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	<description>Pseudointellektuelles Gekrakel über Physik, Philosophie und den Rest der Welt</description>
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		<title>Nicht noch ein Diablo II-Klon!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 07:17:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gaming]]></category>
		<category><![CDATA[Action-RPG]]></category>
		<category><![CDATA[Blizzard]]></category>
		<category><![CDATA[Diablo]]></category>
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		<description><![CDATA[Im Gegensatz zur Filmindustrie, die die Sequel-Manie auf die Spitze getrieben hat und deren perverse Blüten uns immer schlechtere, immer teurere Filme zu immer höheren Preisen schenkt, genieße ich Fortsetzungen vom Computerspielen üblicherweise, da sie eigentlich immer zumindest den Grundsatz nicht verletzen, dass sie nicht schlechter sein können. Oder? Auf der Suche nach der Bestätigung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Gegensatz zur Filmindustrie, die die Sequel-Manie auf die Spitze getrieben hat und deren perverse Blüten uns immer schlechtere, immer teurere Filme zu immer höheren Preisen schenkt, genieße ich Fortsetzungen vom Computerspielen üblicherweise, da sie eigentlich immer zumindest den Grundsatz nicht verletzen, dass sie nicht schlechter sein können. Oder? Auf der Suche nach der Bestätigung dieser These habe ich mich aufgemacht und die offene Diablo III-Beta am Wochenende angespielt.</p>
<p><span id="more-863"></span></p>
<p><strong>Spielstart, Technik</strong></p>
<p>Etwas mehr als drei Stunden, nachdem das Beta-Wochenende offiziell gestartet wurde, konnte ich mich tatsächlich einloggen. Ich weiß, dass Blizzard darauf hingewiesen hatte, dass es sich gleichzeitig um eine Art Stresstest für die Server handeln würde, aber dass es so schlimm war, hätte ich dann doch nicht gedacht. Natürlich ist mir klar, dass Diablo III einer der Blockbuster-Titel dieses Jahres ist, aber ein bisschen mehr VOrkehrungen darf man dann schon treffen, es ist ja nicht eben so, dass Blizzard Nueling in Sachen viele Spieler wäre... Doch wer meckert muss auch loben. Sobald ich im Spiel war lief es erstaunlich lagfrei und erstaunlich flüssig, dafür, dass ich in maximalen Details in Full HD auf meiner zwar modernen, aber eben doch nur kastrierten Mobilversion einer GTX 560M zockte. Soviel zur technischen Seite, denn natürlich ist davon auszugehen, dass bei Release der Spieleransturm besser verarbeitet werden kann. [Auch Bugs habe ich übrigens keine gefunden.]</p>
<p><strong>Gameplay</strong></p>
<p>Als mich die Heldenübersicht begrüßt heißt es wählen zwischen den fünf Klassen <em>Barbar, Dämonenjäger, Zauberer, Hexendoktor und Mönch</em>. Gesagt getan: Ich bin der Fernkämpfer, schon immer. Und ich heiße MelandrusBo... Moment mal, was? Immernoch keine Leerzeichen erlaubt?! Blizzard, seriously? BattleTags und eindeutige Zuordnungen hin oder her, aber Leerzeichen zu verbieten ist einfach so... Jahr 2000. Ja richtig, Diablo II ist nicht weniger als ZWÖLF Jahre her, und niemand scheint seitdem bei BLizzard as Leerzeichen erfunden zu haben.</p>
<p>Flugs stehe ich also mit zwei schmalen Armbrüsten bewaffnet auf der Straße nach Neu-Tristram. Hach, Tristram! Schön, gleich in bekannter Umgebung wiederzufinden... oder? Egal, ich erkenne ohnehin nichts wieder, alles ist hochauflösend und... zerstörbar! Die ersten paar Minuten verballere ich meine gottlob unbegrenzten Pfeile in die wundervoll zerstörbare Umgebung und staune, was da alles zu Bruch geht und wie nett es anzuschauen ist. Kurz darauf darf ich auch die ersten Zombies plätten und erkläre dem lokalen <del>Polizeiobermei...</del> Miliz-Hauptmann, dass ich nach einem gefallenen Stern suche. Warum, erfahre ich nicht. </p>
<p>Immerhin, ich darf Deckard Cain suchen. Ja richtig, DER Deckard Cain. Er lebt noch immer, [jedenfalls im ersten Akt] und natürlich müssen wir ihn erst suchen. [Warum wir das machen, erfahren wir nicht.]<br />
Wir finden ihn in der alten Kathedrale von Tristram, die wir in der Vergangenheit mehr als einmal von blutdürstenden Monstern befreien durften. Und genau darum geht es auch. Man merkt förmlich, wie Blizzard [im Gegensatz zu mir... sorry dafür] jegliche Spoiler zur wirklichen Story von Diablo III verhindern will und deswegen wirkt die ganze Geschichte des ersten Aktes entsetzlich schal und, ja, wie schonmal <del>gegessen</del> gespielt. Ich bekomme zwischendurch Stufen und Waffen, aber das unverkennbare Sammelfeeling stellt sich nicht ein. Ich darf keine Attributpunkte verteilen, ich darf keinen Skilltree heraufklettern, all das passiert automatisch und wirkt zudem in jedem Moment vorgekaut.</p>
<p><strong>Eindrücke / Co-op</strong></p>
<p>Es kann sein, dass dies Einschränkungen der Beta-Version sind, wobei Beta aus meiner Sicht gerade nicht gleichzusetzen mit Demoversion ist, weil eben nicht klar erkennbar sind, welches Beschränkungen des Spiels und welches Beschränkungen der Marketingabteilung darstellen. Genug gemeckert, auf in's Coop.</p>
<p>Das Internet hat sich weiterentwickelt und auch Diablo III bietet so triviale Dinge an wie Chat mit Leuten, die sich nicht im selben Spiel befinden. Eine Hotjoin-Funktion gibt's auch, ebenso wie die Monster skaliert werden, sobald man mit Freunden spielt. Weitere sinnvolle Verbesserungen sind die Tatsache, dass jeder seine eigene Beute bekommt und man am Ende von Dungeons einen Schrein vorfindet, der die Gruppe an den Eingang teleportiert. Das alles sind jedoch am Ende Sachen, die man nicht als bahnbrechende Innovationen feiern darf, sondern in zwölf Jahren Bedenkzeit getrost stillschweigend verlangen darf.</p>
<p>Insgesamt gibt es zwei Punkte, die mich ganz gewaltig an dieser Beta gestört haben. Zum einen ist das der viel zu lasche Schwierigkeitsgrad, der einmal mehr die zunehmende Ausrichtung auf den Massenmarkt Casual Gamer unterstreicht, der von Blizzard mit WoW seit einigen Jahren schon gefahren wird und der unaufhaltsam scheint. Zwar wird man im offiziellen Spielforum beschwichtigt, dass der Alptraum-Modus wie im Vorgänger zu knabbern geben sollte, aber ganz ehrlich, ich habe dreimal die Beta durchgespielt und bin nicht einmal gestorben, ist das der Schwierigkeitsgrad, der Blizzard allgemein vorschwebt? Ich habe keine Lust das Spiel erst komplett durchzuspielen, bevor ich eine Herausforderung finde.</p>
<p>Zweitens, und ich bin nicht sicher, ob das nicht vielleicht sogar schwerer wiegt, fühlt sich Diablo III an wie ein Diablo II-Klon. Schlimmer noch, es fühlt sich an wie ein schlechter Klon, der besser aussieht, aber schwächere Mechaniken hat. Vielleicht habe ich es in der Beta nur nicht richtig verstanden, aber nach meinem Wissen bekommt man Skills und Attributpunkte automatisch und ohne eigene Wahl. Der Charakter fühlt sich nicht besonders individuell an, auch weil Waffen über den Attributen ein globales Power-Rating [eine einzelne Zahl] haben. Ich will die Freiheit haben, mich falsch zu entscheiden, verdammt. Ich will einen verskillten Barbaren mit unsinnigen Attributen spielen können. Nicht, weil es toll oder imba oder auf eine subtile weise lustig ist, sondern weil es all das ausmacht, was ein Rollenspiel sein sollte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mir ist klar, dass das Spiel Mitte Mai veröffentlich wird und meine bescheidene Meinung kaum etwas ändern wird, aber ich kann nicht umhin, so laut ich kann zu brüllen: <em>Nicht noch ein Diablo II-Klon! </em> Keine Frage, Diablo III ist ein gutes Spiel. Natürlich macht es Spaß und natürlich sieht es phantastisch aus und natürlich ist es unterhaltsam. Aber fesseln, Stunde um Stunde um Stunde konnte es mich nicht, weil das eben noch kein Diablo II-Klon geschafft hat.</p>
