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	<description>Pseudointellektuelles Gekrakel über Physik, Philosophie und den Rest der Welt</description>
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		<title>Über die Hexenjagd des Christian W. &#8211; Eine Nachbetrachtung</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jan 2012 16:52:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[BILD]]></category>
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		<category><![CDATA[Bundespräsident]]></category>
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		<category><![CDATA[Hexenjagd]]></category>
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		<category><![CDATA[Wulff]]></category>

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		<description><![CDATA["Wir haben eine Hexe gefunden. Dürfen wir sie verbrennen?" Wem dieser Satz bekannt vorkommt und weiß, dass Christian W. sicher mehr als eine kalte Ente wiegt, dem dürfte schon länger klar sein, dass niemand kokeln wird, nur weil die deutschen Qualitätsmedien es so wollen. Hier soll es nicht darum gehen, ob Christian W. Hexenkräfte besitzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote style="padding-left:15%; font-family:Times New Roman !important; font-weight:bold; font-size:1.2em;"><p>
<br />
"Wir haben eine Hexe gefunden. Dürfen wir sie verbrennen?"</p></blockquote>
<p>Wem dieser Satz bekannt vorkommt und weiß, dass Christian W. sicher mehr als eine kalte Ente wiegt, dem dürfte schon länger klar sein, dass niemand kokeln wird, nur weil die deutschen Qualitätsmedien es so wollen.</p>
<p>Hier soll es nicht darum gehen, ob Christian W. Hexenkräfte besitzt [also Kredite/Finanzprodukte/Zahnpasta/Enten billiger kriegt], weil das zur Genüge erledigt ist und jeder sich ein Bild davon machen konnte [und zwar ob er wollte oder nicht]. Nein, hier geht es allein darum, wie die deutsche Medienlandschaft dabei versagt hat, ihn auf den Scheiterhaufen zu hieven.</p>
<p><span id="more-806"></span></p>
<p>Da wäre zunächst die BILD-Zeitung, die in einem Akt willentlicher Auflehnung gegen die eigenen Ideale investigativ gegen einen Politiker tätig geworden ist, der sie Jahr und Tag treu mit Geschichten und Geschichtchen versorgt hatte. Nun kann man reflexhaft mit Mathias' Döpfners Dogma <i>"Wer mit der Bild im Aufzug nach oben fährt, fährt mit ihr auch wieder nach unten."</i> antworten, oder aber man beleuchtet die Situation etwas reflektierter.<br />
Tatsächlich ist es höchst ungewöhnlich, dass BILD von sich aus investigativ tätig wird. Wie Ex-BILD-Chef Udo-Röbel im <a href="https://www.taz.de/!85432/" target="_blank">taz-Interview</a> [extern] treffend feststellt, beobachten wir hier einen Paradigmenwechsel, der auf fallende Auflagen und die unbestreitbare Tatsache, dass das Internet in BILDs Kerngeschäft, dem Boulevard, mithin letztlich deutlich boulevardeskere Züge annimmt, als das alte Printmedium.</p>
<p>Mit "das Internet" meine ich im obigen Absatz die Gesamtheit der Blogs und vermeintlich klassischen Medien, die längst auch wissen, dass Exklusivität und Geschwindigkeit in einer Zeit, in der sogenannte Promis ihre Nacktphotos selbst längst twittern, statt sich von Paparazzo schießen zu lassen, nichts bis überhaupt nichts mehr wert ist. Spiegel Online &#038; co. sprangen dankbar auf den Bild-Zug auf und wollten allesamt beweisen, dass auch sie Dreck auf der Serviette des Bundespräsidenten <del>machen</del> finden können, gewissermaßen um zu beweisen, dass sie noch immer besseren Journalismus als Bild abliefern können. Trarig daran: bewiesen haben sie letztlich nur, dass sie ebenso guten Boulevard machen können.</p>
<p>Diese Vermischung von "Kompetenzen", Ausrichtungen und Zielvorgaben macht es zunehmend schwerer, die deutsche Medienlandschaft zu differenzieren. Das führte in der Causa W. vor allem dazu, dass, selbst von Orientierungslosigkeit heimgesucht, wie italienische Kapitäne auf dem leckgeschlagenen Mittschiff panisch umherschreibend, selbst die eher konservativ protégierten Medien [z.b. Focus, SZ] sprangen reflexhaft den anderen hexenjägern bei, eifrig Dreck herbeikarrend, auf dem man ihn betten wollte. Man kann darüber streiten, ob dieses ungeschickte, ja unjournalistische Verhalten allein dem wachsenden Einfluss des Internets und seiner malefiziös über der [Print-]Branche kreisenden Drohung der Auflagentotschrumpfung zu verdanken ist, oder ob der Journalismus sich hier, wie schon Ansatzweise beim Freiherrn von und zu G. zu beobachten einfach selbst in Abseits treibt. War bei zu G. noch das Internet die treibende Kraft, so kehrten sich hier erstmals die Vorzeichen um, sodass es keineswegs unironisch wirkt, dass sich die Wikia-Plattform <a href="http://de.wulffplag.wikia.com/wiki/Wulffplag_Wiki">WulffPlag</a> gegründet hat, nicht mit dem Ziel, die Hexe als solche zu überführen und ihrem rechtmäßigen Platz am Feuer zu zu führen, sondern, aufgepasst, zu prüfen, welche der multimedialen Anschuldigungen überhaupt zutreffen und Wirkungstreffer sind und welche mehr oder minder selbst von einem souveränen Bundespräsidenten Weggelächelt werden dürften. Vorläufiges Ergebnis: die meisten davon.</p>
<p>Über die Würde des Amtes wurde viel gesprochen dieser Tage und angesichts der Causa W. scheint mir angebracht, auch darüber kurz zu <del>filett</del>... äh, philosophieren. Zwar waren <i>"früher"</i> Politiker ganz sicher auch nicht ohne Furcht und Tadel, so ist es doch heute signifikant undankbarer geworden, sich politisch zu äußern und engagieren, da der Anspruch, die Denker und Lenker dieses Landes mögen ohne [menschliche] Makel sein, ganz und gar überzogen scheint angesichts der Hebel, derer sich die Medien bedienen, um noch so winzige Gegenbeweise auf zu bringen. Keine Frage, dass Christian W. grobe Fehler gemacht hat, politisch wie menschlich, aber, so leid es mir für den Boulevard tut, eine Hexe ist er deswegen nicht. Das Gegenteil ist der Fall: Hexenjagden sind gerade nicht wie Rudern im Treibsand - je mehr die Medien umrühren, desto weniger glaubwürdig werden sie - während die Hexe nur ein ganz klein wenig zaubern muss, um dem Schlamassel, zumindest einmal, zu entkommen.</p>
<p>Wir müssen uns natürlich trotzdem die Frage stellen, ob Christian W. ein guter Bundespräsident ist [auch wenn das eigentlich vorher klar war], aber die Antwort kann an der Stelle nicht sein, dass, wer einen günstigen Kredit annimmt, automatisch ein schlechter Mensch ist. Nein, die Regierungsmannschaft, die im Gegensatz zum Bundespräsidenten <i>wirklich</i> Schaden anrichtet, muss sich keiner solchen Vorwürfe erwehren, obwohl es mehr als angemessen wäre, zu fragen, wer da Dreck am Revert kleben hat. Aber vielleicht kann die BILD ja auch da in Zukunft für die eine oder andere Sternstunde des fokussierten Journalismus sorgen und Angela M. den Spiegel vorhalten...</p>
<p>In diesem Sinne begrüße ich BILD in der illustren Runde der journalistischen Spitzenkräfte des Landes! ...äh?</p>
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		<title>Über Zehn Gründe die Lust, mein Blog umzugestalten</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 22:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Boshafte Menschen werden mir vorwerfen, dass diese Umgestaltung allein meiner immerwährenden inneren Unruhe entspringen müsse. Dass ich unfähig sei, Stillstand zu ertragen. Während das zu Teilen durchaus richtig ist, finde ich tatsächlich meine Entscheidung, die Deziquantisierung - um diesen überaus heiteren Neologismus ein letztes Mal zu verwenden - nur folgerichtig, denn Zehn Dinge zu schreiben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Boshafte Menschen werden mir vorwerfen, dass diese Umgestaltung allein meiner immerwährenden inneren Unruhe entspringen müsse. Dass ich unfähig sei, Stillstand zu ertragen. Während das zu Teilen durchaus richtig ist, finde ich tatsächlich meine Entscheidung, die Deziquantisierung - um diesen überaus heiteren Neologismus ein letztes Mal zu verwenden - nur folgerichtig, denn <em>Zehn Dinge</em> zu schreiben war ja letztlich nur eine Art Geländer, um stilistisch und inhaltlich eine klare Richtung zu haben.</p>
<p>Ich habe im letzten halben Jahr viel geschrieben, auch wenn dieses Blog  das nicht unbedingt widerspiegelt und möchte etwas mehr Breite ins Blog bringen, das fortan <a href="http://blog.ftranschel.de" title="blog.ftranschel.de">blog.ftranschel.de</a> heißen wird und auch ein anderes Aussehen bekommt. Da ich ein immer währender Anhänger der Idee freier Software bin muss ich hier auch erklären, dass ich das Theme <a href="http://html5beta.com/wordpress/wordpress-theme-MetroWP/" title="MetroWP" target="_blank">MetroWP [extern]</a> verwende, das unter der GPL steht. Ich habe es verändert und füge mich der Lizenz; am Ende des Artikels findet sich ein Link zum Archiv mit dem Quellcode.</p>
<p>Wie dem auch sei, ich wünsche mir, dass es diesem Blog nicht an Artikeln, mir nicht an Inspiration und euch verehrter Leserschaft nicht am Lesevergnügen mangeln möge.</p>
<p><a href='http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/metrowp.zip'>Link zum Zip-Archiv mit dem WordPress-Theme MetroWP inkl. Stylesheet-Änderungen</a></p>
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		<title>Zehn Dinge über #nanowrimo</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 01:03:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige von euch haben sie im letzten Monat zu Recht darüber gewundert, was für seltsame Zahlenfolgen ich in den digitalen Äther geworfen habe. Es folgt nicht nur eine Erklärung, sondern aufrichtige Bewunderung für das Konzept des virtuellen Tritts in den Allerwertesten. Was #nanowrimo bedeutet Die seltsame Abkürzung steht für National Novel Writing Month, also auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige von euch haben sie im letzten Monat zu Recht darüber gewundert, was für seltsame Zahlenfolgen ich in den digitalen Äther geworfen habe. Es folgt nicht nur eine Erklärung, sondern aufrichtige Bewunderung für das Konzept des virtuellen Tritts in den Allerwertesten.</p>
<p><span id="more-699"></span></p>
<ol>
<li><b>Was #nanowrimo bedeutet</b>
<p>Die seltsame Abkürzung steht für <b>Na</b>tional <b>No</b>vel <b>Wri</b>ting <b>Mo</b>nth, also auf gut Deutsch so etwas wie <i>Nationaler Romanschreibemonat</i>. XKCD-Leser werden natürlich sofort an <a href="http://xkcd.com/972/" title="XKCD [972]: Tongue Awareness Month" target="_blank">XKCD [972]: Tongue Awareness Month</a><span class="extern">[extern]</span> denken müssen und als ich zum ersten Mal davon hörte, ging es mir ähnlich. Der Titel ist unvollständig, denn natürlich ist das Event längst ein internationales geworden, ich glaube aber wie viele andere, dass <i>NaNo</i> einfach besser klingt als <i>InNo</i>.
