Oh kalte, klare Winternacht!
Dein warmer, stiller Atem macht

den Mond ganz weiß,
die Sterne hell.

Inmitten grüßt ein Igel schnell
die Eule, die mir singen will.

Schatten, Bilder, Muster gar,
in tiefer, schwarzer Blätterschar.

Da schneidet jeder Gnade bar
die Sirene sich empor.

Getier zerflieht in wilder Bahn,
ich stehe, lausche, horche an.

Von Ferne strömt die Hochkultur
Im Schrecken halt' ich zur Natur.

Da kommt sie an und brüllt voll Kraft
von Tod und Unbill massenhaft.

In rasend schnellem Sauseschritt
reißt scheinbar alles mit sich mit.

Fern und ferner wird der Marsch,
Ein Frosch beklagt sich bös' und harsch.

Umarm die Stille, wenn du kannst!
Träum weiter still den Wintertanz.

Die Bäche stehn',
Der Sturm besiegt.

Die Eule schläft,
Der Igel fliegt.

Jeder Schritt ein neues Bild!
Ein Bild, wie es nur mir gefällt.

So schrieb ich denn mein Nachtgedicht
Oder etwa... schrieb es mich?

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