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		<title>Ein Satz, sie alle zu knechten&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Apr 2012 16:50:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Über ZehnDinge]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt viele Gründe, zu schreiben. Der Drang, sich mitzuteilen, die Welt zu verbessern, gar - welch Chuzpé! - Geld zu verdienen. Frag jemand anderen, er gibt zwei andere Antworten. Die wahre Antwort aber erschließt sich nur, wenn man am Text sitzt, den Protagonisten große Entscheidungen fällen lässt und einem sprichwörtlich in dem selben einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt viele Gründe, zu schreiben. Der Drang, sich mitzuteilen, die Welt zu verbessern, gar - welch Chuzpé! - Geld zu verdienen. Frag jemand anderen, er gibt zwei andere Antworten.</p>
<p>Die wahre Antwort aber erschließt sich nur, wenn man am Text sitzt, den Protagonisten große Entscheidungen fällen lässt und einem sprichwörtlich in dem selben einen Moment klar wird, dass 150 Seiten vorher und 50 Seiten danach nur dazu da sind, das eine Dilemma zu beschreiben, in dem er zwischen zwei Übeln wählen muss, von denen mindestens eines das Universum und das andere die ganze Existenz an sich vernichten könnte.</p>
<p>Damit beginnt es, und damit endet es auch.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Nachtspaziergang</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 00:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hannover-Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh kalte, klare Winternacht! Dein warmer, stiller Atem macht den Mond ganz weiß, die Sterne hell. Inmitten grüßt ein Igel schnell die Eule, die mir singen will. Schatten, Bilder, Muster gar, in tiefer, schwarzer Blätterschar. Da schneidet jeder Gnade bar die Sirene sich empor. Getier zerflieht in wilder Bahn, ich stehe, lausche, horche an. Von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh kalte, klare Winternacht!<br />
Dein warmer, stiller Atem macht</p>
<p>den Mond ganz weiß,<br />
die Sterne hell.</p>
<p>Inmitten grüßt ein Igel schnell<br />
die Eule, die mir singen will.</p>
<p>Schatten, Bilder, Muster gar,<br />
in tiefer, schwarzer Blätterschar.</p>
<p>Da schneidet jeder Gnade bar<br />
die Sirene sich empor.</p>
<p>Getier zerflieht in wilder Bahn,<br />
ich stehe, lausche, horche an.</p>
<p>Von Ferne strömt die Hochkultur<br />
Im Schrecken halt' ich zur Natur.</p>
<p>Da kommt sie an und brüllt voll Kraft<br />
von Tod und Unbill massenhaft.</p>
<p>In rasend schnellem Sauseschritt<br />
reißt scheinbar alles mit sich mit.</p>
<p>Fern und ferner wird der Marsch,<br />
Ein Frosch beklagt sich bös' und harsch.</p>
<p>Umarm die Stille, wenn du kannst!<br />
Träum weiter still den Wintertanz.</p>
<p>Die Bäche stehn',<br />
Der Sturm besiegt.</p>
<p>Die Eule schläft,<br />
Der Igel fliegt.</p>
<p>Jeder Schritt ein neues Bild!<br />
Ein Bild, wie es nur mir gefällt.</p>
<p>So schrieb ich denn mein Nachtgedicht<br />
Oder etwa... schrieb es mich?</p>
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		<title>Über die Hexenjagd des Christian W. &#8211; Eine Nachbetrachtung</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2012/01/uber-die-hexenjagd-des-christian-w/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 16:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA["Wir haben eine Hexe gefunden. Dürfen wir sie verbrennen?" Wem dieser Satz bekannt vorkommt und weiß, dass Christian W. sicher mehr als eine kalte Ente wiegt, dem dürfte schon länger klar sein, dass niemand kokeln wird, nur weil die deutschen Qualitätsmedien es so wollen. Hier soll es nicht darum gehen, ob Christian W. Hexenkräfte besitzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote style="padding-left:15%; font-family:Times New Roman !important; font-weight:bold; font-size:1.2em;"><p>
<br />
"Wir haben eine Hexe gefunden. Dürfen wir sie verbrennen?"</p></blockquote>
<p>Wem dieser Satz bekannt vorkommt und weiß, dass Christian W. sicher mehr als eine kalte Ente wiegt, dem dürfte schon länger klar sein, dass niemand kokeln wird, nur weil die deutschen Qualitätsmedien es so wollen.</p>
<p>Hier soll es nicht darum gehen, ob Christian W. Hexenkräfte besitzt [also Kredite/Finanzprodukte/Zahnpasta/Enten billiger kriegt], weil das zur Genüge erledigt ist und jeder sich ein Bild davon machen konnte [und zwar ob er wollte oder nicht]. Nein, hier geht es allein darum, wie die deutsche Medienlandschaft dabei versagt hat, ihn auf den Scheiterhaufen zu hieven.</p>
<p><span id="more-806"></span></p>
<p>Da wäre zunächst die BILD-Zeitung, die in einem Akt willentlicher Auflehnung gegen die eigenen Ideale investigativ gegen einen Politiker tätig geworden ist, der sie Jahr und Tag treu mit Geschichten und Geschichtchen versorgt hatte. Nun kann man reflexhaft mit Mathias' Döpfners Dogma <i>"Wer mit der Bild im Aufzug nach oben fährt, fährt mit ihr auch wieder nach unten."</i> antworten, oder aber man beleuchtet die Situation etwas reflektierter.<br />
Tatsächlich ist es höchst ungewöhnlich, dass BILD von sich aus investigativ tätig wird. Wie Ex-BILD-Chef Udo-Röbel im <a href="https://www.taz.de/!85432/" target="_blank">taz-Interview</a> [extern] treffend feststellt, beobachten wir hier einen Paradigmenwechsel, der auf fallende Auflagen und die unbestreitbare Tatsache, dass das Internet in BILDs Kerngeschäft, dem Boulevard, mithin letztlich deutlich boulevardeskere Züge annimmt, als das alte Printmedium.</p>
<p>Mit "das Internet" meine ich im obigen Absatz die Gesamtheit der Blogs und vermeintlich klassischen Medien, die längst auch wissen, dass Exklusivität und Geschwindigkeit in einer Zeit, in der sogenannte Promis ihre Nacktphotos selbst längst twittern, statt sich von Paparazzo schießen zu lassen, nichts bis überhaupt nichts mehr wert ist. Spiegel Online &#038; co. sprangen dankbar auf den Bild-Zug auf und wollten allesamt beweisen, dass auch sie Dreck auf der Serviette des Bundespräsidenten <del>machen</del> finden können, gewissermaßen um zu beweisen, dass sie noch immer besseren Journalismus als Bild abliefern können. Trarig daran: bewiesen haben sie letztlich nur, dass sie ebenso guten Boulevard machen können.</p>