</li>
<li><b>Was #nanowrimo ist</b>
<p>Die Idee hinter dem albernen Namen ist, die Herausforderung anzunehmen und nicht weniger als 50.000 Wörter zwischen dem 1. November, 00:00 Uhr und dem 30. November, 23:59 zu schreiben. Was man schreibt ist vollkommen dem Autor überlassen, es besteht in der #nanowrimo-community aber der Konsenz darin, dass es sich um ein zusammenhängendes Stück Literatur, also vorzugsweise einen Roman handeln sollte. [Auch wenn es Gerüchte gibt, dass sich hin und wieder der eine oder andere an einem Epos der alten griechischen Schule versucht...] Noch mehr Informationen dazu findet man [nicht nur im November] auf den Projektseiten: <a href="http://www.nanowrimo.org/en/about/whatisnano" title="What is #nanowrimo?" target="_blank" class="extern">What is nanowrimo?</a><span class="extern">[extern]</span></p>
<p>Ich selbst habe #nanowrimo als Anlass genommen, mein zu zwei Dritteln fertig gestellten Debüt-Roman zu Ende zu bringen - in der Rohfassung jedenfalls - 15.000 Wörter, die nach der Fertigstellung zum Sieg gefehlt haben, habe ich sofort in einen anderen, neueren und am Ende viel besseren Romananfang investiert.
</li>
<li><b>Was ich gewonnen habe</b>
<p>Selbstachtung, eine ganze Reihe abgrundtief hässlicher Webseiten-Badges, die mich als Gewinner ausweisen und das Gefühl, dass ein Buch zu schreiben nicht unmöglich ist. [Wer also das Gefühl hat, mir auf diesem Weg folgen zu wollen ist eingeladen, meine sicherlich vollkommen sinnfreien Tipps entgegen zu nehmen...] Die Gefahr, dass ich mich der Illusion hingebe, nie mehr etwas anderes machen zu wollen, besteht natürlich nicht, weil es dafür viel zu mühsam und anstrengend war und mein Job als Physiker in der Summe ja noch viel aufregender ist.</li>
<li><b>Wie es gelaufen ist</b>
<p>Meine Fortschritte während des täglichen Kampfes im November sind in der folgenden Abb. 1 dargestellt. <div id="attachment_724" class="wp-caption alignright" style="width: 302px"><a href="http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/nano.jpg"><img src="http://blog.ftranschel.de/wp-content/uploads/2011/12/nano.jpg" alt="Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm" title="Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm" width="292" height="250" class="size-full wp-image-724" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. 1: #nanowrimo-Zeitverlaufsdiagramm</p></div><br />
Zu erkennen ist deutlich die Weisheitszahn-OP am 1.11., sodass ich gleich am ersten Tag nur knapp 600 Wörter geschafft habe, wovon ich mich aber in der ersten Woche erholen konnte. Am zweiten und dritten Wochenende habe ich jeweils nicht so viel geschafft wie erhofft, sodass ich teilweise bis zu 3.500 Wörter hinten dran war, was ich aber durch einen großen Willensakt [;-)] am letzten Wochenende in einen 1.000-Wörter-Vorsprung umwandeln konnte, sodass ich am 30.11. mit nur 400 verbleibenden Wörtern letztlich verdient gewonnen hatte...</p>
</li>
<li><b>Was ich geschrieben habe</b>
<p>Eine dystopische Science-Fiction Novel in bester Gibson-Manier. Es geht um Verrat, Zeitreisen, Heldentum, Romantik, Action und natürlich nicht zuletzt darum, das Universum vor all den bösen Mächten, die dem Helden Steine in den Weg legen, zu retten. Insgesamt hat der jetzige Entwurf über 90.000 Wörter, wovon 35.000 durch #nanowrimo dazu gekommen sind, der November war also meine Art, mich durch das spannende, aber eben auch schwierig zu schreibende letzte Drittel zu quälen. Ausgesuchte Tester werden Ende Dezember die Bitte um ehrliche, umfangreiche Kritik im virtuellen Postkasten finden und irgendwann nächstes Jahr werde ich mich entweder auf die Suche nach einem Verlag machen oder eine der diversen, im Moment für mich unüberblickbaren, eBook-Plattformen nutzen.</li>
<li><b>Was ich gelernt habe</b>
<p>Plakativ müsste ich jetzt so etwas wie <i>'Yes, you can'</i> hin. Ich habe ja bereits in früheren Artikeln über die fesselnde Kraft der Herausforderung geschrieben und genau so habe ich mich während #nanowrimo auch gefühlt. 50.000 Wörter ist echt viel, ein halber Roman, wenn man so will. Am Anfang ist man mit der schieren Menge dessen, was vor einem liegt etwas unbedarft, man hat ja noch 29 Tage Zeit. In der Mitte dann kommen die großen Zweifel, wenn man wieder einmal 3-4 tausend Wörter hinten liegt. Und zum Schluss ist es nicht schwer sich anzutreiben, weil man sich sagt, dass es eine Schande wäre, bis 47.000 gekommen zu sein und nicht fertig wird. Tatsächlich gelernt habe ich in dem Sinne aber tatsächlich vor allem, unreflektiert Literatur in ihrem Grundzustand [nämlich schlecht] zu produzieren. Dass ein so großes Projekt noch einiges an Politur verschlingt ist aber ohnehin klar. Wirklich wichtig war mir persönlich aber auch vor allem der Beweis, dass ich etwas so Großes beenden kann.</li>
<li><b>Was ich nicht gelernt habe</b>
<p>Zwar behaupte ich einen Absatz weiter oben, sozusagen mit Scheuklappen und ohne aktive Autokorrektur geschrieben zu haben, aber natürlich stimmt das nicht ganz. Für den überwiegenden Teil der Reise hatte ich einen festen, relativ starren Plan vor Augen, <em>was</em>, <em>wann</em>, <em>wo</em> und <em>wie</em> passieren sollte. Das war schon für sich eine große Herausforderung. Wie man jedoch ohne Plan 50.000 Wörter, die hinterher einen zusammenhängenden Plot ergeben sollen, produzieren sollte, ist mir rätselhaft und erfüllt mich mit großer Erfurcht vor denjenigen #nano-Teilnehmern, die am 31. Oktober noch nicht wissen, was sie schreiben werden. Vielleicht habe ich also ein bisschen geschummelt, vielleicht habe ich auch einfach Glück gehabt. Ob's die Mühe wert war ist mit lediglich einer Woche Abstand ohnehin nicht entscheidbar.
</li>
<li><b>Ob ich nächstes Jahr wieder mitmache</b>
<p>Bei allem Lob über das Konzept und das Ergebnis - wenn man gewonnen hat, neigt man sicherlich dazu, die negativen Aspekte ein wenig zu verdrängen - #nanowrimo bedeutet große Freizeiteinschränkung, psychische Belastung, [wenn man sich für diese letzten vierhundert Wörter um halb Zwölf Uhr abends zwingen muss, weiter konzentriert zu bleiben...] und nicht wenige Moment, wo man ganz dringend etwas zerstören oder wenigstens demolieren möchte. Die Erfahrung auch damit fertig zu werden sind wertvoll, aber vielleicht nicht so wertvoll, dass man es regelmäßig machen muss, außerdem sieht es ja im Job meistens auch nicht anders aus. So wie ich mich kenne habe ich nächsten Oktober vergessen, was #nanowrimo überhaupt ist, sehe fasziniert auf der Website nach und nehme die Herausforderung an...
