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Challenge accepted!

Dies ist weniger eine Aussage oder ein meinungsbildender Blogeintrag, als ein Experiment. Ein Experiment, die menschliche Entwicklung betreffend. Vielleicht würde mir ein Psychologe bescheinigen, eine Art "quarterlife crisis" zu haben, aber geschenkt. Ich glaube, dass mitten in der Promotion durchaus ein guter Zeitpunkt ist, sich zu fragen, ob allein theoretische Physik das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen will. [Und nebenbei gesagt, das glaube ich sehr wohl.] Ich will auf folgendes hinaus:

Verschiedene soziokulturelle Faktoren [unter anderem einigermaßen geregelte Arbeitszeiten] lassen die Frage in mir aufsteigen, ob das alles ist, was ich kann, oder ob es nicht bereichernd und, nun ja, die Persönlichkeit erweiternd sein kann, gelegentlich Herausforderungen abseits des Weges zu suchen.

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Durchschnittlich.

in Lyrik, Philosophisches, Zehntel , by Fabian Transchel

Durchschnittlich.
Druchschnittlich.
Durchschittlnich.
Dchurschnittlich.
Durchschnittlich.
Dinittchlurschch.
Dttchlurschniich.
Dirchlschnttuich.
Durchschnittlich.
Dirccchsittlunhh.
Dccuiitrntchlshh.
Dccchhiilnsttruh.
Durchschnittlich.

Ganz und gar. Nicht
durchschnittlich.

 
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Linie 7

in Literatur, Philosophisches , by Fabian Transchel

Die 7 war spät dran heute und Stefan fror auf dem Bahnsteig, bis sie endlich ankam. Dennoch stieg er langsam und entspannt ein, immerhin war bald Wochenende. Er suchte sich seinen Lieblingsplatz ganz am Ende des Wagens, wo die breite Bank vor der Rückbank stand. Ein Vorteil der alten Wagen ohne Durchgang: Die Rückwand. Wenn er hier saß hatte er immer das Gefühl, Herr über das ganze Abteil zu sein. Er konnte, wenn nicht zu viel los war, bis nach vorne durchgucken und die anderen Fahrgäste beobachten. Das machte er am liebsten. Es war früh am Nachmittag und der Zug war nicht voll. Nicht viele Menschen hatten so früh Feierabend, wie Stefan heute. Außer ihm saß noch eine ältere Dame in dem Abteil, die eine grün karierte Jacke trug, die vielleicht im Schottland des letzten Jahrhunderts irgendwann modisch war. Außerdem saß ein Mann am anderen Ende des Abteils.

Der Mann fiel ihm schon früh auf. Er hatte eine entsetzlich geschmacklose Baseballkappe auf dem kahlrasierten Schädel, die ein ihm unbekanntes Muster zierte und kam vom anderen Ende des Abteils auf Stefan zu. Er setzte sich drei Plätze entfernt von ihm auf einen der Sitze die an der Seitenwand angebracht waren und stierte aus dem Fenster. Stefan dachte, er sähe irgendwie nervös aus. Er zuppelte bisweilen in den Taschen seines knallroten Pullovers, hielt den Blick jedoch starr nach draußen.

An der nächsten Station stieg die Frau, die nicht weit von Stefan entfernt gesessen hatte, aus. Sie schleppte schwere Einkäufe und war sicher froh, bald zu Hause zu sein. Stefan war nun mit dem Pullover-Mann allein im Abteil und überlegte, dass er selbst noch vier Stationen fahren musste. Dennoch, der Gedanke an das Wochenende heiterte ihn auf und Freitags genoss er die Heimfahrt noch mehr als an allen anderen Tagen.

Der Pullover-Mann mit der hässlichen Mütze sah zu ihm herüber. Er sah nicht gefährlich, aber irgendwie berechnend aus. Stefan nickte mit dem Kopf. Der andere Mann schaute wieder aus dem Fenster. Dann stand er auf.

"Geld oder Leben!" sagte er mit zitternder Stimme und holte etwas ungeschickt eine Pistole aus seiner Pullovertasche hervor. Stefan erstarrte, wollte sich aber nicht der Situation hingeben. "Hallo, ich bin Stefan. Schön dich kennen zu lernen", sagte Stefan. "Wie heißt du?"
"Halt die Fresse! Gib mir dein Portemonaie und ich verschwinde wieder!", schrie er. Stefans gespielte Lockerheit schien ihn nicht zu beruhigen. Stefan fragte sich, was in dieser Situation schlimmer war: Nichts tun in der Hoffnung, darüber hinweg zu kommen oder sich der Situation zu stellen. Wie entschlossen ist jemand, der die Pistole mit zwei schwitzigen Händen umklammert? Oder: Wie verzweifelt?