<p>Diese Vermischung von "Kompetenzen", Ausrichtungen und Zielvorgaben macht es zunehmend schwerer, die deutsche Medienlandschaft zu differenzieren. Das führte in der Causa W. vor allem dazu, dass, selbst von Orientierungslosigkeit heimgesucht, wie italienische Kapitäne auf dem leckgeschlagenen Mittschiff panisch umherschreibend, selbst die eher konservativ protégierten Medien [z.b. Focus, SZ] sprangen reflexhaft den anderen hexenjägern bei, eifrig Dreck herbeikarrend, auf dem man ihn betten wollte. Man kann darüber streiten, ob dieses ungeschickte, ja unjournalistische Verhalten allein dem wachsenden Einfluss des Internets und seiner malefiziös über der [Print-]Branche kreisenden Drohung der Auflagentotschrumpfung zu verdanken ist, oder ob der Journalismus sich hier, wie schon Ansatzweise beim Freiherrn von und zu G. zu beobachten einfach selbst in Abseits treibt. War bei zu G. noch das Internet die treibende Kraft, so kehrten sich hier erstmals die Vorzeichen um, sodass es keineswegs unironisch wirkt, dass sich die Wikia-Plattform <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Wulffplag_Wiki">WulffPlag</a> gegründet hat, nicht mit dem Ziel, die Hexe als solche zu überführen und ihrem rechtmäßigen Platz am Feuer zu zu führen, sondern, aufgepasst, zu prüfen, welche der multimedialen Anschuldigungen überhaupt zutreffen und Wirkungstreffer sind und welche mehr oder minder selbst von einem souveränen Bundespräsidenten Weggelächelt werden dürften. Vorläufiges Ergebnis: die meisten davon.</p>
<p>Über die Würde des Amtes wurde viel gesprochen dieser Tage und angesichts der Causa W. scheint mir angebracht, auch darüber kurz zu <del>filett</del>... äh, philosophieren. Zwar waren <i>"früher"</i> Politiker ganz sicher auch nicht ohne Furcht und Tadel, so ist es doch heute signifikant undankbarer geworden, sich politisch zu äußern und engagieren, da der Anspruch, die Denker und Lenker dieses Landes mögen ohne [menschliche] Makel sein, ganz und gar überzogen scheint angesichts der Hebel, derer sich die Medien bedienen, um noch so winzige Gegenbeweise auf zu bringen. Keine Frage, dass Christian W. grobe Fehler gemacht hat, politisch wie menschlich, aber, so leid es mir für den Boulevard tut, eine Hexe ist er deswegen nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Hexenjagden sind gerade nicht wie Rudern im Treibsand - je mehr die Medien umrühren, desto weniger glaubwürdig werden sie - während die Hexe nur ein ganz klein wenig zaubern muss, um dem Schlamassel, zumindest einmal, zu entkommen.</p>
<p>Wir müssen uns natürlich trotzdem die Frage stellen, ob Christian W. ein guter Bundespräsident ist [auch wenn das eigentlich vorher klar war], aber die Antwort kann an der Stelle nicht sein, dass, wer einen günstigen Kredit annimmt, automatisch ein schlechter Mensch ist. Nein, die Regierungsmannschaft, die im Gegensatz zum Bundespräsidenten <i>wirklich</i> Schaden anrichtet, muss sich keiner solchen Vorwürfe erwehren, obwohl es mehr als angemessen wäre, zu fragen, wer da Dreck am Revert kleben hat. Aber vielleicht kann die BILD ja auch da in Zukunft für die eine oder andere Sternstunde des fokussierten Journalismus sorgen und Angela M. den Spiegel vorhalten...</p>
<p>In diesem Sinne begrüße ich BILD in der illustren Runde der journalistischen Spitzenkräfte des Landes! ...äh?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Über Zehn Gründe die Lust, mein Blog umzugestalten</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/12/uber-zehn-grunde-die-lust-mein-blog-umzugestalten/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 22:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Boshafte Menschen werden mir vorwerfen, dass diese Umgestaltung allein meiner immerwährenden inneren Unruhe entspringen müsse. Dass ich unfähig sei, Stillstand zu ertragen. Während das zu Teilen durchaus richtig ist, finde ich tatsächlich meine Entscheidung, die Deziquantisierung - um diesen überaus heiteren Neologismus ein letztes Mal zu verwenden - nur folgerichtig, denn Zehn Dinge zu schreiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Boshafte Menschen werden mir vorwerfen, dass diese Umgestaltung allein meiner immerwährenden inneren Unruhe entspringen müsse. Dass ich unfähig sei, Stillstand zu ertragen. Während das zu Teilen durchaus richtig ist, finde ich tatsächlich meine Entscheidung, die Deziquantisierung - um diesen überaus heiteren Neologismus ein letztes Mal zu verwenden - nur folgerichtig, denn <em>Zehn Dinge</em> zu schreiben war ja letztlich nur eine Art Geländer, um stilistisch und inhaltlich eine klare Richtung zu haben.</p>
<p>Ich habe im letzten halben Jahr viel geschrieben, auch wenn dieses Blog  das nicht unbedingt widerspiegelt und möchte etwas mehr Breite ins Blog bringen, das fortan <a href="http://blog.ftranschel.de" title="blog.ftranschel.de">blog.ftranschel.de</a> heißen wird und auch ein anderes Aussehen bekommt. Da ich ein immer währender Anhänger der Idee freier Software bin muss ich hier auch erklären, dass ich das Theme <a href="http://html5beta.com/wordpress/wordpress-theme-MetroWP/" title="MetroWP" target="_blank">MetroWP [extern]</a> verwende, das unter der GPL steht. Ich habe es verändert und füge mich der Lizenz; am Ende des Artikels findet sich ein Link zum Archiv mit dem Quellcode.</p>
<p>Wie dem auch sei, ich wünsche mir, dass es diesem Blog nicht an Artikeln, mir nicht an Inspiration und euch verehrter Leserschaft nicht am Lesevergnügen mangeln möge.</p>
<p><a href='http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/metrowp.zip'>Link zum Zip-Archiv mit dem WordPress-Theme MetroWP inkl. Stylesheet-Änderungen</a></p>
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		<title>Zehn Dinge über #nanowrimo</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/12/zehn-dinge-uber-nanowrimo/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 01:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige von euch haben sie im letzten Monat zu Recht darüber gewundert, was für seltsame Zahlenfolgen ich in den digitalen Äther geworfen habe. Es folgt nicht nur eine Erklärung, sondern aufrichtige Bewunderung für das Konzept des virtuellen Tritts in den Allerwertesten. Was #nanowrimo bedeutet Die seltsame Abkürzung steht für National Novel Writing Month, also auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige von euch haben sie im letzten Monat zu Recht darüber gewundert, was für seltsame Zahlenfolgen ich in den digitalen Äther geworfen habe. Es folgt nicht nur eine Erklärung, sondern aufrichtige Bewunderung für das Konzept des virtuellen Tritts in den Allerwertesten.</p>
<p><span id="more-699"></span></p>
<ol>
<li><b>Was #nanowrimo bedeutet</b>
<p>Die seltsame Abkürzung steht für <b>Na</b>tional <b>No</b>vel <b>Wri</b>ting <b>Mo</b>nth, also auf gut Deutsch so etwas wie <i>Nationaler Romanschreibemonat</i>. XKCD-Leser werden natürlich sofort an <a href="http://xkcd.com/972/" title="XKCD [972]: Tongue Awareness Month" target="_blank">XKCD [972]: Tongue Awareness Month</a><span class="extern">[extern]</span> denken müssen und als ich zum ersten Mal davon hörte, ging es mir ähnlich. Der Titel ist unvollständig, denn natürlich ist das Event längst ein internationales geworden, ich glaube aber wie viele andere, dass <i>NaNo</i> einfach besser klingt als <i>InNo</i>.