</li>
<li><b>Was für Schlussfolgerungen ich daraus ziehe</b>
<p>Unmittelbar bemerke ich zwei Dinge. Erstens, dreißig Tage lang mehr oder weniger gezwungen zu sein, 1667 Wörter zu schreiben führt unmittelbar dazu, dass diese Gewohnheit erhalten und gepflegt werden will, wie es andere nervige Gewohnheiten auch tun. Da der fertig "gedraftete" Roman für mich vier Wochen lang nicht anzufassen ist, um den für das Editieren nötigen Abstand zu gewinnen, werde ich also etwas anderes schreiben. Entweder den als Lückenfüller für die letzten 15.000 Wörter begonnenen Roman weiter führen, oder etwas ganz anderes machen. Während ich nicht eben ungeduldig bin, im bisherigen Tempo von 1667 Wörter/Tag weiterzumachen, schwebt mir vor, einzugestehen, dass ZehnDinge in seinem Konzept doch etwas zu eingeschränkt ist und ich etwas freier in Form und Inhalt sein möchte. Da her werde ich im Dezember dieses Weblog umgestalten. Vielleicht bleibt der eine oder andere Leser ja, vielleicht finden sich auch neue. [Sicher ist aber zumindest, dass diejenigen, die euch in den anderen Kommentaren, die ich immer lösche, Schwanzverlängerungen und griechische Staatsanleihen verkaufen wollen, bleiben werden...]
</li>
<li><b>Was für Schlussfolgerungen ihr daraus ziehen könnt</b>
<p>Mal ehrlich... wenn ich einen Roman schreiben kann, dann kann das jeder. Auch wenn diese Aussage natürlich vollkommen unbesehen der Qualität geschieht, darf man das doch als Herausforderung verstehen. Oder, anders formuliert: Wer macht nächstes Jahr mit und schlägt mich? <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />
</li>
</ol>
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		</item>
		<item>
		<title>Challenge accepted!</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jul 2011 14:34:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Zehntel]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist weniger eine Aussage oder ein meinungsbildender Blogeintrag, als ein Experiment. Ein Experiment, die menschliche Entwicklung betreffend. Vielleicht würde mir ein Psychologe bescheinigen, eine Art "quarterlife crisis" zu haben, aber geschenkt. Ich glaube, dass mitten in der Promotion durchaus ein guter Zeitpunkt ist, sich zu fragen, ob allein theoretische Physik das ist, was ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dies ist weniger eine Aussage oder ein meinungsbildender Blogeintrag, als ein Experiment. Ein Experiment, die menschliche Entwicklung betreffend. Vielleicht würde mir ein Psychologe bescheinigen, eine Art "quarterlife crisis" zu haben, aber geschenkt. Ich glaube, dass mitten in der Promotion durchaus ein guter Zeitpunkt ist, sich zu fragen, ob allein theoretische Physik das ist, was ich für den Rest meines Lebens machen will. [Und nebenbei gesagt, das glaube ich sehr wohl.] Ich will auf folgendes hinaus:</p>
<p>Verschiedene soziokulturelle Faktoren [unter anderem einigermaßen geregelte Arbeitszeiten] lassen die Frage in mir aufsteigen, ob das alles ist, was ich kann, oder ob es nicht bereichernd und, nun ja, die Persönlichkeit erweiternd sein kann, gelegentlich Herausforderungen abseits des Weges zu suchen.</p>
<p><span id="more-670"></span></p>
<p>Letztes Jahr habe ich mein Essverhalten kontrollieren gelernt, etwas was ich zuvor für kaum möglich, gewiss aber nicht für leicht gehalten habe. Diesen "Sommer" habe ich Inline-Skaten gelernt. [Geschenkt, Luke nutzt die Bremse noch nicht so wie Yoda es von ihm erwartet, aber das kriegt er schon noch hin...] Und nun werde ich beweisen, dass ich ein Buch schreiben kann. [Das erklärt die merkwürdigen Zahlen, die ich sonntags twittere.] Ich glaube, dass es nicht nötig ist, jeden Aspekt des Lebens zur Perfektion zu bringen [und nebenbei gesagt halte ich das auch nicht für möglich], aber es umgekehrt sehr erfüllend ist, sich einzelne Aspekte einmal genauer vorzunehmen. Ich habe vor, darüber ausführlich zu schreiben, warum es eine gute Idee ist, verschiedene Dinge zur Meisterschaft zu bringen, ohne dass man sie professionell betreibt, aber das gährt noch in meinem Verstand herum und ich wollte an diesem Sonntag, da ich mit Tee und gutem Mut vor dem Schreibprogramm sitze einfach mal aufmerken.</p>
<p>Ich möchte noch einen Schritt weitergehen, das Konzept der Herausforderung herunterbrechen und folgende Idee ausbrüten: Ich werde untersuchen, inwiefern es bereichernd ist, sich jede Woche auch in der Freizeit eine Herausforderung zu setzen. [Neben der beruflichen, die man ja gerade nicht mitzählt, wenn man etwas vollständig aus eigenem Antrieb erfahren will.] Natürlich kann man aufschreien, man müsse doch entspannen, wenn man nicht arbeitet, aber dass Nichtstun wirkliche Entspannung verspricht halte ich mittlerweile für unkundig. Nirgends finde ich größere Entspannung und Harmonie, als auf dem Crosstrainer, wenn Arme und Beine schmerzen und jeder Schritt eine Herausforderung ist. Warum nicht diese Beobachtung kultivieren, und jede Woche etwas Kleines vornehmen, was angesichts der kurzen Zeitspanne nicht großartig über der mittleren Leistungsfähigkeit liegt, aber eben so schwierig ist, dass klar ist, dass man es ohne Anstrengung auch nicht schafft. Und damit meine ich keineswegs nur den Sport, auch wenn mir die beinahe adiabatische Steigerung der persönlichen Leistungsfähigkeit, wenn mand enn nur nach Herausfoerungen sucht und wenigstens ein bisschen quantitativ veranlagt ist, dort zum ersten mal aufgefallen ist. Ich kann vielleicht 2000 Wörter in der Woche an meinem Roman arbeiten, das klingt wenig, ist aber angesichts der anderen Dinge, die ich noch zu tun habe und der Zeit, die ich <em>bewusst</em> mit Prokrastinieren verbringen will, ganz okay. Nun, dann sollte ich versuchen, nächste Woche 3000 Wörter zu schaffen. Ja, selbst dann wird es vielleicht ein Jahr dauern, ein Buch fertigzustellen. Und das ist dann nur die erste Streichfassung. Aber jede Woche kann ich mir vornehmen, mich in einem winzigen Aspekt zu verbessern, und wenn ich es schaffe, dann spielt es überhaupt keine Rolle, ob ich dabei ein buch schreibe und ob ich es hinterher einfach wegwerfe, weil ich daran gewachsen bin, unbesehen der Folgen.</p>
<p>Was sind eure Herausforderungen am Wegesrand? Welche Fertigkeiten und Kenntnisse wollt ihr abseits der Profession erwerben?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dunkelheit, alte Keule&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 21:40:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover-Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze seit zehn Minuten im Dunkeln. Böse könnte man bemerken, dass Berichte über Stromausfälle in den letzten Tagen und Wochen wieder häufiger werden. Ob wirklich die fehlenden Netzkapazitäten durch den überhasteten Atomausstieg unserer allwissenden Bundesregierung die Ursache sind, die die Atom-, Verzeihung, Energiekonzerne stets bemängeln, ist nicht herauszufinden, denn natürlich fällt mit dem Strom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze seit zehn Minuten im Dunkeln. Böse könnte man bemerken, dass Berichte über Stromausfälle in den letzten Tagen und Wochen wieder häufiger werden. Ob wirklich die fehlenden Netzkapazitäten durch den überhasteten Atomausstieg unserer allwissenden Bundesregierung die Ursache sind, die die Atom-, Verzeihung, Energiekonzerne stets bemängeln, ist nicht herauszufinden, denn natürlich fällt mit dem Strom auch so viel anderes aus, was unsere Hochzeit an Zivilisationserrungenschaften ausmacht. Zeit, innezuhalten...</p>
<p><span id="more-648"></span></p>
<p>Und uns klarzumachen, dass Lebensmittel nicht gekühlt werden [Morgen Sonderangebote im Rewe!], dass Bankauszahlungen nicht möglich sind [gut, dass meine PIN sicher auf dem Zentralrechner gespeichert wird... und nur dort...], dass mein Wecker morgen nicht klingeln wird [jedenfalls wenn es nicht wieder Strom gibt wenn ich ins Bett gehe], dass auch Handymasten Strom brauchen [oder hat jemand von euch Netz?], Internet natürlich auch, nicht zu vergessen, dass Krankenhäuser Notstrom für einige Stunden haben, aber eben auch nicht ewig. Kollegen werden sich über bestenfalls dejustierte Lasersysteme beschweren, nicht auszuschließen, dass bei plötzlichem Kühlungsversagen fünfstellige Beträge verloren gehen. Pro Labor, versteht sich.</p>
<p>Es fühlt sich bedrückend machtlos an, keinen Strom zu haben, aber Kopf hoch, es gibt auch gute Seiten zu finden. Kein sozialer Druck, verfügbar sein zu müssen. Ich kann mein Facebook-Profil ja garnicht updaten, selbst wenn ich wollte. [Nun ja, ich werde es natürlich tun, sobald ich wieder online bin ... alles andere ist völlig unbedeutend, ich geb's ja zu. Wie haben sich die Leute eigentlich früher mitgeteilt?] Vielleicht gibt's mal wieder ein paar Stromausfallbabies [bei mir jedenfalls nicht], vielleicht erhöht sich auch die Nordstadt-Kriminalitätsrate. [Eine Notiz am Rande: Die ... "unangepassten" Menschen, die jeden Abend um die Lutherkirche herumlungern fangen schon an, zu pöbeln, denn der Stromausfall trifft auch Straßenlaternen...] Stromausfall macht uns klar, wie abhängig wir geworden sind von allen Aspekten der Technik. Wenn ich bedenke, dass ich offenbar in Sichtweite der einzige bin, der überhaupt Kerzen angezündet hat [die eigentlich nur Deko sein sollten, falls Damenbesuch kommt], was sagt das über unserer Vorkehrungen, Vorbereitungen auf _wirklichen_ Zivilisationsausfall. [Okay, bei genauer Beobachtung stelle ich fest, dass Gegenüber in Nr. 9 jemand mit Laserpointern herumspielt.] Nein, Konserven habe ich auch keine. Hmm, vielleicht sollte ich ein paar Dosen Ravioli einkaufen. Sagen wir, 25. Also nur für den Anfang. Der Strom ist wieder da, also nichts wie<br />
