Kardiogeräte des Studios auszuprobieren. Dass das Krafttraining anstrengend wird und jedesmal wieder weh tut ist völlig klar, aber bei den Kardiogeräten kann und sollte man sich sicher sein, dass sie ergonomisch sind und man einen guten Rythmus finden kann. Denn wenn man mehrmals in der Woche 60-90 Minuten auf ein und demselben Gerät verbringt, dann kommt es nicht darauf an, dass man immer die Maximalzahl von Kalorien verbraucht, sondern dass man sich dabei gut und rythmisch fühlt und nicht nach fünf Minuten aufhören will. Abwechslung ist natürlich auch wichtig, immer nur Rudern oder Radfahren macht eben auch keinen Spaß.

  6. Bei einer so großen Aufgabe ist ein wesentlicher Aspekt, dass man in regelmäßigen Abständen Fortschritte feststellen möchte. Ich habe schon erklärt, dass die ersten Monate lieber kein Krafttraining gemaht werden sollte. Die Gründe dafür sind vielfältiger, als oben angedeutet. Zum einen ist wie gesagt wichtig, das man ein Gefühl dafür bekommt, dass regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung tatsächlich zu einer langfristigen Gewichtsreduzierung führt. Natürlich will man aber nicht nur leichter werden, sondern auch leichter aussehen. An dieser Stelle argumentieren Fitnesstrainer gerne damit, dass zusätzliche Muskeln zusätzliche Energie verbrauchen. Das stimmt zwar, bedeutet aber etwas anderes, nämlich, dass Gewicht nicht unbedingt reduziert wird, denn zumindest wenn man genügend Proteine zuführt wird Fettgewebe in Muskeln umgewandelt und die tatsächliche Gewichtsabnahme ist viel geringer. (Anmerkung: Natürlich kann man auch Krafttraining machen, kalorienreduziert essen und viel abnehmen. Aber der Nebeneffekt wird unausweichlich fürchterlicher Muskelkater nach jedem Training sein, da der Körper seine ganze Energie dafür aufwenden muss funktionsfähig zu bleiben. Für Reparaturen am Muskelapparat werden aber zusätzliche Proteine und Kohlehydrate benötigt. Die Folge: Man fühlt sich müde und kraftlos, da der Körper Energie zu sparen versucht. Ein kleiner Trost: Wer mehr wiegt, verbraucht trotzdem mehr Energie, da der unnötige Balast ja trotzdem in Bewegung gesetzt werden will und nach dem Gesetz der Trägheit auch das Energie kostet. Meine Empfehlung ist daher ganz klar nach einige Monaten langsam (und unter Aufsicht!) mit dem Krafttraining zu beginnen. Macht euch klar, dass das bedeutet, dass ihr erstmal 6-8 Wochen nicht abnehmen werdet, da euer Muskelanteil sich der neuen Belastung anpasst. Hier geht es nicht nach dem Motto "viel hilft viel", sondern die besten Ergebnisse erreicht man gerade, wenn man sich langsam an die eigene Belastungsgrenze herantastet. Eine Faustregel ist, dass einmal Muskelkater nach dem Training den Sportler drei-vier Trainingseinheiten zurückwirft. (Immerhin: Zunehmen wird man von Muskelkater auch nicht.)

    Ist man erst einmal 2-3 Monate im Training und stellt fest, dass die Muskeln kräftiger und Arme und Beine straffer werden gilt es, vor allem am Ausdauerpart dran zu bleiben. Immer wieder sieht man Leute, die riesige Oberarme haben, weil sie fleißig Hanteln stemmen und trotzdem einen stattlichen Bauch vor sich herschieben. Deswegen: Wer daran denkt, Muskeln "definieren" zu wollen wie es immer so schön heißt: Das Primärziel muss heißen zunächst das Idealgewicht zu erreichen, denn nur so ist sichergestellt, dass die Hüfte wirklich schmal und die Schenkel wirklich straff werden. In Phase drei gilt, dass vor und nach dem Krafttraining eine halbe Stunde Ausdauertraining angemessen ist um die Muskeln gleichmäßig zu belasten und den Stoffwechsel anzukurbeln. Trotzdem ist meine Empfehlung, wenigstens alle zwei Wochen 90 Minuten am Stück die Ausdauer zu trainieren, um wirklich die Energiereserven aufzubrauchen um den Körper daran zu erinnern, dass er sich für schwerere Aufgaben gerüstet zeigen soll, auch wenn man die Leistungsfähigkeit garnicht steigern will. (Auf diese Weise wird die Ausdauer ohne Frage trotzdem steigen.) Mein Tipp zum Testen ist das Laufband: Vor dem Krafttraining 12-15 Minuten laufen und die Geschwindigkeit jede Minute um 0,1-0,3 km/h steigern. Die Schwierigkeit dabei ist natürlich nicht in den anaeroben Bereich zu kommen, vorher aufhören ist also nicht drin. Auf diese Weise kann man durch eine stetig steigende Einstiegsgeschwindigkeit den eigenen Metabolismus in kurzer Zeit deutlich leistungsfähiger machen. Für diejenigen, die jetzt einwenden, dass man sich vor dem Krafttraining nur aufwärmen und keineswegs verausgaben soll: Wenn man erstmal eine Weile in Phase zwei verbracht hat, dann sollte sich der Körper in 1-2 Minuten von 12 Minuten Laufen erholen können, egal wie schnell man läuft. Wenn das nicht geht, dann ist statt Krafttraining ohnehin mehr Ausdauer notwendig.