</li>
<li><b>Was #nanowrimo ist</b>
<p>Die Idee hinter dem albernen Namen ist, die Herausforderung anzunehmen und nicht weniger als 50.000 Wörter zwischen dem 1. November, 00:00 Uhr und dem 30. November, 23:59 zu schreiben. Was man schreibt ist vollkommen dem Autor überlassen, es besteht in der #nanowrimo-community aber der Konsenz darin, dass es sich um ein zusammenhängendes Stück Literatur, also vorzugsweise einen Roman handeln sollte. [Auch wenn es Gerüchte gibt, dass sich hin und wieder der eine oder andere an einem Epos der alten griechischen Schule versucht...] Noch mehr Informationen dazu findet man [nicht nur im November] auf den Projektseiten: <a href="http://www.nanowrimo.org/en/about/whatisnano" title="What is #nanowrimo?" target="_blank" class="extern">What is nanowrimo?</a><span class="extern">[extern]</span></p>
<p>Ich selbst habe #nanowrimo als Anlass genommen, mein zu zwei Dritteln fertig gestellten Debüt-Roman zu Ende zu bringen - in der Rohfassung jedenfalls - 15.000 Wörter, die nach der Fertigstellung zum Sieg gefehlt haben, habe ich sofort in einen anderen, neueren und am Ende viel besseren Romananfang investiert.
</li>
<li><b>Was ich gewonnen habe</b>
<p>Selbstachtung, eine ganze Reihe abgrundtief hässlicher Webseiten-Badges, die mich als Gewinner ausweisen und das Gefühl, dass ein Buch zu schreiben nicht unmöglich ist. [Wer also das Gefühl hat, mir auf diesem Weg folgen zu wollen ist eingeladen, meine sicherlich vollkommen sinnfreien Tipps entgegen zu nehmen...] Die Gefahr, dass ich mich der Illusion hingebe, nie mehr etwas anderes machen zu wollen, besteht natürlich nicht, weil es dafür viel zu mühsam und anstrengend war und mein Job als Physiker in der Summe ja noch viel aufregender ist.</li>
<li><b>Wie es gelaufen ist</b>
<p>Meine Fortschritte während des täglichen Kampfes im November sind in der folgenden Abb. 1 dargestellt. <div id="attachment_724" class="wp-caption alignright" style="width: 302px"><a href="http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/nano.jpg"><img src="http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/nano.jpg" alt="Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm" title="Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm" width="292" height="250" class="size-full wp-image-724" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm</p></div><br />
Zu erkennen ist deutlich die Weisheitszahn-OP am 1.11., sodass ich gleich am ersten Tag nur knapp 600 Wörter geschafft habe, wovon ich mich aber in der ersten Woche erholen konnte. Am zweiten und dritten Wochenende habe ich jeweils nicht so viel geschafft wie erhofft, sodass ich teilweise bis zu 3.500 Wörter hinten dran war, was ich aber durch einen großen Willensakt [;-)] am letzten Wochenende in einen 1.000-Wörter-Vorsprung umwandeln konnte, sodass ich am 30.11. mit nur 400 verbleibenden Wörtern letztlich verdient gewonnen hatte...</p>
</li>
<li><b>Was ich geschrieben habe</b>
<p>Eine dystopische Science-Fiction Novel in bester Gibson-Manier. Es geht um Verrat, Zeitreisen, Heldentum, Romantik, Action und natürlich nicht zuletzt darum, das Universum vor all den bösen Mächten, die dem Helden Steine in den Weg legen, zu retten. Insgesamt hat der jetzige Entwurf über 90.000 Wörter, wovon 35.000 durch #nanowrimo dazu gekommen sind, der November war also meine Art, mich durch das spannende, aber eben auch schwierig zu schreibende letzte Drittel zu quälen. Ausgesuchte Tester werden Ende Dezember die Bitte um ehrliche, umfangreiche Kritik im virtuellen Postkasten finden und irgendwann nächstes Jahr werde ich mich entweder auf die Suche nach einem Verlag machen oder eine der diversen, im Moment für mich unüberblickbaren, eBook-Plattformen nutzen.</li>
<li><b>Was ich gelernt habe</b>
<p>Plakativ müsste ich jetzt so etwas wie <i>'Yes, you can'</i> hin. Ich habe ja bereits in früheren Artikeln über die fesselnde Kraft der Herausforderung geschrieben und genau so habe ich mich während #nanowrimo auch gefühlt. 50.000 Wörter ist echt viel, ein halber Roman, wenn man so will. Am Anfang ist man mit der schieren Menge dessen, was vor einem liegt etwas unbedarft, man hat ja noch 29 Tage Zeit. In der Mitte dann kommen die großen Zweifel, wenn man wieder einmal 3-4 tausend Wörter hinten liegt. Und zum Schluss ist es nicht schwer sich anzutreiben, weil man sich sagt, dass es eine Schande wäre, bis 47.000 gekommen zu sein und nicht fertig wird. Tatsächlich gelernt habe ich in dem Sinne aber tatsächlich vor allem, unreflektiert Literatur in ihrem Grundzustand [nämlich schlecht] zu produzieren. Dass ein so großes Projekt noch einiges an Politur verschlingt ist aber ohnehin klar. Wirklich wichtig war mir persönlich aber auch vor allem der Beweis, dass ich etwas so Großes beenden kann.</li>
<li><b>Was ich nicht gelernt habe</b>
<p>Zwar behaupte ich einen Absatz weiter oben, sozusagen mit Scheuklappen und ohne aktive Autokorrektur geschrieben zu haben, aber natürlich stimmt das nicht ganz. Für den überwiegenden Teil der Reise hatte ich einen festen, relativ starren Plan vor Augen, <em>was</em>, <em>wann</em>, <em>wo</em> und <em>wie</em> passieren sollte. Das war schon für sich eine große Herausforderung. Wie man jedoch ohne Plan 50.000 Wörter, die hinterher einen zusammenhängenden Plot ergeben sollen, produzieren sollte, ist mir rätselhaft und erfüllt mich mit großer Erfurcht vor denjenigen #nano-Teilnehmern, die am 31. Oktober noch nicht wissen, was sie schreiben werden. Vielleicht habe ich also ein bisschen geschummelt, vielleicht habe ich auch einfach Glück gehabt. Ob's die Mühe wert war ist mit lediglich einer Woche Abstand ohnehin nicht entscheidbar.