zurück an die Steckdose. </p>
<p>Ich bin geneigt diesen Post genauso wie er jetzt ist ins Blog einzutragen, sozusagen als Zeitzeugenbericht, aber ich bringe es nicht übers Herz euch meine mühsam überlegte [und nicht ganz ernst gemeinte] Liste der zehn wichtigsten Dinge, die man bei Zivilisationsausfall unbedingt haben sollte, vorzuenthalten:</p>
<ol>
<li>
<p>Ravioli. Mittlerweile habe ich mir überlegt, dass es wenigstens 50 Dosen sein sollten.</p>
</li>
<li>
<p>Notstromaggregat. Dazu drei Fässer Diesel, man weiß ja nie.</p>
</li>
<li>
<p>Satelitenuplink. Total praktisch so eine 1,5m-Schüssel mit automatischer Justierung:<br />
Man kann über Satelit telefonieren, die Position bestimmen und die verbleibenden<br />
Fernsehsender sehen, die auch noch eine Weile mit Notstrom laufen.</p>
</li>
<li>
<p>Schrotflinten. Zwei, falls eine von den Zombies aufgegessen wird. Dazu wenigstens 500.000 Schuss,<br />
weil es so viele potentielle Zombies in Hannover gibt. Und diejenigen, die mehr als einen<br />
Schuss brauchen sind ja noch garnicht mit eingerechnet.</p>
</li>
<li>
<p>Trinkwasser. Wenigstens zehn Fässer. Profi-Tipp: Die Diesel-Fässer farblich markieren,<br />
Verwechslungen sind da unschön. Außerdem hilft Knoblaucharoma, neugierige Schmarotzer fernzuhalten. Zumindest die ersten Tage...</p>
</li>
<li>
<p>Grillanzünder. Ca. 20 Flaschen. Die Fähigkeit, Feuer zu machen trennte uns einst von den Tieren.<br />
Heute trennt sie uns, auf andere, subtile Weise, von denen, die Nachts im Dunkeln sitzen müssen<br />
die Zombies nicht sehen können. Nein, nehmen wir 100 Flaschen, mir ist gerade eingefallen,<br />
dass Zombies auch super brennen.</p>
</li>
<li>
<p>Schmuddel-Heftchen. Nennt mich altmodisch, aber in Zeiten des Zivilisationsausfalls wird es nicht<br />
gerade zugehen wie zu Zeiten der freien Liebe. Nicht vergessen, in "befriedigt" steckt das Wort<br />
"friedlich" drin, so ein bisschen zumindest.</p>
</li>
<li>
<p>Eine Machete. Kann man für fast alles verwenden, was so anfällt. Profi-Tipp: Nicht versuchen, sich zu rasieren.</p>
</li>
<li>
<p>Bleistift und Papier. Zum Dokumentieren der dunklen Zeiten. Und um Strichlisten zu führen, wer wie viele Zombies gekillt hat.</p>
</li>
<li>
<p>Rubik's Cube. Zeit, das endlich mal zu lernen. Man muss auch in finsteren Zeiten den Nerd vom Manne trennen.</p>
</li>
</ol>
<p>Eher eine Nebenbemerkung, als eine Moralpredigt zum Schluss: Zweieinhalb Tage geben verschiedene<br />
Studien staatlichen Behörden, ehe die öffentliche Ordnung zusammenbricht. 30 Minuten voller Geschrei<br />
vom Kirchplatz lässt mich hoffen, dass ich das niemals erleben muss.</p>
<p>PS: o_O als der Strom wieder angeht läuft im Fernsehen auf ZDF Auslandsjournal. Erster Beitrag:<br />
Wie sich religiöse Fundamentalisten in den USA auf das Ende der Welt vorbereiten.<br />
Kann das Zufall sein? Ich glaube schon, dass hier eher kein Zusammenha... BRAIIIIIINS!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zehntel: ZenHabits</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/07/zehntel-zenhabits/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 20:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Psychosoziale Fallstudien]]></category>
		<category><![CDATA[Zehntel]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine wundervolle Webseite über den täglichen Kampf mit Ablenkung und Chaos im Leben des vernetzten Menschen, die ich gefunden habe und teilen möchte: http://zenhabits.net [extern]. Ich bin tatsächlich gerade darauf gestoßen und bei weitem nicht in der Lage, zusammenzufassen, welch wundervolle Ideen sich dort noch verstecken, deswegen lasse ich die Seite für sich selbst sprechen: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wundervolle Webseite über den täglichen Kampf mit Ablenkung und Chaos im Leben des vernetzten Menschen, die ich gefunden habe und teilen möchte: <a href="http://zenhabits.net/">http://zenhabits.net</a>  <span class="extern_link">[extern]</span>. Ich bin tatsächlich gerade darauf gestoßen und bei weitem nicht in der Lage, zusammenzufassen, welch wundervolle Ideen sich dort noch verstecken, deswegen lasse ich die Seite für sich selbst sprechen:</p>
<blockquote><p>Zen Habits is about finding simplicity in the daily chaos of our lives. It’s about clearing the clutter so we can focus on what’s important, create something amazing, find happiness.</p></blockquote>
<p>Schaut mal 'rein.</p>
<p>Disclaimer: Ja, ich schreibe diesen Eintrag, auch wenn in ZenHabits ein zweites H fehlt... andererseits ist halb Elf eh die Zeit für schlechte Wortwitze <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Zehn Dinge über Big Bang Theory</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/07/zehn-dinge-uber-big-bang-theory/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 21:49:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Physik]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich mit der Arbeit an diesem Artikel begann freute ich mich auf eine genüssliche, boshafte Abrechnung mit amerikanischen Stereotypen von Physikern. Ich neige gewöhnlich nicht zu Vorurteilen, zumindest maße ich mir diese Vermutung an. Doch es begibt sich, dass ich genau bei Big Bang Theory aus der Rezeption der ersten Folge viel zu viele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich mit der Arbeit an diesem Artikel begann freute ich mich auf eine genüssliche, boshafte Abrechnung mit amerikanischen Stereotypen von Physikern. Ich neige gewöhnlich nicht zu Vorurteilen, zumindest maße ich mir diese Vermutung an. Doch es begibt sich, dass ich genau bei Big Bang Theory aus der Rezeption der ersten Folge viel zu viele Schlüsse gezogen habe. [Auch das war mir nicht klar, als ich mit dem Artikel begann, siehe oben.] Tatsächlich habe ich Vorsorge getroffen und um mich vor mir selbst vor dem Vorwurf der Befangenheit zu rechtfertigen schließlich die ganze erste Staffel geschaut. [Nein, ich hab sie ausgeliehen, nicht gestreamt. Also wirklich!] Hat das meine Meinung über Big Bang Theory geändert? Nein, nicht wirklich. Zu meiner eigenen Überraschung hat es meine Meinung über mich geändert.</p>
<p><span id="more-257"></span></p>
<p>Doch fangen wir systematisch an. Worum geht es? <em>The Big Bang Theory</em> ist eine US-amerikanische SitCom, die von einer Wohngemeinschaft hyperintelligenter Physiker handelt, ihren Freunden und ihren Problemen mit dem richtigen Leben.</p>
<p>Die WG-Besetzung besteht aus Sheldon Cooper, einem pedantischen Genie mit [mindestens] zwei Doktortiteln, von denen er wenigstens einen noch im Teenageralter erhalten hat. Er teilt sich die Wohnung mit Leonhard Hofstadter, einem etwas extrovertierteren Genie. Leonhard hat nur einen Doktortitel, ist sich aber bereits am Anfang der Serie seiner soziokulturellen Defizite immerhin bewusst.<br />
Die beiden sing eng mit Rajesh und Howard befreundet, die, nun ja, auch Physik-Nerds sind. Rajesh stellt dabei den stereotypen indischen Astrophysiker dar, der [krankhaft, wie er versichert] nicht mit Frauen sprechen kann. Howard Wolowitz vervollständigt die Truppe. Die Nerd-Eigenschaften, die ihn auszeichnen sind die Tatsache, dass er als einziger keinen Doktortitel hat, Jude ist [worüber in Amerika ungezwungen Witze gemacht werden dürfen] und verglichen mit den anderen mit ungebrochenem Enthusiasmus [aber auch ungebrochenem Misserfolg] stets Frauen zu verführen versucht.</p>
<p>Den Kontrapunkt zu diesen vier Physikern bildet die Nachbarin, Penny. Sie ist jung, attraktiv und wird stets als dumm dargestellt. Im Gegensatz zu den Physikern weist sie aber umfassende Sozial- und ebenso große Alltagskompetenz auf. Sofort am Anfang wird klar, dass Leonhard auf sie steht, während Sheldon grundsätzlich der Meinung ist, dass auch nur der Wunsch einer Beziehung mit "Normalsterblichen" vollkommen aussichtslos ist.</p>
<p>Der Aufbau der Folgen ist immer in etwa gleich: Es gibt einen Handlungsstrang, in dem eine typische nerdige Eigenschaft von einem oder allen Vieren persifliert wird und es gibt einen Handlungsstrang der sich um die Interaktion mit Penny oder anderen Nebencharakteren dreht. Die Hauptkritik an dieser Stelle ist, dass zumeist die nerdige Eigenschaft eindimensional dargestellt wird und, dass die vier viel zu viele nerdige Interessen haben, als dass sie ihnen allen nachgehen könnten. Ein Beispiel: In regelmäßigen Abständen wird gezeigt wie die Physiker Computerspielen nachgehen. Dabei scheinen zwei Regeln zu gelten: Erstens, es ist jedesmal ein anderes Spiel, was für typische Nerds völlig untypisch ist, zweitens, die dargestellten Szenen im jeweiligen Spiel [WoW-Raids etc.] erfordern so viel Spielzeit sie zu erreichen, dass sie kaum etwas anderes machen könnten, als nur dieses eine Spiel zu spielen, geschweige denn nebenbei neue Episoden aufzuzeichnen. So gut die physikalischen Details auch recherchiert sind, echte Nerds können diese Art von Details problemlos widerlegen...</p>