  7. Ein weiteres Thema, das bisweilen etwas dogmatisch behandelt wird sind Nahrungsergänzungen. Ich rede hier keineswegs von Dingen die professionelle Bodybuilder, deren Schwester Anna Bolika manchmal meint ihnen einreden zu müssen, sondern von profanen Dingen wie Eiweißshakes oder isotonischen Flüssigkeiten. Meine Meinung dazu ist eher postitiv, auch, weil man zumindest bei Eiweißshakes Produkete finden kann, die gut schmecken.

    Warum sollte man nach dem Training Eiweißshakes trinken? Ganz einfach, weil bei regelmäßigem Krafttraining die direkt nach dem Training benötigte Eiweißmenge so groß ist, dass man sie mit normaler Nahrung nur schwer decken kann. (Ja, hab ich versucht. Aber 700g Putenfilet ist irgendwann einfach nicht mehr lecker...). Ein weit verbreitetes Gegenargument ist, dass Eiweißshakes Süßstoffe enthalten, die den Appetit anregen und so bisweilen dazu führen könnten, dass man zu viel Energie aufnimmt. Dagegen ist zu sagen, dass Eiweißaufnahme üblicherweise sehr sättigend wirkt und man sich angewöhnen sollte nach dem Training ohnehin keine unnötigen Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Abgesehen davon sind Heißhungeratacken ein sicheres Zeichen dafür, dass entweder tatsächlich eine physiologische oder psychologische Esstörung vorliegt oder einfach das Essverhalten über den Tag nicht konsequent genug eingehalten wird.

    Warum sollte man bei extensivem Ausdauertraining isotonische Flüssigkeitsergänzungen zu sich nehmen? Mit Mineralienmangel ist nicht zu spaßen. Wer viel schwitzt muss nicht nur viel trinken, sondern auch viel Mineralien aufnehmen. Das geht am einfachsten schon beim Training, weil dadurch aktiv eine Übersäuerung der Muskeln vermieden werden kann. Denn auch hier gilt, dass, wenn man einmal nicht aufpasst und in die Übersäuerung hineinkommt, das viel schlimmer ist, als wenn man unter den eigenen Möglichkeiten Trainiert, weil der Körper zur Reparatur der Schäden nicht auf Fettreserver zurückgreift, sondern Muskelmasse verwendet, was natürlich nicht in unserem Sinne ist.

    Zusammengefasst muss sicherlich jeder für sich entscheiden ob er sein Training so einrichten will, dass diese zusätzlichen Maßnahmen notwendig sind (und damit u.U. auch langsamere Erfolge in Kauf nimmt).

  8. Die Frage, ob man lieber allein oder mit Freunden trainiert ist sicherlich schwer zu beantworten und wenn, dann abendfüllend. Zunächst ist klar festzuhalten, dass die allermeisten körperlichen Aktivitäten in Gesellschaft mehr Spaß machen. Man kann sich anspornen, sei es aus komparativen oder kooperativen Motiven. Man muss sich allerdings auch klarmachen, dass Trainingspartner im gegensatz zu anderen Menschen, die man seltener sieht nicht dazu neigen die eigenen Erfolge zu bemerken oder zu kommentieren, weil man langsame Veränderungen nicht so explizit wahrnimmt, wenn man oft genug nachschaut. Als Orientierung jedoch ist es nützlich, denn an Kraftgeräten kann man ja unmittelbar an der Last ablesen, ob der oder die Partnerin die Gewichte steigern kann.

    Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass es als Mann unheimlich hilfreich ist mit Mädels zu trainieren, denn Männer bauen gemeinhin schneller Muskeln auf und Fett ab, sodass der Erfolg stets auf meiner Seite war. Nachteilig dabei ist natürlich, wenn immer einer das Fortschrittstempo diktiert, dass der/die anderen Partner durch den Umstand, dass es so aussieht, als ob sie keine Fortschritte machten, demotiviert werden können. (Vor allem, wenn das Level an Konsequenz und Disziplin nicht vergleichbar hoch ist.)