</li>
<li><b>Ob ich nächstes Jahr wieder mitmache</b>
<p>Bei allem Lob über das Konzept und das Ergebnis - wenn man gewonnen hat, neigt man sicherlich dazu, die negativen Aspekte ein wenig zu verdrängen - #nanowrimo bedeutet große Freizeiteinschränkung, psychische Belastung, [wenn man sich für diese letzten vierhundert Wörter um halb Zwölf Uhr abends zwingen muss, weiter konzentriert zu bleiben...] und nicht wenige Moment, wo man ganz dringend etwas zerstören oder wenigstens demolieren möchte. Die Erfahrung auch damit fertig zu werden sind wertvoll, aber vielleicht nicht so wertvoll, dass man es regelmäßig machen muss, außerdem sieht es ja im Job meistens auch nicht anders aus. So wie ich mich kenne habe ich nächsten Oktober vergessen, was #nanowrimo überhaupt ist, sehe fasziniert auf der Website nach und nehme die Herausforderung an...
</li>
<li><b>Was für Schlussfolgerungen ich daraus ziehe</b>
<p>Unmittelbar bemerke ich zwei Dinge. Erstens, dreißig Tage lang mehr oder weniger gezwungen zu sein, 1667 Wörter zu schreiben führt unmittelbar dazu, dass diese Gewohnheit erhalten und gepflegt werden will, wie es andere nervige Gewohnheiten auch tun. Da der fertig "gedraftete" Roman für mich vier Wochen lang nicht anzufassen ist, um den für das Editieren nötigen Abstand zu gewinnen, werde ich also etwas anderes schreiben. Entweder den als Lückenfüller für die letzten 15.000 Wörter begonnenen Roman weiter führen, oder etwas ganz anderes machen. Während ich nicht eben ungeduldig bin, im bisherigen Tempo von 1667 Wörter/Tag weiterzumachen, schwebt mir vor, einzugestehen, dass ZehnDinge in seinem Konzept doch etwas zu eingeschränkt ist und ich etwas freier in Form und Inhalt sein möchte. Da her werde ich im Dezember dieses Weblog umgestalten. Vielleicht bleibt der eine oder andere Leser ja, vielleicht finden sich auch neue. [Sicher ist aber zumindest, dass diejenigen, die euch in den anderen Kommentaren, die ich immer lösche, Schwanzverlängerungen und griechische Staatsanleihen verkaufen wollen, bleiben werden...]
</li>
<li><b>Was für Schlussfolgerungen ihr daraus ziehen könnt</b>
<p>Mal ehrlich... wenn ich einen Roman schreiben kann, dann kann das jeder. Auch wenn diese Aussage natürlich vollkommen unbesehen der Qualität geschieht, darf man das doch als Herausforderung verstehen. Oder, anders formuliert: Wer macht nächstes Jahr mit und schlägt mich? <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />
</li>
</ol>
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		<item>
		<title>Challenge accepted!</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 14:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Zehntel]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist weniger eine Aussage oder ein meinungsbildender Blogeintrag, als ein Experiment. Ein Experiment, die menschliche Entwicklung betreffend. Vielleicht würde mir ein Psychologe bescheinigen, eine Art "quarterlife crisis" zu haben, aber geschenkt. Ich glaube, dass mitten in der Promotion durchaus ein guter Zeitpunkt ist, sich zu fragen, ob allein theoretische Physik das ist, was ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist weniger eine Aussage oder ein meinungsbildender Blogeintrag, als ein Experiment. Ein Experiment, die menschliche Entwicklung betreffend. Vielleicht würde mir ein Psychologe bescheinigen, eine Art "quarterlife crisis" zu haben, aber geschenkt. Ich glaube, dass mitten in der Promotion durchaus ein guter Zeitpunkt ist, sich zu fragen, ob allein theoretische Physik das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen will. [Und nebenbei gesagt, das glaube ich sehr wohl.] Ich will auf folgendes hinaus:</p>
<p>Verschiedene soziokulturelle Faktoren [unter anderem einigermaßen geregelte Arbeitszeiten] lassen die Frage in mir aufsteigen, ob das alles ist, was ich kann, oder ob es nicht bereichernd und, nun ja, die Persönlichkeit erweiternd sein kann, gelegentlich Herausforderungen abseits des Weges zu suchen.</p>
<p><span id="more-670"></span></p>
<p>Letztes Jahr habe ich mein Essverhalten kontrollieren gelernt, etwas was ich zuvor für kaum möglich, gewiss aber nicht für leicht gehalten habe. Diesen "Sommer" habe ich Inline-Skaten gelernt. [Geschenkt, Luke nutzt die Bremse noch nicht so wie Yoda es von ihm erwartet, aber das kriegt er schon noch hin...] Und nun werde ich beweisen, dass ich ein Buch schreiben kann. [Das erklärt die merkwürdigen Zahlen, die ich sonntags twittere.] Ich glaube, dass es nicht nötig ist, jeden Aspekt des Lebens zur Perfektion zu bringen [und nebenbei gesagt halte ich das auch nicht für möglich], aber es umgekehrt sehr erfüllend ist, sich einzelne Aspekte einmal genauer vorzunehmen. Ich habe vor, darüber ausführlich zu schreiben, warum es eine gute Idee ist, verschiedene Dinge zur Meisterschaft zu bringen, ohne dass man sie professionell betreibt, aber das gährt noch in meinem Verstand herum und ich wollte an diesem Sonntag, da ich mit Tee und gutem Mut vor dem Schreibprogramm sitze einfach mal aufmerken.</p>
<p>Ich möchte noch einen Schritt weitergehen, das Konzept der Herausforderung herunterbrechen und folgende Idee ausbrüten: Ich werde untersuchen, inwiefern es bereichernd ist, sich jede Woche auch in der Freizeit eine Herausforderung zu setzen. [Neben der beruflichen, die man ja gerade nicht mitzählt, wenn man etwas vollständig aus eigenem Antrieb erfahren will.] Natürlich kann man aufschreien, man müsse doch entspannen, wenn man nicht arbeitet, aber dass Nichtstun wirkliche Entspannung verspricht halte ich mittlerweile für unkundig. Nirgends finde ich größere Entspannung und Harmonie, als auf dem Crosstrainer, wenn Arme und Beine schmerzen und jeder Schritt eine Herausforderung ist. Warum nicht diese Beobachtung kultivieren, und jede Woche etwas Kleines vornehmen, was angesichts der kurzen Zeitspanne nicht großartig über der mittleren Leistungsfähigkeit liegt, aber eben so schwierig ist, dass klar ist, dass man es ohne Anstrengung auch nicht schafft. Und damit meine ich keineswegs nur den Sport, auch wenn mir die beinahe adiabatische Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit, wenn mand enn nur nach Herausfoerungen sucht und wenigstens ein bisschen quantitativ veranlagt ist, dort zum ersten mal aufgefallen ist. Ich kann vielleicht 2000 Wörter in der Woche an meinem Roman arbeiten, das klingt wenig, ist aber angesichts der anderen Dinge, die ich noch zu tun habe und der Zeit, die ich <em>bewusst</em> mit Prokrastinieren verbringen will, ganz okay. Nun, dann sollte ich versuchen, nächste Woche 3000 Wörter zu schaffen. Ja, selbst dann wird es vielleicht ein Jahr dauern, ein Buch fertigzustellen. Und das ist dann nur die erste Streichfassung. Aber jede Woche kann ich mir vornehmen, mich in einem winzigen Aspekt zu verbessern, und wenn ich es schaffe, dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich dabei ein buch schreibe und ob ich es hinterher einfach wegwerfe, weil ich daran gewachsen bin, unbesehen der Folgen.</p>