<p>Neben den semantischen Aspekten der Satire an Nerdtum und Physikerdasein an sich ist noch die Komponente des Humors von Bedeutung. Während der Hauptteil der Konversation aus Analogien von physikalischen Eigenschaften, Sachverhalten und Zitaten berühmter Physiker besteht kommt natürlich auch die Selbstironie nicht zu kurz. Während die physikalischen Witze stets mit eingespielten Lachern unterlegt werden und für echte Physiker, die sie verstehen könnten nicht lustig sind ist die Selbstironie praktisch das Steak für Genießer, denn mit dem Fortschreiten der Serie entwickeln die Hauptcharaktere Sheldon und Leonhard durchaus ein Gefühl für ihre jeweiligen Defizite und kommentieren dies stimmig, wobei der normale Zuschauer bisweilen das Gefühl haben muss, dass es sich um Selbsterkenntnis und nicht -ironie handelt. Die Weiterentwicklung der Charaktere ist dementsprechend schwammig und bisweilen launenhaft. Die Pedanterie Sheldons beispielsweise wird mal stärker [wenn er in Pennys Apartement einbricht um ihre Wohnung aufzuräumen etwa], und mal schwächer betont. Ich meine damit Dialogstellen, wo der Geek <em>in mir</em> laut schreit, dass Sheldon diesen Satz jetzt so nicht gesagt haben kann...</p>
<p>Zur Überzeichnung: Man muss sich natürlich nun die Frage stellen, wie die Wirkung der Serie ist. Während man ohne Zweifel den Eindruck bekommen muss, dass alle Physiker so oder ähnlich sind [und wer uns Reden hört, der weiß, dass diese Erkenntnis auch durchaus nicht unberechtigt ist] schrie anfangs ein Teil von mir, dass diese öffentliche Exekution des Geektums fürchterlich unfair sei, aber Tatsache ist, dass Sheldon &#038; Co. uns eines lehren können, nämlich, dass dies der Preis man selbst zu sein ist: Als Freak gebrandmarkt ist das schlimmste nicht, dass man zum Ziel von Witzen wird, sondern, dass am Ende Sympathie für den Physiker empfunden wird. <em>Ich will nicht niedlich sein.</em> Dass man mich ernst nimmt, davon träume ich schon lange nicht mehr...</p>
<p>Man könnte jetzt hier den Strich ziehen und sagen, okay, für Big Bang Theory gilt das gleiche wie für die darin dargestellten Charaktere, dass sie am Ende niedlich ist und nicht ernst genommen werden sollte. Aber genau das kann ich nicht, denn immer bleibt die Furcht, dass es eben doch jemand glaubt. Der glaubt, sie sind nicht der Geek in uns.<br />
Aber sie sind mehr. So viel mehr, dass es dem normalen Menschen leicht fällt, sich dieser Physiker anzunehmen, sie ins Herz zu schließen und vielleicht Mitleid zu haben, aber hauptsächlich, Sympathie zu empfinden.<br />
Ich kann das nicht. Sie sind überzeichnet, arrogant, weltfremd und erschreckend aufrichtig. Ich, der ich Physiker, Geek und Nerd und was immer man sich für Bezeichnungen ausdenkt, auch bin, finde die Charaktere abstoßend. Ich kann über ihre Witze nicht lachen, ich kann über ihre Unbeholfenheit nicht lachen, ich kann <em>über die Witze über sie</em> nicht lachen. Die Wahrheit ist, ich bin neidisch. Neidisch, weil sie es sich einfach machen, sie selbst zu sein. Das Mysterium Sozialverhalten ist eine schwere Prüfung für die von uns, die sich für zu klug und zu elitär halten um konformistisches Sozialverhalten zu lernen. Wir denken, überagende Kognition alleine würde evolutionsbiologisch ausreichen um unsere Existenz zu rechtfertigen. Tatsache aber ist, dass es nicht reicht, eine Sache perfekt zu können, um unser Leben zu meistern müssen wir viele andere Dinge gut genug machen. Gut genug zu sein, ist die Entscheidung die man treffen muss, die den homophoben Geek vom homo cognoscibilis, dem wahrhaft verständigen Menschen unterscheidet.</p>
<p>Braucht es, um diesen Schluss zu ziehen, Big Bang Theory? Vermutlich nicht. Worüber rege ich mich eigentlich auf? Genau diese Frage stelle ich mir am Ende dieser Betrachtung, denn wie eingangs erwähnt, zog ich aus, dieser Serie ein vernichtendes Urteil auszustellen. Die Antwort ist vielleicht, dass wir eine Wahl haben. Die Wahl zwischen Sozialkompetenz und Pedenterie, zwischen Nerdsein und gesellschaftskonformer Eingliederung, zwischen Mathematikerwitzen und nervtötendem Smalltalk, die Wahl zwischen der, sorry Dr. Leslie Winkle, hässlichen Physiker<em>In</em>, und dem blonden Dummchen. Der Trost ist, dass jede gesellschaftliche Gruppe eine Art Nerd-Nische bildet, nur dass Physiker vielleicht einfach etwas pedantischer sind, was dessen Darstellung angeht. Was Big Bang Theory mich lehren kann ist, dass ich wesentlich "normaler" bin, als ich befüchte (unter der unrealistischen Annahme, dass es <em>so übertriebene</em> Charaktere wie Sheldon und Leonhard wirklich gibt), aber wesentlich nerdiger, als ich mir wünsche [unter der unrealistischen Annahme, dass ich dem Ziel folge, gesellschaftliche Kompabilität zu erreichen].</p>
<p>Werde ich Big Bang Theory weiter schauen? Ja, ich fürchte, das werde ich. Werde ich die Serie jemals gut finden? Nein, völlig ausgeschlossen. Jede Folge ist die grimmige Bezwingung des boshaften Nerds in mir, die mir einredet, dass ich nicht so bin wie sie, in der Hoffnung, dass ich viel besser bin und in der Furcht, dass ich viel schlimmer bin. Und deswegen, ich gestehe, <em>ist</em> Big Bang Theory eine gute Serie.</p>
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		<title>Über den Regen</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/06/uber-den-regen/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 15:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich sitze, nach zwei Stunden Warten am Moritzwinkel, nach heißem Tee und warmer Dusche vor den Tasten und möchte dem Wasser, das draußen noch immer vom Himmel fällt, huldigen. Eigentlich war geplant, dass 80 Mannschaften im Unisportzentrum zum Anlasse des Uni-Sportfestes bei guter Laune und gutem Wetter ihre Besten ausspielen, aber irgendwie habe ich trotz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sitze, nach zwei Stunden Warten am Moritzwinkel, nach heißem Tee und warmer Dusche vor den Tasten und möchte dem Wasser, das draußen noch immer vom Himmel fällt, huldigen. Eigentlich war geplant, dass 80 Mannschaften im Unisportzentrum zum Anlasse des Uni-Sportfestes bei guter Laune und gutem Wetter ihre Besten ausspielen, aber irgendwie habe ich trotz des Ausfalls gute Laune. Ich habe ja neulich schon davon gesprochen, dass ich Regen mag. Heute: Eine Liebeserklärung.</p>
<p><span id="more-593"></span></p>
<ul>
<li>
<p>Regen macht die Welt langsam und leise. In der Hinsicht ist Regen wie der Winter im allgemeinen und Schnee im besonderen Maße. Das Vorhandensein einer Unpässlichkeit lässt uns für einen Moment vergessen, welchen Druck von Effizienz und Hast uns die Welt bisweilen aufbürdet. Darauf zu warten, dass das Schauer vorüberzieht und die Rasenplätze aus seiner feuchtem Umarmung entlässt kann entweder zäh, lästig und ärgerlich sein, oder meditativ und selbstironisch. Es hängt nur davon ab, wie wir damit umgehen.</p>
</li>
<li>
<p>Regen macht die Menschen gleich. Nagut, der eine oder andere <em>"bedeutende"</em> Mensch bekommt vielleicht den Regenschirm gehalten, aber am Ende ist die Lästigkeit des fallenden Wassers für alle gleich. Anders: Auch wenn nicht mehr herauszufinden sein wird, welche Mannschaft heute die beste gewesen wäre, die waren bestimmt genauso nassgeregnet, wie wir alle.</p>
</li>
<li>
<p>Was im Regen schön ist, ist auch trocken schön. Regen erinnert uns daran, dass es immer mehrere Perspektiven gibt. Geht durch die Stadt oder den Park im Regen und schaut euch Dinge an, die ihr täglich seht, mehrmals, vielmals. Seht sie euch im Regen an. Nagut, manche sind einfach... nass. Aber andere werden eine ganz neue Ästhetik haben, die sie, so man sie erst erkannt hat, behalten, wenn sie trocknen.</p>
</li>
<li>
<p>Wer vor dem Regen wegrennt, rennt vor sich selbst davon. Ich finde es höchst belustigend zu welchen artistischen Hetzereien Menschen fähig sind, wenn sie fürchten, nass zu werden. Versteht mich nicht falsch, ich stelle mich bei Regen auch nicht nackt auf die Straße und rufe <em>"gib mir Wasser, gib mir Kälte, gib mir Lungenentzündung!"</em>. Und doch hat das Gefühl von Wassertropfen auf meinem Kopf oder einer durchnässten Hose für mich nichts Bedrohliches an sich. "Wir sind doch nicht aus Zucker", sagt meine Oma. Manche Menschen sind vielleicht aber aus Salz. Vielleicht wissen sie es auch ganz einfach nicht so genau.</p>
</li>
<li>
<p>Regen riecht schön. Öffnet die Fenster, oder besser, geht nach dem Regen heraus und genießt die frische, erdige Luft. Auch in der Stadt kann diese Sensation uns klar machen, in welcher Suppe wir ansonsten umherlaufen. Gut, dass man sich an Gerüche sehr schnell gewöhnt...</p>
</li>
<li>
<p>Regen zeigt uns wieder und wieder unsere Grenzen. Wir können das Wetter nicht mehr als drei Tage vorhersagen, geschweige denn beeinflussen. Es ist hin und wieder gut, etwas zu Orientierung zu haben, die aufzeigt, dass globalistische Technokratie (und deutscher Ordnungswahn) natürliche Grenzen haben. Noch jedenfalls.</p>