    Außerdem, und das sollte man nicht unterschätzen, gibt es sowohl im Fitnesstudio als auch an der frischen Luft ja immer Fremde gibt, die ähnliche Aktivitäten ausführen. Der Vergleich ist für mich stets motivierend (vor allem, weil es beim Radfahren draußen nur an Feiertagen jemand schafft mich zu überholen. Ich gehe da noch einen Schritt weiter und postuliere, dass man erst einen annehmbaren Fitnesslevel erreicht hat, wenn man Samstags nachmittags auf dem Radweg vom Königsworther Platz zum Großen Garten bei zehn Runden nicht überholt wird.) Ich genieße es stets, wenn sich ein Zwei-Meter-Schrank neben mir aufs Laufband wuchtet, abschätzig auf meine Tempoanzeige schielt, 2km/h mehr einstellt, mit breiter Brust losrennt und dann nach zwei Minuten triumphierend, hyperventilierend und schwitzend wieder absteigt ;-)

  9. Ihr seid also mit Eifer dabei, merkt wie die Pfunde purzeln und die Schenkel sich straffen? Prima! Zeit, sich andere Beschäftigungen zu suchen. Nein, natürlich sollt ihr um Gottes Willen nicht aufhören zu trainieren. Mein Argument hier ist, dass genau in dem Moment wo ihr merkt, es tut sich was, ich fühle mich vital und kräftig, eine neue Sportart anfangen solltet (und zwar nicht als Ersatz, sondern zusätzlich). Das hat zwei Gründe: Erstens sorgt das dafür, dass die unweigerlich abflachende Motivationskurve durch die immer gleichen Übungen und Geräte im Studio hochgehalten wird. Zweitens sorgt Gesellschaft von anderen Sportlern, die euch nicht als Moppelchen kennen auch für eine ganze andere Anwerkennung als von euren Freundin, für die sich das Bild vom ernährungstechnischen Loser nur ganz langsam wandeln wird, was eurem Selbstbewusstsein nicht unerheblich zu Gute kommt. Nicht genug Zeit für noch mehr Sport? Na gut, aber dann versprecht immerhin nicht zweimal hintereinander das gleiche Kardiogerät zu benutzen. Das sorgt auch dafür, einseitige Muskelgruppenbelastungen zu vermeiden. Auch werdet ihr vielleicht feststellen, dass das eine oder andere Gerät mit der Zeit an Attraktivität verliert oder gewinnt, zum Beispiel weil einige Muskeln besser geeignet für die jeweiligen Bewegungsabläufe sind oder weil verbesserte Körperbalance und Gewichtsverteilung andere Rhythmen bei Crosstrainer oder Rudermaschine ermöglichen.

  10. Wow, du hast tatsächlich bis hier gelesen. (Falls du die Mitte übersprugen hast: Der Mörder ist der Gärtner und das erfährt man schon unter 7.) Wenn du mich kennst, dann kannst du vielleicht jetzt besser die Veränderungen des letzten jahres verstehen, die ich unternommen habe und die mir widerfahren sind. Wenn du auch abnehmen willst, vielleicht ist dieser Artikel dir ja eine Hilfe oder Motivation. Aber wie eingangs erwähnt: nichts auf der Welt wird helfen, wenn du nicht die Entscheidung triffst, es zu ändern, denn der Entschluss ändert alles. Zögere nicht, Freunde, Trainer, Mitstreiter (und zur Not sogar mich) um Rat zu fragen. Viel Erfolg!

 
W

Ein Zehntel: 21

in Musik, Zehntel , by Fabian Transchel

Wisst ihr, normalerweise kaufe ich ja nicht viel Musik. Und schonmal garnicht, wenn Tausende andere das gleiche Album kaufen. Genau aus dem Grund habe ich mich lange gesträubt, 21 von Adele zu kaufen. Ich habe Ende letzten Jahres zwei Tracks daraus gehört, neben dem unausweichlichen Rolling in the deep auch Turning tables. Obwohl letztgenannter Track sehr langsam arrangiert ist überzeugt Adele mit voluminöser und variantenreicher Stimmleistung. Was mich zögern ließ war eben genau jener Umstand, dass dieses feine Stück Brit-Soul durch Rolling in the deep praktisch Mainstream geworden war.

An dieser Stelle ein Geständnis: Ich hätte dem Geschmack der Vielen ausnahmsweise mehr zutrauen dürfen. Der Wunsch mich davon abzusetzen hätte mich fast um das Erlebnis dieser wundervollen Platte gebracht. Ich bin so weit von einem Musikkritiker entfernt wie der Papst von allem Weltlichen, deswegen begnüge ich mich damit wieder die Kopfhörer aufzusetzen. Aber vorher noch ein Tipp: Hört ruhig mal rein.