<p>Was sind eure Herausforderungen am Wegesrand? Welche Fertigkeiten und Kenntnisse wollt ihr abseits der Profession erwerben?</p>
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		<title>Dunkelheit, alte Keule&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 21:40:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover-Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze seit zehn Minuten im Dunkeln. Böse könnte man bemerken, dass Berichte über Stromausfälle in den letzten Tagen und Wochen wieder häufiger werden. Ob wirklich die fehlenden Netzkapazitäten durch den überhasteten Atomausstieg unserer allwissenden Bundesregierung die Ursache sind, die die Atom-, Verzeihung, Energiekonzerne stets bemängeln, ist nicht herauszufinden, denn natürlich fällt mit dem Strom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze seit zehn Minuten im Dunkeln. Böse könnte man bemerken, dass Berichte über Stromausfälle in den letzten Tagen und Wochen wieder häufiger werden. Ob wirklich die fehlenden Netzkapazitäten durch den überhasteten Atomausstieg unserer allwissenden Bundesregierung die Ursache sind, die die Atom-, Verzeihung, Energiekonzerne stets bemängeln, ist nicht herauszufinden, denn natürlich fällt mit dem Strom auch so viel anderes aus, was unsere Hochzeit an Zivilisationserrungenschaften ausmacht. Zeit, innezuhalten...</p>
<p><span id="more-648"></span></p>
<p>Und uns klarzumachen, dass Lebensmittel nicht gekühlt werden [Morgen Sonderangebote im Rewe!], dass Bankauszahlungen nicht möglich sind [gut, dass meine PIN sicher auf dem Zentralrechner gespeichert wird... und nur dort...], dass mein Wecker morgen nicht klingeln wird [jedenfalls wenn es nicht wieder Strom gibt wenn ich ins Bett gehe], dass auch Handymasten Strom brauchen [oder hat jemand von euch Netz?], Internet natürlich auch, nicht zu vergessen, dass Krankenhäuser Notstrom für einige Stunden haben, aber eben auch nicht ewig. Kollegen werden sich über bestenfalls dejustierte Lasersysteme beschweren, nicht auszuschließen, dass bei plötzlichem Kühlungsversagen fünfstellige Beträge verloren gehen. Pro Labor, versteht sich.</p>
<p>Es fühlt sich bedrückend machtlos an, keinen Strom zu haben, aber Kopf hoch, es gibt auch gute Seiten zu finden. Kein sozialer Druck, verfügbar sein zu müssen. Ich kann mein Facebook-Profil ja garnicht updaten, selbst wenn ich wollte. [Nun ja, ich werde es natürlich tun, sobald ich wieder online bin ... alles andere ist völlig unbedeutend, ich geb's ja zu. Wie haben sich die Leute eigentlich früher mitgeteilt?] Vielleicht gibt's mal wieder ein paar Stromausfallbabies [bei mir jedenfalls nicht], vielleicht erhöht sich auch die Nordstadt-Kriminalitätsrate. [Eine Notiz am Rande: Die ... "unangepassten" Menschen, die jeden Abend um die Lutherkirche herumlungern fangen schon an, zu pöbeln, denn der Stromausfall trifft auch Straßenlaternen...] Stromausfall macht uns klar, wie abhängig wir geworden sind von allen Aspekten der Technik. Wenn ich bedenke, dass ich offenbar in Sichtweite der einzige bin, der überhaupt Kerzen angezündet hat [die eigentlich nur Deko sein sollten, falls Damenbesuch kommt], was sagt das über unserer Vorkehrungen, Vorbereitungen auf _wirklichen_ Zivilisationsausfall. [Okay, bei genauer Beobachtung stelle ich fest, dass Gegenüber in Nr. 9 jemand mit Laserpointern herumspielt.] Nein, Konserven habe ich auch keine. Hmm, vielleicht sollte ich ein paar Dosen Ravioli einkaufen. Sagen wir, 25. Also nur für den Anfang. Der Strom ist wieder da, also nichts wie<br />
zurück an die Steckdose. </p>
<p>Ich bin geneigt diesen Post genauso wie er jetzt ist ins Blog einzutragen, sozusagen als Zeitzeugenbericht, aber ich bringe es nicht übers Herz euch meine mühsam überlegte [und nicht ganz ernst gemeinte] Liste der zehn wichtigsten Dinge, die man bei Zivilisationsausfall unbedingt haben sollte, vorzuenthalten:</p>
<ol>
<li>
<p>Ravioli. Mittlerweile habe ich mir überlegt, dass es wenigstens 50 Dosen sein sollten.</p>
</li>
<li>
<p>Notstromaggregat. Dazu drei Fässer Diesel, man weiß ja nie.</p>
</li>
<li>
<p>Satelitenuplink. Total praktisch so eine 1,5m-Schüssel mit automatischer Justierung:<br />
Man kann über Satelit telefonieren, die Position bestimmen und die verbleibenden<br />
Fernsehsender sehen, die auch noch eine Weile mit Notstrom laufen.</p>
</li>
<li>
<p>Schrotflinten. Zwei, falls eine von den Zombies aufgegessen wird. Dazu wenigstens 500.000 Schuss,<br />
weil es so viele potentielle Zombies in Hannover gibt. Und diejenigen, die mehr als einen<br />
Schuss brauchen sind ja noch garnicht mit eingerechnet.</p>
</li>
<li>
<p>Trinkwasser. Wenigstens zehn Fässer. Profi-Tipp: Die Diesel-Fässer farblich markieren,<br />
Verwechslungen sind da unschön. Außerdem hilft Knoblaucharoma, neugierige Schmarotzer fernzuhalten. Zumindest die ersten Tage...</p>
</li>
<li>
<p>Grillanzünder. Ca. 20 Flaschen. Die Fähigkeit, Feuer zu machen trennte uns einst von den Tieren.<br />
Heute trennt sie uns, auf andere, subtile Weise, von denen, die Nachts im Dunkeln sitzen müssen<br />
die Zombies nicht sehen können. Nein, nehmen wir 100 Flaschen, mir ist gerade eingefallen,<br />
dass Zombies auch super brennen.</p>
</li>
<li>
<p>Schmuddel-Heftchen. Nennt mich altmodisch, aber in Zeiten des Zivilisationsausfalls wird es nicht<br />