</li>
<li>
<p>Regen ist der Inbegriff der Melancholie. Wenn ich drinnen sitze und es regnet, dann passiert es mitunter, dass ich eine tiefe innere Zufriedenheit spüre, die sich darin begründet, dem Regen zuzusehen und sich zu fragen, warum kann es nicht immer so einfach sein. Ich gebe zu, dass ich abschweife und den Begriff Melancholie sehr weit in Richtung Glück dehne, aber vielleicht ist es einfach so, dass der Regen mir klar macht, dass schon die Erkenntnis, dass es Zeiten der völligen Zufriedenheit gibt, dieselbe Zufriedenheit erzeugt.</p>
</li>
<li>
<p>Regen lehrt uns Gelassenheit. Ist er ersteinmal da und sitzt man fest, dann nützt es nichts, sich zu ärgern oder zu hadern.<em> "Auf Regen folgt Sonnenschein"</em> ist so abgedroschen wie banal; Und doch ist wahr: der Regen lehrt uns, dass es wieder besser wird. Immer.</p>
</li>
</ul>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>10 21 things I want in a lover</title>
		<link>http://blog.ftranschel.de/2011/06/10-21-things-i-want-in-a-lover/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Jun 2011 18:05:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Frei nach Alanis Morissette. Du hasst Rauchen. Wer hat das nicht schon erlebt, du stehst an der Bushaltestelle, neben dir taucht eine bildhübsche Frau auf. Sie lächelt, du lächelst. Du sagst "hi", sie sagt "hi". Nervöses Schweigen, sie fragt "Hast du Feuer?". Du drehst dich angewidert weg. Du hast und magst keine Haustiere. Sorry, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frei nach Alanis Morissette.</p>
<ol>
<li>
<p><em>Du hasst Rauchen.</em></p>
<p>Wer hat das nicht schon erlebt, du stehst an der Bushaltestelle, neben dir taucht eine bildhübsche Frau auf. Sie lächelt, du lächelst. Du sagst <em>"hi"</em>, sie sagt <em>"hi"</em>. Nervöses Schweigen, sie fragt <em>"Hast du Feuer?"</em>. Du drehst dich angewidert weg.
</li>
<li>
<p><em>Du hast und magst keine Haustiere.</em></p>
<p>Sorry, aber auf die meisten Tiere (bzw. ihre Haare) reagiere ich allergisch. Das ist aber nicht nur ein physisches Hindernis. Ich glaube fest, dass Menschen, die Haustiere befürworten und solche, die dem entgegen stehen, nicht zusammen passen.
</li>
<li>
<p><em>Du glaubst nicht an Gott.</em></p>
<p>Und das nicht nur, weil religiöse Menschen eine schlechte Orthographie haben. Es ist egal, ob du Agnostikerin oder Postmaterialistin bist. (Idealerweise erkennst du allerdings die Diskrepanz in dieser nicht-exakten Dualität, aber das gibt nur Bonuspunkte <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ). Entscheidend ist an dieser Stelle die klare Unterscheidung zwischen Selbstbestimmung und Schicksal. Es ist eine Untersuchung für sich, aber jemand der nicht bereit ist einzusehen, dass er qua Verstand die Welt verändern kann, hat für mich eine zu negative Weltsicht. (Fatalisten an sich haben übrigens keine negative Weltsicht, sie können ja schließlich auch nichts dafür <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )
</li>
<li>
<p><em>Du hasst Hip-Hop/Schlager.</em></p>
<p>Es ist keineswegs nötig, dass du Alanis, Adele, Pink, Katie Melua oder Jazz und Blues magst. Aber ehrlich, Musik muss es halt schon sein. Vor last.fm war es bei mir mit diversifiziertem Musikgeschmack auch nicht weit her, also darf es ruhig Mainstream sein. Oh, und natürlich magst du Karaoke. Wer sich selbst nicht gern singen hört (egal wie es klingt), der kann auch gleich Hip-Hop machen gehen.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du vermeidest die Aufnahme von Nervengiften.</em></p>
<p>Damit meine ich neben härteren Sachen vor allem Alkohol. Ich gebe zu, dass dies ein Punkt ist, der positiv ausgelegt für mich ein Alleinstellungsmerkmal ist, aber ich kann einfach nicht verstehen, wie man willentlicht Substanzen konsumieren kann, die nachweislich körperschädigend sind. (Man darf mir hier gerne Vorhaltungen über andere Stoffe machen, die ich konsumiere und die unter obige Definition fallen, ich kann jeden einzelnen begründen <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> )<br />
Du kannst ohne Alkohol nicht enthemmt, spontan, ausgeflippt sein? Wie kriege ich es nur hin, dass dieser Satz nicht arrogant klingt: Dann hast du es halt nicht drauf.<br />
Das bedeutet nicht, dass ich das Trinken von Alkohol generell verdamme, aber sich regelmäßig zuzudröhnen finde ich dann doch arg unerwachsen.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist athletisch.</em></p>
<p>Zuerst sollte hier stehen: "Ich habe nicht zwanzig Kilo abgenommen um dann mit Cindy aus Marzahn auszugehen", aber das klingt, als wäre ich oberflächlich. Die Wahrheit ist, ich bin oberflächlich. Vor gar nicht allzu langer Zeit war ich einer von den Fällen, von denen man im Leben nicht gedacht hätte, dass sie einen BMI innerhalb der WHO-Empfehlungen schaffen könnten. Deshalb gibt es hier von mir kein Mitleid zu erwarten.<br />
Es ist vermutlich nicht nötig drei Stunden Rad zu fahren oder Marathon zu laufen, aber so ganz ohne körperliche Aktivität könntest du meinen Bewegungsdrang wohl ohnehin nicht nachvollziehen <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
</li>
<li>
<p><em>Auf deinem Facebook-Profil steht weder </em>"Man sieht nur mit dem Herzen gut."<em> aus </em>"Der kleine Prinz"<em>, noch </em>"Ich bin garantiert nicht so, wie du mich einschätzt".</p>
<p>Ich meine, wenn du soooo individuell bist, dass du es auf diese Weise zeigst, dann zurück auf die Bäume mit dir und artig Hip-Hop hören... echt ma!</p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist klein.</em></p>
<p>Naja, also ein Ausschlußkriterium ist das sicher nicht, ich habe auch keine grundsätzlichen Probleme mit Leute, die größer sind als ich. Aber genau wie eine Zwei-Meter-Frau mit mir so ihre praktischen Probleme hätte, wäre es umgekehrt.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist frech, geradeheraus und nicht gerade schüchtern.</em></p>
<p>Du forderst mich heraus. Und das will was heißen. Wer mich kennt wird hier anmerken, dass ich selbst recht schüchtern wirke und keineswegs das Recht habe das Gegenteil von dir zu fordern, und das stimmt auch. Ich bin konformistisch und gehemmt, was die Gegenwart meiner Freunde angeht. (Wehe, du erwischst mich alleine!) Eigentlich sagt dieser Punkt also nur aus, dass du ruhig zeigen darfst, dass du Interesse an mir hast. Da du aber eine Frau bist weiß ich auch selbst, dass ich mir das verdienen muss, also ignorier' das Argument einfach <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist flexibel.</em></p>
<p>Wie, das muss ich kommentieren? Naja, wenn du flexibel bist, dann weißt du ja, was ich meine <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
</li>
<li>
<p><em>Du verstehst nichts von Physik.</em></p>
<p>Ich bin theoretischer Physiker. Das bedeutet, ich bin zwangsläufig ein Nerd, auch wenn ich vielleicht nicht (mehr) so aussehe. Ich bin auch Philosoph und irgendwie Schriftsteller, aber notwendigerweise musst du eine ganze Menge Physik ertragen, und da hilft es nach meiner Erfahrung, wenn du erst garnicht anfängst über das wirre Zeug, was ich so von mir gebe nachzudenken. Ich streite gerne über Nietzsche, Kant oder Hegel, aber Quantengedächtniskanäle erklären ist deutlich mühsamer, wenn man nicht gerade mit einem anderen Quanteninformatiker redet.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist offen, die Absurdität der Welt zu umarmen und kannst über Oma-Geschichten lachen.</em></p>
<p>Erstens, weil ich dauern Oma-Geschichten erlebe, zweitens, weil eine ähnliche Sichtweise auf die Absurditäten der Welt dafür spricht, dass wir einen ähnlichen Humor teilen. Ich halte mich keineswegs für besonders witzig, bin aber immerhin gut darin, Widersprüche zu finden und zu karikieren. Insofern sind vielleicht vor allem einige grundsätzliche Kenntnisse in Logik hilfreich...</p>
</li>
<li>
<p><em>Du bist leidenschaftlich.</em></p>
<p>(1. Siehe <em>flexibel</em>. <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) 2. Viele kennen mich als rational, berechnend und in gewisser Weise auch bedrückend vernünftig. Ich kann dem nicht so richtig widersprechen, weil es zum Großteil stimmt. Tatsache ist aber auch, dass ich, wenn ich sehe, dass es sich lohnt um etwas zu kämpfen durchaus viel zu investieren bereit bin. Zeig mir was, das sich lohnt.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du träumst von einer besseren Welt, aber bist kein Öko.</em></p>
<p>Dies ist ein Joker, denn das trifft hoffentlich auf alle zu, die keine Ökos oder Emos sind <img src='http://blog.ftranschel.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst keine Vampir-Romane.</em></p>
<p>Tja weißt du, eigentlich hoffe ich nur, dass du nicht übermäßig kitschig bist. Übrigens: Amerikanische Forscher haben herausgefunden, was Edward ist. Er glitzert und lebt im Wald. Edward ist eine Elfe!</p>
<p>(Ich bin durchaus romantisch, aber das weiß zum Glück keiner.)</p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst Star Wars.</em></p>
<p>Siehe <em>Oliven</em>.