Es wurde dunkel. Stefan erkannte erschreckt, dass sie in den langen Tunnel vor der Station Kantplatz eingefahren waren. Mindestens fünf Minuten würde es dauern, bis sie sie erreichten. Als die Innenbeleuchtung anging stand der Fremde noch ein Stück näher bei ihm und hielt die Pistole direkt auf Stefan gerichtet.

"Bist du taub oder dumm? Geld oder Leben", sagte er wieder. "Das ist nicht gerade der modernste Spruch oder?" Stefan schüttelte theatralisch den Kopf. "Immerhin, er erfüllt seinen Zweck. Ich werde dir mein Geld aber nicht geben, denn du bist ein Räuber und verdienst es nicht." "Was weißt du schon, dann halt Leben", sagte der Räuber betont gleichgültig und zog die Sicherung der Pistole zurück.

"Du willst mich erschießen? Tja, vermutlich bleibt dir garnichts anderes übrig. Wir stecken bei in einer Zwickmühle. Entweder ich gebe dir mein Geld oder ich gebe es dir nicht. Wenn du mich erschießt bekommst du es auf jeden Fall. Es wäre also klüger, wenn ich es dir einfach so gäbe, richtig? Ich sag dir was: jemanden ausrauben ist eine Sache, aber erschießen? Das heißt schon was. Willst du dich so schuldig machen?" Der Fremde wurde unruhig. "Schnauze halten, habe ich gesagt! Schwing hier keine Reden, sondern her mit der Geldbörse. Na los!" Immer heftiger fuchtelte er mit der Waffe vor Stefans Gesicht herum.

Der aber gab sich nicht geschlagen. "Weißt du, mir fällt da noch etwas ein. Vielleicht ist es dir nicht klar, oder es kümmert dich nicht, aber du hast auf jeden Fall ein Problem. Wenn du mich ausraubst werde ich dich anzeigen, ermitteln, identifizieren und deiner Strafe zuführen. Wenn du mich tötest wird das jemand anders tun, weil Mord allgemeine Aufmerksamkeit erzeugt, besonders aus niedrigen Beweggründen. Du siehst also, wenn du jetzt nicht deine Knarre einsteckst und abziehst wirst du bestraft. Ob dir da meine 20 Euro die ich im Portemonaie habe so viel weiterhelfen, bezweifle ich."

"Ich werde doch wegen dir Dummschwätzer nicht in den Knast gehen! Klappe halten habe ich gesagt. Ich zähle jetzt bis drei, dann gibst du mir deine Geldbörse oder ich blas dich weg, ob du's glaubst oder nicht. Na, was ist?"

Die Bahn fuhr mit queitschenden Bremsen in der Station ein. Hastig drehte sich der Räuber zum Bahnsteig um, um sich zu versichern, dass niemand seine Waffe sah. Er steckte sie wieder in seine Pullovertasche. Stefan gestattete sich, zu atmen, stand auf und ging auf die Tür zu. "Du hast gewonnen, meinst du?", sagte der Mann. Er wirkte erleichtert. Dann fuhr er fort: "Nein, mein Lieber. Wir alle verlieren. Immer." "Auf Wiedersehen", sagte Stefan, drehte sich um, die Aufmerksamkeit der am Bahnsteig wartenden Fahrgäste wie den süßen Duft der Freiheit umarmend.

Dann wurde es dunkel.

 
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Ein Zehntel: Tod in der Nordsee

in Humor, Lyrik, Zehntel , by Fabian Transchel

Frei nach den Monsters of Liedermaching

Tod in der Nordsee

Tod, Tod, Tod! Tod in der Nordsee!
Nord, Nord, Nord. Nord in der Todsee.
Tod, Tod, Tod. Tod in der Seesee.
See, See, See. See in der Todnord.

Tod, Tod, Tod! Tod in der Seenord!
Mord, Mord, Mord. Mord in der Todsee.
See, See, See. See in der Mordsee.
Tot, tot, tot. Tot in der Nordsee.

Not, Not, Not! Not in der Mordsee!
Nord, Nord, Nord. Nord in der Todsee.
Ost, Ost, Ost. Ost in der Seesüd.
Tod, Tod, Tod. West in der Südost.

Süd, Süd, Süd! Süd in der Todsee!
Mord, Mord, Mord. Süd in der Nordwest.
West, West, West. Tot in der Nordtod.
Tod, Tod, Tod! See in der Nordmord!

Tod, Tod, Tod! Tot in der Tottod!
Seh, seh, seh. Ost in der Nordnot.
Süd! Ost! West! Not in der Todsee!
Not! Not! Not! Mord in der Seenot.