gerade zugehen wie zu Zeiten der freien Liebe. Nicht vergessen, in "befriedigt" steckt das Wort<br />
"friedlich" drin, so ein bisschen zumindest.</p>
</li>
<li>
<p>Eine Machete. Kann man für fast alles verwenden, was so anfällt. Profi-Tipp: Nicht versuchen, sich zu rasieren.</p>
</li>
<li>
<p>Bleistift und Papier. Zum Dokumentieren der dunklen Zeiten. Und um Strichlisten zu führen, wer wie viele Zombies gekillt hat.</p>
</li>
<li>
<p>Rubik's Cube. Zeit, das endlich mal zu lernen. Man muss auch in finsteren Zeiten den Nerd vom Manne trennen.</p>
</li>
</ol>
<p>Eher eine Nebenbemerkung, als eine Moralpredigt zum Schluss: Zweieinhalb Tage geben verschiedene<br />
Studien staatlichen Behörden, ehe die öffentliche Ordnung zusammenbricht. 30 Minuten voller Geschrei<br />
vom Kirchplatz lässt mich hoffen, dass ich das niemals erleben muss.</p>
<p>PS: o_O als der Strom wieder angeht läuft im Fernsehen auf ZDF Auslandsjournal. Erster Beitrag:<br />
Wie sich religiöse Fundamentalisten in den USA auf das Ende der Welt vorbereiten.<br />
Kann das Zufall sein? Ich glaube schon, dass hier eher kein Zusammenha... BRAIIIIIINS!</p>
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		<title>Zehntel: ZenHabits</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/07/zehntel-zenhabits/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 20:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Zehntel]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine wundervolle Webseite über den täglichen Kampf mit Ablenkung und Chaos im Leben des vernetzten Menschen, die ich gefunden habe und teilen möchte: http://zenhabits.net [extern]. Ich bin tatsächlich gerade darauf gestoßen und bei weitem nicht in der Lage, zusammenzufassen, welch wundervolle Ideen sich dort noch verstecken, deswegen lasse ich die Seite für sich selbst sprechen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wundervolle Webseite über den täglichen Kampf mit Ablenkung und Chaos im Leben des vernetzten Menschen, die ich gefunden habe und teilen möchte: <a href="http://zenhabits.net/">http://zenhabits.net</a>  <span class="extern_link">[extern]</span>. Ich bin tatsächlich gerade darauf gestoßen und bei weitem nicht in der Lage, zusammenzufassen, welch wundervolle Ideen sich dort noch verstecken, deswegen lasse ich die Seite für sich selbst sprechen:</p>
<blockquote><p>Zen Habits is about finding simplicity in the daily chaos of our lives. It’s about clearing the clutter so we can focus on what’s important, create something amazing, find happiness.</p></blockquote>
<p>Schaut mal 'rein.</p>
<p>Disclaimer: Ja, ich schreibe diesen Eintrag, auch wenn in ZenHabits ein zweites H fehlt... andererseits ist halb Elf eh die Zeit für schlechte Wortwitze <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Zehn Dinge über Big Bang Theory</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/07/zehn-dinge-uber-big-bang-theory/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 21:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich mit der Arbeit an diesem Artikel begann freute ich mich auf eine genüssliche, boshafte Abrechnung mit amerikanischen Stereotypen von Physikern. Ich neige gewöhnlich nicht zu Vorurteilen, zumindest maße ich mir diese Vermutung an. Doch es begibt sich, dass ich genau bei Big Bang Theory aus der Rezeption der ersten Folge viel zu viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mit der Arbeit an diesem Artikel begann freute ich mich auf eine genüssliche, boshafte Abrechnung mit amerikanischen Stereotypen von Physikern. Ich neige gewöhnlich nicht zu Vorurteilen, zumindest maße ich mir diese Vermutung an. Doch es begibt sich, dass ich genau bei Big Bang Theory aus der Rezeption der ersten Folge viel zu viele Schlüsse gezogen habe. [Auch das war mir nicht klar, als ich mit dem Artikel begann, siehe oben.] Tatsächlich habe ich Vorsorge getroffen und um mich vor mir selbst vor dem Vorwurf der Befangenheit zu rechtfertigen schließlich die ganze erste Staffel geschaut. [Nein, ich hab sie ausgeliehen, nicht gestreamt. Also wirklich!] Hat das meine Meinung über Big Bang Theory geändert? Nein, nicht wirklich. Zu meiner eigenen Überraschung hat es meine Meinung über mich geändert.</p>
<p><span id="more-257"></span></p>
<p>Doch fangen wir systematisch an. Worum geht es? <em>The Big Bang Theory</em> ist eine US-amerikanische SitCom, die von einer Wohngemeinschaft hyperintelligenter Physiker handelt, ihren Freunden und ihren Problemen mit dem richtigen Leben.</p>
<p>Die WG-Besetzung besteht aus Sheldon Cooper, einem pedantischen Genie mit [mindestens] zwei Doktortiteln, von denen er wenigstens einen noch im Teenageralter erhalten hat. Er teilt sich die Wohnung mit Leonhard Hofstadter, einem etwas extrovertierteren Genie. Leonhard hat nur einen Doktortitel, ist sich aber bereits am Anfang der Serie seiner soziokulturellen Defizite immerhin bewusst.<br />
Die beiden sing eng mit Rajesh und Howard befreundet, die, nun ja, auch Physik-Nerds sind. Rajesh stellt dabei den stereotypen indischen Astrophysiker dar, der [krankhaft, wie er versichert] nicht mit Frauen sprechen kann. Howard Wolowitz vervollständigt die Truppe. Die Nerd-Eigenschaften, die ihn auszeichnen sind die Tatsache, dass er als einziger keinen Doktortitel hat, Jude ist [worüber in Amerika ungezwungen Witze gemacht werden dürfen] und verglichen mit den anderen mit ungebrochenem Enthusiasmus [aber auch ungebrochenem Misserfolg] stets Frauen zu verführen versucht.</p>
<p>Den Kontrapunkt zu diesen vier Physikern bildet die Nachbarin, Penny. Sie ist jung, attraktiv und wird stets als dumm dargestellt. Im Gegensatz zu den Physikern weist sie aber umfassende Sozial- und ebenso große Alltagskompetenz auf. Sofort am Anfang wird klar, dass Leonhard auf sie steht, während Sheldon grundsätzlich der Meinung ist, dass auch nur der Wunsch einer Beziehung mit "Normalsterblichen" vollkommen aussichtslos ist.</p>