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<li>
<p><em>Du magst Oliven.</em></p>
<p>Ich hasse Oliven. Das bringt mich schon zum nächsten Punkt, nämlich, dass es sich hierbei um eine These aus <em>How I met your mother</em> handelt, und <em>diese Serie musst du mögen</em>. Genannte Folge in HIMYM besagt, dass zwei Menschen genau dann zusammen passen, wenn genau einer von ihnen Oliven mag. (In einer späteren Folge stellt sich heraus, dass das Gegenteil der Fall ist. Bei Star Wars übrigens auch, wichtiger wäre es, dass du Star Trek magst.)</p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst Geflügelfleisch.</em></p>
<p>Und Mett. Und Käse. Vor allem Käse. Mjom. Hatte ich Käse erwähnt? Oh. Gut.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst Regen.</em></p>
<p>Es gibt zwei Arten von Menschen: solche, die Regen mögen, und solche die das gerade nicht tun. Sie hasten, rennen, sprinten angewidert auf der Suche nach Unterständen oder Schirmen und ich möchte ihnen zurufen: "Es ist doch nur Wasser!". Und mal ehrlich: Wenn sie schon Wasser nicht an sich heranlassen, was anderes kann ihre Hülle durchdringen?</p>
<p>Ich liebe es, wenn nachts Regen auf mein Dachfenster prasselt. Wenn ich davon aufwache bin ich nicht böse, sondern umarme den Geruch und das Geräusch wie einen alten Freund.</p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst Sahne und Schokosoße.</em></p>
<p>Idealerweise kennst du die Kinowerbung und weißt, was ich meine. Wie kann man nur <em>keine</em> Sahne und Schokosoße mögen? ^^</p>
</li>
<li>
<p><em>Du magst sogar mich.</em></p>
<p>[&nbsp;] Ja. [&nbsp;] Nein. [&nbsp;] Vielleicht. <del>[&nbsp;] Toastbrot ist keine Option.</del></p>
<p>Ich habe die Idee, <em>21 Dinge</em> zu schreiben lange mit mir herumgetragen, da ich fürchtete, dass sich diese Aufzählung wie eine verzweifelte Kontaktanzeige liest. (Vermutlich tut es das trotzdem.) Tatsächlich ist es aber so, dass es eher eine Anti-Kontaktanzeige ist, denn erstens gehe ich nicht wirklich davon aus, dass sich jemand davon angesprochen fühlt und zweitens verstehe ich das Geschrei darum, dass wer Mitte Zwanzig ist und keinen Partner hat sich gefälligst unvollständig fühlen müsse ohnehin nicht so recht. Insofern sind diese einundzwanzig Dinge eher der Versuch, jede, aber auch wirklich jede potentielle Partnerin an irgendeiner Stelle auszusortieren. Warum also nicht auf diejenige warten, die trotzdem Toastbrot ankreuzt um zu sehen, was passiert.
</li>
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		<title>Zehn Dinge über kino.to</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 10:04:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Fabian Transchel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaftskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was war kino.to und warum der ganze Aufruhr? kino.to war eine Internetplattform, die Links zu Streamingangeboten von aktuellen und älteren Kinofilmen, Fernsehserien und Dokumentationen gesammelt und sortiert hat. In der FAQ von kino.to wurde sehr bedacht darauf hingeweisen, dass auf der Seite selbst keine Filmdaten gespeichert sind, sondern nur verlinkt werden. kino.to vertrat die Ansicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ol>
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<p><em>Was war kino.to und warum der ganze Aufruhr?</em></p>
<p>kino.to war eine Internetplattform, die Links zu Streamingangeboten von aktuellen und älteren Kinofilmen, Fernsehserien und Dokumentationen gesammelt und sortiert hat. In der FAQ von kino.to wurde sehr bedacht darauf hingeweisen, dass auf der Seite selbst keine Filmdaten gespeichert sind, sondern nur verlinkt werden. kino.to vertrat die Ansicht, dass die Hoster dafür Sorge zu tragen haben, dass sie keine illegalen Filme auf ihren Servern liegen haben. Insbesondere war die Ansicht, dass das Ansehen von solchen Streams legal sei, mehr dazu später.</p>
<p>Am 8.6.2011 wurden in einer großangelegten Razzia der Staatsanwaltschaft Dresden mehrer Personen festgenommen und Server abgeschaltet. Der Vorwurf lautet auf erwerbsmäßige Umgehung und Beihilfe zur Umgehung des Urheberrechts. Mit anderen Worten, und das wird den meisten Usern von kino.to trotz der expliziten Werbung nicht klar gewesen sein, den Betreibern ging es darum, massiv Geld zu verdienen. Zum einen durch Werbung auf der Seite selbst, zum anderen durch Provisionen für sogenannte Premium-Zugänge von Streaming-Hostern, die schnellere Downloads versprachen. Eine weitere Vermutung die im Raum steht ist, dass das Netzwerk von kino.to und den Hostern derart verzahnt war, dass einige Hoster nur Scheinfirmen waren, die ausschließlich für kino.to gearbeitet haben.</p>
</li>
<li>
<p><em>Welche Bedeutung hatte kino.to in der deutschen Internetlandschaft?</em></p>
<p>Man hört je nach Quelle unterschiedliche Zahlen. Wikipedia zum Beispiel gibt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kino.to">hier</a>  <span class="extern_link">[extern]</span> 400.000 Besucher pro Tag an, <a href="http://netzfeuilleton.de/2011/06/kino-to-ist-noch-nicht-zu-ende-interview-mit-einem-uploader/">diesem Artikel auf Netzfeuilleton</a>  <span class="extern_link">[extern]</span> aber kann man entnehmen, dass es eher eine Million gewesen sein dürften. In jedem Fall bedeutet das, dass kino.to eine der reichweitenstärksten deutschen Websites war, was umgekehrt bedeutet, dass die Werbung dort einträglich war.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt dieser Numerik aber ist dabei noch unerwähnt: Nehmen wir einmal an, dass die Schätzungen eher zu niedrig angesetzt sind. (Immerhin handelt es sich um Schätzungen, da die Betreiber natürlich keine offiziellen Zahlen veröffentlicht haben und Suchmaschinenstatistiken Besucher, die über Bookmarks zurückkehren nicht mitzählen können.) Dann bedeuten eine Million Besucher täglich einen Gesamtstamm von Besuchern, der bis zu zehn Millionen betragen könnte. Zieht man von der Gesamtbevölkerung diejenigen ab, die kino.to nicht nutzen können, weil sie zu alt oder zu jung, nicht technikaffin oder zu ehrlich sind, müssen wir uns klar machen, dass davon auszugehen ist, dass ein <em>Großteil der Generation Internet</em>, also der für die Filmindustrie relevanten Zielgruppe von 14 bis sagen wir mal 30, kino.to regelmäßig oder gelegentlich genutzt hat. (Auf Facebook oder Twitter sprechen die Reaktionen in ihrer Intensität aus meiner Sicht für diese Größenschätzung.)</p>
<p>Eine ganze Generation benutzt illegale Streamingseiten, wer hätte das gedacht. Bevor ich mir über soziologische Auswirkungen und Schlussfolgerungen Gedanken mache möchte ich aber kurz auf den aktuellen Stand der Dinge eingehen.</p>
</li>
<li>
<p><em>Warum wurde kino.to geschlossen?</em></p>
<p>Als Rechtslaie gehe ich nach wie vor davon aus, dass gegen das Verlinken von Streamingdiensten, die illegale Inhalte anbieten nur die Mitstörerhaftung zur Rate gezogen werden kann, die aber für den Normalbenutzer im Bereich der Nichtigkeit liegen dürfte, es sei denn, dass, so wie im vorliegenden Fall, das ganze zum Ziel der erwerbsmäßigen Bereicherung vorgenommen wird. Es ist zu lesen, dass die Ermittlungen sich lange hingezogen haben, und zwar aus mehreren Gründen: Erstens, die Ermittlungen wurden keineswegs die ganze Zeit von der Staatsanwaltschaft geführt, sondern von der GVU, der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen, eine Lobbyorganisation der Filmindustrie. Zweitens, der Vorwurf der Erwerbsmäßigkeit musste belegt werden und drittens, die Betreiber von kino.to müssen identifiziert werden. Nun kann man über die Privatisierung von Strafermittlungen geteilter Meinung sein (ich bin es jedenfalls), aber es sollte deutlich geworden sein, dass Leute, die gezielt Server und Provider wechseln und unter falschen Namen operieren weder leicht zu finden sind, noch, dass es ihnen leicht fallen wird vor Gericht zu verdeutlichen, warum sie, wenn sie denn keine erwerbsmäßigen Absichten verfolgt haben, derartig mafiöse Verschleierungen verwendet haben.</p>
<p>Die Medienkonzerne und (zu einem eher kleinen Teil) auch die Künstler verdienen nichts daran, dass Menschen Filme umsonst sehen. Es ist völlig verständlich, dass sie ein Interesse daran haben, dass für jede Nutzung ihrer Inhalte eine engemessene Gebühr entrichtet wird. Bevor ich diskutiere welche Rolle die Filmindustrie hierbei im Einzelnen spielt kann ich aber hier schon festhalten, dass die Strafverfolgungsbehörden ohne die Vorarbeit der GVU wohl kaum willens oder in der Lage gewesen wären, kino.to so wie jetzt geschehen auseinander zu nehmen.</p>
</li>
<li>
<p><em>Welche Strafen drohen den Betreibern?</em></p>
<p>Sollte sich der Vorwurf erhärten, dass hier Millionenumsätze mit Werbung und Premiumzugängen zu Streamhostern verdient wurden, so dürften die strafrechtlichen Schadensersatzforderungen in die Millionen gehen, ebenso wie die zivilen Schadensersatzforderungen der Filmindustrie, die allerdings in Deutschland weit gesitteter ausfallen, als beispielsweise in den USA.</p>
<p>Was die Mitstörerhaftung angeht, also den Bereich, der das Setzen von Links auf illegale Streams betrifft, scheint im Moment die Rechtslage alles andere als klar. In jedem Fall kommt hier auf die Provider als Platformbereitsteller und die Uploader als Urheberrechtsverletzer die größeren Forderungen zu. Die Uploader haben aus meiner Sicht vermutlich nichts zu befürchten, da es sowohl technisch als auch logistisch unmöglich scheint sie in großen Stil zu identifizieren und ihnen die einzelnen Verstöße tatsächlich nachzuweisen.</p>
</li>
<li>
<p><em>Welche Strafen drohen den Nutzern?</em></p>
<p>Vermutlich keine. Wie <a href="http://video.golem.de/internet/4955/christian-solmecke-kino.to-stream-legal-%28april-2011%29.html">dieses Video der Medienkanzlei Solmecke</a>  <span class="extern_link">[extern]</span> auf <a href="http://www.golem.de">golem.de</a>  <span class="extern_link">[extern]</span> deutlich erläutert, ist aus zwei Gründen damit zu rechnen, dass es hier keine Konsequenzen geben wird. Erstens, weil die Streamer nicht zu ermitteln sind, zweitens, weil rechtlich überhaupt nicht klar ist, ob das bloße Anschauen von geschützen Werken einen Urheberrechtsverstoß darstellt oder nicht.</p>
</li>
<li>
<p><em>Welche Ziele verfolgt die Medienindustrie?</em></p>
<p>Zunächst einmal ist ihr natürlich daran gelegen, ihre Urheber- und Verwertungsrechte zu schützen. Die Zahlen wurden eingangs schon genannt, Schadensersatzforderungen dürften sich sogar insgesamt im dreistelligen Millionenbereich bewegen. Das ist aber natürlich nur die halbe Wahrheit. Richtig ist, dass die klassischen Vertriebswege der Unterhaltungsindustrie durch die beliebige Kopierbarkeit von digitalen Daten unter Druck geraten sind, das weiß die Musikbranche schon seit Napster, und dass mit der Vergrößerung der Bandbreite und dem Aufkommen von bezahlbaren Heimkinosystemen auch bewegte Bilder im Internet kopiert würden war allen Beteiligten seit Jahren klar. Dennoch hat die Industrie daran festgehalten die alten Kanäle zu befahren und statt der Erforschung von neuen Verbreitungsformen vor allem auf Verbote, Schauprozesse und lobbyistisch auf Verschärfungen des Urheberrechts gedrängt. Die Filmindustrie wollte schon bei der Einführung der Videokassette lieber pay-per-view durchsetzen, denn mit einer gekauften DVD lässt sich kein Umsatz mehr generieren. Die Zeiten, da man zwei- oder gar dreimal den selben Film im Kino sehen wollte sind aber aus ganz verschiedenen Gründen, von denen das Internet nur ein unbedeutender ist, längst vorbei.</p>
</li>
<li>
<p><em>Warum war kino.to so erfolgreich?</em></p>
<p>Weil es wie angedeutet eine Verbreitungsform geschaffen hat, die für die junge Generation angemessen, bequem und attraktiv ist. Es steht außer Frage, dass kein schlechter Internetstream einen Kinobesuch ersetzen kann, aber die permanente, ggf. auch mobile Verfügbarkeit von allen digitalen Informationen macht auch vor Filmen und Serien nicht halt. Es ist schlicht so, dass kino.to einen Bedarf gedeckt hat, nämlich den nach flexibel verfügbaren Medieninhalten. Ich glaube nicht, dass es den meisten Usern nur um den Umsonst-Gedanken ging, sondern dass vielmehr die Verfügbarkeit die entscheidende Rolle spielt, warum man sich von Fernsehen und Kauf-DVDs abwendet. Es ist in Deutschland tatsächlich so, dass es kein vergleichbares kommerzielles Angebot gäbe. Richtig ist, dass Internetprovider auf der einen und Medienrechteinhaber auf der anderen Seite Versuche unternommen haben, Streaming- oder gar Download-Angebote zu etablieren, die aber alle am Preis und der fundamentalen Fragmentierung des Medienmarktes krankten. kino.to zeigt, dass man ein solches Angebot umsetzen kann, wenn man eben gerade davon absieht, utopische Lizenzgebühren für jedes Abspielen eines Inhaltes zu fordern. Dazu gehört allerdings auch, dass Kinofilme nicht erst ein halbes Jahr nach Verkaufsstart der DVD-Fassung online verfügbar sind, sondern sofort - siehe Verfügbarkeit. Es ist heute für viele Menschen nicht mehr versätndlich, wieso die klassischen Vertriebskanäle derart unnötig subventioniert werden. In der Tat halte ich es für möglich, dass der Großteil der "Schwarzstreamer" ein solches Angebot kostenpflichtig (dann aber natürlich in HD-Qualität und ohne Porno-Werbung) zu akzeptablen Konditionen in Erwägung ziehen würde - ich zumindest würde eine Movie-Flatrate für 10-15€ im Monat okay finden - dass es immernoch Systemficker gibt, die auf keinen Fall für harte Arbeit anderer Leute zahlen wollen steht außer Frage. Aber gegen die kann die Unterhaltungsindustrie ohnehin nichts unternehmen, dieses Hintergrundrauschen ist ein kleiner, übrigens unverzichtbarer, Teil der pluralistischen Gesellschaft.</p>
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<li>
<p><em>Was kann man tun, um zu verhindern, dass einfach andere Seiten von dieser Art entstehen?</em></p>
<p>Nichts, es gibt sie und wird sie auch weiterhin geben. Weder der Staat noch die Medienkonzerne haben die Ressourcen, den Einfallsreichtum von Millionen Nutzern dauerhaft zu schlagen. Im Gegenteil - sie werden aus dem Fall kino.to lernen und künftige Angebote werden resistenter gegen Abschaltversuche sein. Die einzige Möglichkeit, dem entgegenzutreten ist es, vernünftige, der neuen Generation und ihrer Bedürfnisse angemessene Verwerungsmodelle zu schaffen - jetzt!</p>
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<p>Welche Lehren sind zu ziehen?</p>
<p>Die Unterhaltungsindustrie sollte mal bei der Musik schauen, die sind nach dem Napster-Kapf schon zwei Schritte weiter. Heute gibt es allerorten DRM-freie MP3s herunterzuladen, zu akzeptablen Preisen. Vor allem iTunes ist ein Beispiel dafür, wie angemessene Musikpreise erheblich übertriebenen Filmpreisen gegenüberstehen.</p>
<p>kino.to hat das Potential eine gesellschaftliche Diskussion loszutreten, die mit der über Napster Anfang des Jahrtausends vergleichbar ist. Das Urheberrecht auf der einen und die Abspielrechtverteilungskonzepte müssen weiterentwickelt werden um mit der Generation Internet Schritt zu halten.</p>
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<li>
<p><em>"Ich verstehe die Aufregung nicht und möchte einfach weiter gestreamte Medien gucken. Wo finde ich denn nun andere Angebote wie kino.to?"</em></p>
<p>Überleg' mal ernsthaft zwei Dinge: Erstens, wie hast du denn kino.to gefunden? Zweitens: Du hast bis hier unten gelesen und ich habe deine Reflexionsschwelle trotzdem nicht überschreiten können? Chapeau, du scheint echt lernresistent zu sein!</p>
<p><em>(Diese kleine Polemik soll einfach nur zeigen, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Streamingangebote sind das, was der mündige, internetaffine Medienkonsument will. Vielleicht zahlt er dann irgendwann sogar dafür, so wie er auch für gute Musik bezahlt.)</em></p>
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