<p>Der Aufbau der Folgen ist immer in etwa gleich: Es gibt einen Handlungsstrang, in dem eine typische nerdige Eigenschaft von einem oder allen Vieren persifliert wird und es gibt einen Handlungsstrang der sich um die Interaktion mit Penny oder anderen Nebencharakteren dreht. Die Hauptkritik an dieser Stelle ist, dass zumeist die nerdige Eigenschaft eindimensional dargestellt wird und, dass die vier viel zu viele nerdige Interessen haben, als dass sie ihnen allen nachgehen könnten. Ein Beispiel: In regelmäßigen Abständen wird gezeigt wie die Physiker Computerspielen nachgehen. Dabei scheinen zwei Regeln zu gelten: Erstens, es ist jedesmal ein anderes Spiel, was für typische Nerds völlig untypisch ist, zweitens, die dargestellten Szenen im jeweiligen Spiel [WoW-Raids etc.] erfordern so viel Spielzeit sie zu erreichen, dass sie kaum etwas anderes machen könnten, als nur dieses eine Spiel zu spielen, geschweige denn nebenbei neue Episoden aufzuzeichnen. So gut die physikalischen Details auch recherchiert sind, echte Nerds können diese Art von Details problemlos widerlegen...</p>
<p>Neben den semantischen Aspekten der Satire an Nerdtum und Physikerdasein an sich ist noch die Komponente des Humors von Bedeutung. Während der Hauptteil der Konversation aus Analogien von physikalischen Eigenschaften, Sachverhalten und Zitaten berühmter Physiker besteht kommt natürlich auch die Selbstironie nicht zu kurz. Während die physikalischen Witze stets mit eingespielten Lachern unterlegt werden und für echte Physiker, die sie verstehen könnten nicht lustig sind ist die Selbstironie praktisch das Steak für Genießer, denn mit dem Fortschreiten der Serie entwickeln die Hauptcharaktere Sheldon und Leonhard durchaus ein Gefühl für ihre jeweiligen Defizite und kommentieren dies stimmig, wobei der normale Zuschauer bisweilen das Gefühl haben muss, dass es sich um Selbsterkenntnis und nicht -ironie handelt. Die Weiterentwicklung der Charaktere ist dementsprechend schwammig und bisweilen launenhaft. Die Pedanterie Sheldons beispielsweise wird mal stärker [wenn er in Pennys Apartement einbricht um ihre Wohnung aufzuräumen etwa], und mal schwächer betont. Ich meine damit Dialogstellen, wo der Geek <em>in mir</em> laut schreit, dass Sheldon diesen Satz jetzt so nicht gesagt haben kann...</p>
<p>Zur Überzeichnung: Man muss sich natürlich nun die Frage stellen, wie die Wirkung der Serie ist. Während man ohne Zweifel den Eindruck bekommen muss, dass alle Physiker so oder ähnlich sind [und wer uns Reden hört, der weiß, dass diese Erkenntnis auch durchaus nicht unberechtigt ist] schrie anfangs ein Teil von mir, dass diese öffentliche Exekution des Geektums fürchterlich unfair sei, aber Tatsache ist, dass Sheldon &#038; Co. uns eines lehren können, nämlich, dass dies der Preis man selbst zu sein ist: Als Freak gebrandmarkt ist das schlimmste nicht, dass man zum Ziel von Witzen wird, sondern, dass am Ende Sympathie für den Physiker empfunden wird. <em>Ich will nicht niedlich sein.</em> Dass man mich ernst nimmt, davon träume ich schon lange nicht mehr...</p>
<p>Man könnte jetzt hier den Strich ziehen und sagen, okay, für Big Bang Theory gilt das gleiche wie für die darin dargestellten Charaktere, dass sie am Ende niedlich ist und nicht ernst genommen werden sollte. Aber genau das kann ich nicht, denn immer bleibt die Furcht, dass es eben doch jemand glaubt. Der glaubt, sie sind nicht der Geek in uns.<br />
Aber sie sind mehr. So viel mehr, dass es dem normalen Menschen leicht fällt, sich dieser Physiker anzunehmen, sie ins Herz zu schließen und vielleicht Mitleid zu haben, aber hauptsächlich, Sympathie zu empfinden.<br />
Ich kann das nicht. Sie sind überzeichnet, arrogant, weltfremd und erschreckend aufrichtig. Ich, der ich Physiker, Geek und Nerd und was immer man sich für Bezeichnungen ausdenkt, auch bin, finde die Charaktere abstoßend. Ich kann über ihre Witze nicht lachen, ich kann über ihre Unbeholfenheit nicht lachen, ich kann <em>über die Witze über sie</em> nicht lachen. Die Wahrheit ist, ich bin neidisch. Neidisch, weil sie es sich einfach machen, sie selbst zu sein. Das Mysterium Sozialverhalten ist eine schwere Prüfung für die von uns, die sich für zu klug und zu elitär halten um konformistisches Sozialverhalten zu lernen. Wir denken, überagende Kognition alleine würde evolutionsbiologisch ausreichen um unsere Existenz zu rechtfertigen. Tatsache aber ist, dass es nicht reicht, eine Sache perfekt zu können, um unser Leben zu meistern müssen wir viele andere Dinge gut genug machen. Gut genug zu sein, ist die Entscheidung die man treffen muss, die den homophoben Geek vom homo cognoscibilis, dem wahrhaft verständigen Menschen unterscheidet.</p>
<p>Braucht es, um diesen Schluss zu ziehen, Big Bang Theory? Vermutlich nicht. Worüber rege ich mich eigentlich auf? Genau diese Frage stelle ich mir am Ende dieser Betrachtung, denn wie eingangs erwähnt, zog ich aus, dieser Serie ein vernichtendes Urteil auszustellen. Die Antwort ist vielleicht, dass wir eine Wahl haben. Die Wahl zwischen Sozialkompetenz und Pedenterie, zwischen Nerdsein und gesellschaftskonformer Eingliederung, zwischen Mathematikerwitzen und nervtötendem Smalltalk, die Wahl zwischen der, sorry Dr. Leslie Winkle, hässlichen Physiker<em>In</em>, und dem blonden Dummchen. Der Trost ist, dass jede gesellschaftliche Gruppe eine Art Nerd-Nische bildet, nur dass Physiker vielleicht einfach etwas pedantischer sind, was dessen Darstellung angeht. Was Big Bang Theory mich lehren kann ist, dass ich wesentlich "normaler" bin, als ich befüchte (unter der unrealistischen Annahme, dass es <em>so übertriebene</em> Charaktere wie Sheldon und Leonhard wirklich gibt), aber wesentlich nerdiger, als ich mir wünsche [unter der unrealistischen Annahme, dass ich dem Ziel folge, gesellschaftliche Kompabilität zu erreichen].</p>
<p>Werde ich Big Bang Theory weiter schauen? Ja, ich fürchte, das werde ich. Werde ich die Serie jemals gut finden? Nein, völlig ausgeschlossen. Jede Folge ist die grimmige Bezwingung des boshaften Nerds in mir, die mir einredet, dass ich nicht so bin wie sie, in der Hoffnung, dass ich viel besser bin und in der Furcht, dass ich viel schlimmer bin. Und deswegen, ich gestehe, <em>ist</em> Big Bang Theory eine gute Serie.</p>
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